C Candyflip,
Rimina, (2017) Platzierung: 2nd at Outline 2017
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Manchmal trifft der Titel eines Werks den Nagel auf den Kopf. Die 4k Intro Candyflip schillert in den süßesten Farben, wabert und verwebt sich wie klebrige Bonbonsuppe und sieht bewegt einfach zuckersüß und lecker aus. Eine kleines Werk das die Sinne berauscht, obwohl alles eigentlich nur eine optische Täuschung, entstanden aus einem Würfel, ist. Gut!
Uff, hier kommt eine Art Royal Temple Ball in nur 4k! Viele der Effekte, die wir zuletzt in der großartigen Synesthetics-Demo gesehen haben, wurden hier erneut verwurstet - im positiven Sinne. Für diese Größe sieht Candystall geradezu fantastisch aus. Poppig bunt, technisch meisterhaft und mit einem treibenden Soundtrack unterlegt. Respekt!
Wie eine unheimliche, gigantische Kreatur wirkt dieses fraktale Raymarching-Ding, was das aus dem Nebel auftaucht. Das wirkt an einigen Stellen durchaus bedrohlich, da man das ein oder andere mal meint, ein Gesicht erkennen zu können und das riesige Vieh geschmeidig mit den Flügeln schwingt. Doch eigentlich ist hier nicht viel Neues zu sehen. Raymarching kennt man längst und die zahlreichen Perspektivwechsel können nicht vertuschen, dass es sich letztendlich nur um eine einzige Szene handelt.
Eine unheilgeschwängerte Atmosphäre, düstere Bilder, bizarre Perspektiven - die 4k Intro cdak ist gefüllt damit. Der Sieger des Intro-Wettbewerbs der Chaos Constructions 2010 vermittelt eine Atmosphäre wie einst der Film 2001 - Odyssee im Weltraum. Von der Größe, vom Alleinsein. Dunkle, schummrige Gänge versprühen einen Hauch von Alien-Angst. An das 5. Element erinnert eine futuristische Stadt mit gigantisch großen Wolkenkratzern. Man fühlt sich allein, so klein und unbedeutend. Quite und Orange erschaffen einen Science-Fiction-Film auf kleinstem Raum. Sie schleudern uns umwerfend gestaltete Visuals entgegen und gefährden mit stockendem Ambient-Sound unseren Adrenalinspiegel. Von Vielen wird dieses Wunderwerk der Technik bereits jetzt als die vielleicht größte 4k Intro des Jahres 2010 gesehen. Doch ob der Noise-Trip auch vom Design her die breite Masse begeistern kann, wird sich erst noch zeigen müssen. Wahnsinnig ist das, was die beiden Gruppen uns hier präsentieren, aber auf jeden Fall - und es erfordert absolut neuwertige Spitzentechnik im eigenen Rechner, um dieses visuell überragende, aber auch so angsteinflößende Hörspiel flüssig genießen zu können.
Einen Remix von einer Demo zu erstellen ist inzwischen nichts Ungewöhnliches mehr. Immer wieder trifft man ein solches Ding an, das zumeist dann aber doch schlechter als das Original ausfällt. Nicht jedoch bei DMA. Die haben sich einfach mal die, wohl beste und beliebteste, 64k Intro von Conspiracy, Chaos Theory, zur Brust genommen und noch eine ganze Ecke kleiner geschrumpft. Gerade mal 4 Kilobyte ist ihr Remix groß, bietet aber alle Szenen aus der Conspiracy-Intro in bestechender Form. Auch der Soundtrack ist ganz nah dran am Original. Eine echte Meisterleistung!
Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein! Ja, so ein Rundflug über die Dächer eine futuristischen Stadt ist schon was schönes. Vor allem, wenn die Wolkenkratzer so cool und stylisch aussehen wie hier. Dazu gibt es sogar das passende Geräusch der sich drehenden Rotorblätter. Nur leider nicht mehr. Was also für die nur 1kb große Intro City by Helicopter an visueller Opulenz und großartiger Technik spricht, wird durch die Kürze und mangelnde Abwechslung der Vorführung wieder zum Schweigen gebracht.
Cloudlight entpuppt sich als 4k Intro mit echten Szenetugenden. Es sieht gut aus, verfügt über hervorragende Musik und hat dieses typische Demoflair, was die Demoszene und ihre Werke im Allgemeinen so besonders macht. Herrliche Wolkenschichten schieben sich über den Bildschrim, tanzen geradezu miteinander und werden, passend zum Soundtrack, von Lichtstrahlen durchdrungen. Danach taucht man ein in die luftige Welt der Himmelsbewohner, fliegt durch sie hindurch und betrachtet das puslierende Treiben im Inneren. So schwebt man dahin, von der ersten bis zur letzten Sekunde, wird getragen vom entspannenden Klangteppich und fühlt sich wie auf Wolken gebettet.
Vier Kilobyte die gefüllt sind mit hübschen Wolken haben Frequency heute im Angebot. Manches Mal schicken sie uns einfach in den diffusen Nebel der Himmelsschicht, dann wieder zeigen sie uns wie ein Effekt entsteht. Erst simulieren sie Wellenbewegungen in nackter, glatter Form. Dann legen sie ihren Wolken-Shader darüber und zeigen uns die ganze Schönheit in 4096 Bytes. Musikalisch erklingt nettes aus den Lautsprechern, das aber nicht immer gut zum Geschehen passt.
The noise goes 4k. Loonies schicken uns auf eine geräuschvolle Reise durch ein beeindruckend dargestelltes Wolkenmeer. Allerdings sollte man für diesen Trip über einen wirklich schnellen Rechner verfügen, denn die volumetrischen Gebilde fordern wirklich das Letzte vom CPU. Untermalt wird das Geschehen von monotonen Beats, die mit reichlich 'Noise' unterlegt sind.
Die Cmath-Serie zeigte schon immer gute Technik, hatte aber grundsätzlich mit zwei Problemen zu kämpfen: Furchtbarem Sound und schlechte Farbwahl. Der 11. Teil der Reihe räumt zumindest mit den Problemen bei der Kolorierung auf, während wir über die Musik besser den Mantel des Schweigens legen. Die Farbwahl ist zwar manchmal immer noch nicht der Weisheit letzter Schluss, gefällt aber in den meisten Fällen. Und es gibt eine Menge Fälle, denn Cmath 11 strotz mit vielen verschiedenen Parts, zeigt beeindruckende Kugel- und Würfelketten. Der bislang beste Teil der Serie, der zudem technisch auf hohem Niveau fährt.