Von Primitive stammen dieses Mal die Compo-Eröffnungsvideos für die Assembly 2014, hier am Beispiel für die Oldschool-Demos. In stylischer Aufmachung werden das Assembly-Logo angestrahlt, Buchstabenwelten durchflogen oder ein Raster im Boing-Ball-Look steht plötzlich im MIttelpunkt. I want to introduce zeigt uns viele interessante Effekte - leider nicht in Echtzeit. Ist aber weiter nicht schlimm, denn stimmungstechnisch wurde hier Großartiges geschaffen.
Gesichter sagen mehr als tausend Worte. Einen ungewöhnlichen, aber wie von 5711 gewohnt stylischen Weg, schlägt die Invitation zum Fest der Demoszene in Köln, der Evoke 2012, ein. Kaleidoskopartig stellen sich die bekannten und beliebten Organizer der Party auf, werden immer wieder von Realfilm- und Natursequenzen abgelöst, die, unterbrochen von Wireframe-Objekten, höchst faszinierend in Szene gesetzt wurden. Es gibt bis auf die Schlussgrafik keinen Hinweis auf die Veranstaltung, auf die Wettbewerbe und sonstiges Informationszeugs, das normalerweise in einer Einladungsdemo auftaucht. Hier sprechen die Menschen und das stylische Drumherum für sich - oder besser gesagt für eine großartige Veranstaltung, die man auf keinen Fall verpassen sollte.
Mit It's not about the money startet der Grafikkünstler Zomb seinen Worten nach ein Experiment. So ungewöhnlich ist sein Video aber eigentlich gar nicht, erinnert es doch vor allem zu Beginn an typische Amiga-AGA-Demos um ca. 1998 herum, wie beispielsweise Smokebomb. Ein eher minimalistischer, dafür stylische Look mit klar abgestuften Formen und Farben, diverse Symbole und Textbotschaften. Das kennt man, das wirkt auch heute noch cool. Erst später kommen dann bombastischere Grafiken, speziell in Form von Portraits zum Zuge, die wirklich fantastische aussehen und immer wieder von schicken 3D-Effekten und -Objekten abgelöst werden. Somit ist Zombs Experiment vollauf gelungen, hätte aber in Echtzeit dargestellt noch wesentlich mehr Stimmung erzeugt.
J Julie,
Nuance, (2009) Platzierung: 2nd at Breakpoint 2009
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Nuance präsentieren statt brachialem Krawall dieses Mal ein barockes Filmfestspiel. Julie, eine holde Maid gewandet in Mozart'sche Gewänder, mag auf den ersten Blick so gar nicht in die Demoszene passen. Dennoch spielt sie in diesem Video, das fast schon eine Art Werbefilm für einen Hersteller altertümlicher Kleidung sein könnte, die Hauptrolle. Zu pompöser Filmmusik rotiert die Kamera um den Käfig herum, in welchem sie eingesperrt ist. Würfel umkreisen ihr Gefängnis, dämonische Kreaturen kreuzen die Kamerafahrten. Was das soll? Da sind wir überfragt, können jedoch sagen, dass dieses Lustspiel so gänzlich Anders ist, höchst professionell gemacht wurde und ein Schmuckstück ist, das in keiner Videosammlung fehlen sollte.