Verstopfungsgefahr!
Sprüche wie »Wir wollen frustrationsfreie Rennen ermöglichen« oder »Schnapp dir den Controller und spiel einfach drauflos!«erwarte ich eigentlich bei einem neuen Mario Kart - aber doch nicht bei einem Bizarre-Racer! Und dennoch bekomme ich genau das bei der Präsentation von Blur zu hören: Einfach und zugänglich soll das Spiel sein, und dabei aber doch die bewährte Mischung aus Arcade und Realismus bieten, für die PGR so berühmt geworden ist. Der erste Punkt betrifft nicht nur das driftlastige Fahrmodell, sondern vor allem auch die Items. Leuchtende Symbole lassen sich direkt auf der Strecke einsammeln, bis zu drei davon darf man sich für schlechte Zeiten aufheben: So kann man mittels Energieblitz andere Wagen aus der Spur drängen bzw. kurz betäuben oder sich selbst mit einem Schild vor eben diesem Schicksal schützen. Reaktionsschnelle Spieler haben die Nase vorn: Zielt ein Konkurrent auf einen, kann man den Angriff mittels gut getimtem Tastendruck kontern. Was nicht einfach sein dürfte, tummeln sich doch bis zu 20 Autos in einem Rennen.
Mein kleiner Rennclub
Für den Realismus wird geklotzt: Glaubwürdige Fahrphysik, mehr als 70 lizenzierte Wagen, um die 50 authentische Strecken von London über Tokio bis New York - alles, was man von Bizarre gewohnt ist. Viel Wert legen die Entwickler darauf, den KI-Fahrern Persönlichkeiten zu verpassen, die sich auf der Strecke im Fahrstil deutlich unterscheiden sollen. Spätestens zwischen den Rennen bekommt man die Individuen zu spüren, denn ein Facebook-ähnliches Social Network sorgt für den kompletten Rahmen zwischen den Rasereien: Es wird gechattet, Fotos werden getauscht, Kontakte werden geknüpft, man gewinnt oder verliert Fans - je nach der Performance auf der Strecke. Dieses Spiel im Spiel wird auch für den Mehrspielermodus wichtig sein, denn hier kann man sich zum flotten Rennen treffen, Clan-Logos entwerfen oder ganz eigene Spielvarianten und »Renn-Gilden« designen. Wer auf Online-Spaß keinen Wert legt, kann auch mit bis zu drei Freunden an einem per Splitscreen geteilten Fernseher loslegen.
Ausblick
Der größte Trumpf von Blur ist, dass es von Bizarre Creations kommt. Und Bizarre Creations macht keine schlechten Rennspiele. Insofern verwundert es nicht, dass das bislang Gezeigte gut aussah: Viele prima designte Autos auf den glaubwürdigen Strecken, hitzige Positionskämpfe, viel Effektkrachbumm beim Einsatz der Items. Und dennoch sitzen meine Socken nach wie vor bombenfest, was an mehreren Gründen liegt: Zum einen sind Nachtrennen die WW2-Szenarien der Rennspiele - sechs Jahre nach NFS Underground verursachen dunkle Strecken bei mir in erster Linie Gähnattacken. Zum anderen kann ich die Entwickler noch nicht durchschauen - soll Blur nun ein Arcade-Racer werden, mit dem auch Oma zurecht kommt, oder sich mit all den Items, dem Social Network, dem Tuning und Schnickschnack doch wieder an die PGR- und Midnight Club-Freunde wenden? Ich bin gespannt.Besonderheiten
- erscheint für PC, 360 und PS3
- von Grund auf neu entwickelt, hat mit PGR nichts zu tun
- soll »frustrationsfreie« Rennen bieten
- realistische, aber arcadige Physikengine
- 70 lizenzierte Autos
- mehr als 50 realistisch nachgebildete Pisten aus aller Welt
- bis zu 20 Wagen auf der Strecke
- diverse Power-Ups
- deutlich unterscheidbare KI-Gegner mit individueller Persönlichkeit
- umfassendes Social Network innerhalb des Spiels
- man gewinnt mit gewonnen Rennen Fans dazu
- Splitscreen für bis zu vier Spieler möglich
- dramatisch inszenierte Crashes![]()

Fette Crashes werden mit Zeitlupe und wackeliger Kamera dramatisch inszeniert.


