We ate romp ist nicht wirklich eine außergewöhnliche Demo. Aber dieses heftige Beispiel aus der Hardcoe-Unz-Unz-Liga enthält alle Tugenden, die eine typische Demo in den letzten Jahrzehnten auch hatte. Würfel, Tunnel, Spikeball, ein schönes Bild und ein paar andere oldskoolige Dinge, die zum stupiden Techno-Gehämmer perfekt ihre Kreise ziehen. Und nach ein paar Bierchen, fetzt dieses Ding dann durchaus ab.
In typischer, und mittlerweile ziemlich abgelutschter Universe-Machart ist We belong to this gehalten. Dunkle Farben herrschen vor, nur drei Szenen werden permanent wiederholt, die allesamt durchaus an die anderen Weltall-Werke erinnern, dazu gibt's viel Blur-Gewackel und typisch chilligen Ambient-Sound von Dixan. Der ist allerdings gut gelungen.
We Cell,
Kewlers, (2004) Platzierung: 5th at Assembly 2004
Der Name PlayPsyco stand schon immer für brachiale Effektkost, grandios hämmernde Soundtracks und perfekte Abstimmung zwischen Visuals und Musik. We crave Sustenance passt erwartungsgemäß in dieses Schema, nur dass die Norweger hier noch eine Schippe drauflegen und alles noch heftiger gestalten. Da pulsiert, teilt und verwächst sich ein Würfelobjekt zu tiefstem Bassgewummer, Lichteffekte krachen auf fein texturierten Boden und im tiefsten Blur-Hintergrund bahnt sich etwas wahrhaft Mächtiges an. Ein technoides Spinnenwesen zeigt, in perfektem Rhythmus zur Musik, wie Ringe über ihre Beine wachsen, es erzählt von den Greetings und stapft dann auf ein monströses Raumschiff zu. Das ist Maschinensex in Reinkultur und sorgt beim Betrachter für feuchte Augen! Independence Day und Skyline lassen grüßen! Neben all dem technisch herausragend inszenierten und zumeist in Blau und Grautönen getauchte Brachialchaos, keimt ein wenig naturelle Hoffnung auf. Mit Blumen, Pflanzen, Bäumen - doch schon nach wenigen Augenblick übernimmt das Science-Fiction-Erlebnis wieder das Szepter und konfrontiert uns mit weiterem harten Bass- und Störfilter-Gedöns, das uns völlig geplättet zurücklässt.
Wenn Gogo-Girls in einem Gitterkäfig tanzen, dann sieht das normalerweise ziemlich heiß aus. Die beiden Gruppen Glenz und Napalm Core packen jedoch etwas dornigere Rundungen in ein solches Gefängnis, genauer gesagt einen Spikeball. Gut sieht diese erste Szene aus, auf die einige nette, aber nicht mehr ganz so hübsch bunte 3D-Flüge folgen. Ein nettes Standardwerk wurde also hier geschaffen, das zwar schon etwas Power in sich hat, aber nicht genug um in die Eliteliga aufzusteigen.
Ist Vokswagen 'hippst'? Retro auch? Wenn es nach der schwedischen Demogruppe Mental geht auf jeden Fall. In We know how to Hippst lassen sie zu groovigen Elektrosounds hippe Farbverläufe und Wellen über den Schirm schwappen, zeigen ein bisschen Scherenschnitt-Style und einen alten Volkswagen Bus. Den aber in hippen 3D. Ein Retro-Pixel-Filter fehlt natürlich ebenso wenig. Dieser wilde Mix macht aber durchaus Laune, auch wenn er nicht zu 100% bei Technik und Design den hippen Genre-Standards entspricht.
We love Fox,
Quite, (2008) Platzierung: 2nd at Chaos Constructions 2008
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Gerippte Musik ist nicht gern in der Demoszene gesehen. Wenn jedoch wie hier die Musik aus Robocop erklingt, während ein knuffiger Riesen-Mech zusammengeschraubt wird, dann ist das nicht nur witzig gedacht und gemacht, sondern bringt jede Menge Atmosphäre mit ins Spiel. Spaßig!
Die dunkle Seite von ASD steckt in diesem Werk. So schön es auch ist, den elitären Namen dieser Gruppe auf einer japanischen Demo-Party zu lesen, so enttäuschend sitzt man letztendlich vor dem Computerbildschirm. Dieses wirre We Robots, das einzig und allein aus Glitch und Kitsch besteht, mit einem nevertötenden Stampf-Soundtrack unsere Ohren malträtiert und hoffentlich, wie schon öfters bei den Griechen gesehen, nur der missratene Vorbote auf die nächste wirklich große ASD-Demo ist, strengt an. Wirklich! Vor allem, wenn die Windows-Version gestartet wird. Von daher solltet ihr We Robots auf eurem Android-Gerät laufen lassen. Genau dafür wurde es nämlich gemacht. Auf dem kleineren Bildschirm und aufgrund des schärferen Kontrasts kommt tatsächlich mehr Stimmung rüber. Ein gutgemeinter Ratschlag, den ihr euch auf jeden Fall zu Herzen nehmen solltet. Ausflippen werdet ihr aber auch mobil nicht. Wir warten lieber auf den nächsten richtigen Kracher von Navis und aMusic.
Ein Totenkopf gleich zu Beginn in einer Cocoon-Demo? Das hat man lange nicht gesehen. Zuletzt waren die einstigen Schocker aus Frankreich mehr in Science-Fiction- und Maschinengefilden unterwegs. Erwartet uns also nun ein blutiges Spektakel? Zumindest Tunnelszenen sind wieder mit dabei, denn ohne können Cocoon nicht. Dass diese höllisch gut aussehen, muss wohl nicht weiter erwähnt werden. Was danach folgt ist jedoch erstmal wieder rein technologischer Natur. Eingeschlossen in einem einzigen Raum genießen wir tolle Licht- und Schattenspiele, Wassereffekte und metallene Twister in glänzender Schönheit.Doch wo bleibt das Blut? Das kommt nicht, dafür aber der Totenschädel in einer fulminanten Endsequenz zurück. Mit We stand devided haben Cocoon ein stimmungsvolles Werk mit langsamen, aber hämmernden und perfekt passenem Soundtrack gebastelt. Dessen Technik ist wieder einmal erstklassig, Design und Atmosphäre schlichtweg fantastisch. Dennoch übt es für uns nicht eine solche Faszination aus wie die meisten 2015er Demos von Cocoon.