The Darkness II
USK: 18
Shooter (Horror-Shooter)

Test: The Darkness II

So testet 4Players
Seite:  1  |  2  |  3  |  Fazit 

Autor:
Paul Kautz

»The Matrix« war ein exzellenter Film. Nicht nur wegen der männlichen Action, der eleganten Bullet-Time oder der cleveren Handlung. Sondern für mich vor allem wegen der klugen Fragen. Eine davon lautete »Hattest du schon mal einen Traum, der dir vollkommen real schien? Was wäre, wenn du aus diesem Traum nicht mehr aufwachst? Woher würdest du wissen, was Traum ist und was Realität?« - etwas, das man sich auch in The Darkness 2 problemlos fragen kann.
Die Frage aller Fragen

Video: Die ersten zehn Minuten des Spiels. Nicht alles ist gut für Jackie. Ganz und gar nicht.
Was wäre euch lieber? Jung zu sein, Anführer einer mächtigen Mafia-Familie, reich, machtvoll, skrupellos, mit wallenden dunklen Locken gesegnet? Gleichzeitig mit einem Dämon verflucht, der nicht nur dafür sorgt, dass einem bissige Tentakelarme aus den Schultern schießen, sondern auch dafür, dass man alles, was einem im Leben lieb und teuer ist, früher oder später schonungslos verliert. Oder bildet ihr euch dieses Leben nur ein, in einer Gummizelle, kahlrasiert, von den Menschen umgeben, die in euren Träumen vorkommen - nur dass sie hier Wärter, Ärzte, Schwestern und komplett bekloppte Patienten sind. Was ist Traum, was ist Realität? Oder ist sogar schon diese Trennung ein erheblicher Denkfehler?

Eine Sache, die im Vorfeld schon für viel Aufregung sorgte und mittlerweile zu Tode diskutiert wurde, ist der neue Grafikstil: Vorher war The Darkness (TD) eher realistisch gehalten, jetzt dominiert der Comic-Look. Ränder umgeben die Figuren, die Texturen sind handgemalt, die Pinselstriche sind dick, die Farben intensiv, die Schraffuren elegant. Machen wir es kurz: Ich finde es super! Es passt hervorragend zum Spiel, das
Say hello to my little friend: Die beiden Tentakel sorgen wieder einmal für den größten Spaß, den man mit der Finsternis haben kann.
Say hello to my little friend: Die beiden Tentakel sorgen wieder einmal für den größten Spaß, den man mit der Finsternis haben kann.
ja bekanntermaßen seine Wurzeln im Comic hat, und macht eine Verspieltheit möglich, die zu teilweise wunderbar abstrusen Ideen führt.

Hello Darkness, my old friend


The Darkness war ein wichtiges Spiel. Nicht, aufgrund seines Artdesigns oder weil es den Shooter an sich irgendwie voran gebracht hätte. Nein, im Gegenteil - die Ballermechanik gehörte zu seinen Schwächen, was übrigens im Nachfolger nicht anders ist. Nein, das Wichtige war die Tatsache, dass sich die Entwickler von Starbreeze einfach immer wieder Zeit ließen mit der Regie. In einem Moment zersäbelte man Dutzende Feinde mit seinen grimmigen Tentakeln, verwandelte andere in zuckende Kugellager - und im nächsten kuschelte man mit seiner gepiercten Freundin vor dem Fernseher, um den 1962er Gregory-Peck-Film »To Kill a Mockingbird« anzusehen. In voller Länge, wenn man das wollte. In heutigen Zeiten, in denen man im normalen Shooter von seinem Sergeant oder einem mysteriösen Strippenzieher im Hintergrund von einem Schlauchlevel voller getriggert auftretenden Feinde zum nächsten gehetzt wird, war das einfach… anders. Ungewohnt. Schön. Und dann wurde einem die kreischende Bohrmaschine ins Gesicht gedrückt.

Wie schon der Vorgänger nimmt sich auch The Darkness 2 Zeit für ruhige, wichtige Momente. Die meisten davon kann man überspringen - sollte man aber nicht!
Wie schon der Vorgänger nimmt sich auch The Darkness 2 Zeit für ruhige, wichtige Momente. Die meisten davon kann man überspringen - sollte man aber nicht!
Sorry für den Stimmungskiller. Aber TD war kein Spiel der falschen Bescheidenheiten. Was da gefoltert und gematscht wurde, würde selbst Jack Bauer neidisch machen. Das wurde im zweiten Teil etwas zurückgekurbelt, aber dennoch bleiben Schwachmägen u.a. Ausflüge in die Eiserne Jungfrau und herausgerissene Kehlen nicht erspart, selbst in der deutlich gekürzten deutschen Fassung - fühlt euch also gewarnt! Und trotzdem hält auch der neue Entwickler Digital Extremes diese wunderbare Balance zwischen notwendiger Grausamkeit und verführerischer Entspannung. Es gibt kein Zeitlimit für den Tanz mit Jenny - wer möchte, kann mit ihr bis morgen früh den Slowblues schunkeln. Die Freunde in Jackies Villa haben deutlich mehr als nur einen Satz für einen übrig, mit manchen kann man richtig lange Gespräche führen. Das Sockenpuppentheater von Tom in der Irrenanstalt ist ein fantastisch choreographierter, richtig langer Comedy-Knaller! Ihr wollt das nicht? Dann pfeift drauf! Packt die Tentakel der Finsternis aus, nehmt zwei Uzis in die Hände, kanalisiert all eure Wut in die Ballerfinger, zeigt den Drecksäcken, wer hier die Hosen an hat! Geht alles. Okay, das Spiel ist dann nur fünf Stunden lang und kein Kracher, aber unterhaltsam. Dann werdet ihr auch nicht merken, dass so komplett surreale Momente wie der WW1-Ausflug im Vorgänger leider fehlen.

Kommentare

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  • Mich hat The Darkness 2 immerhin dazu gebracht, meine XBox wieder aufzustarten und den ersten Teil inzwischen schon zwei Mal neu durchzuzocken. The Darkness 2 ist zwar zu kurz, aber sonst kein schlechtes Spiel, aber wenn ich das Sagen gehabt hätte, hätte man den ersten Teil grafisch aufpoliert, die  [...] Mich hat The Darkness 2 immerhin dazu gebracht, meine XBox wieder aufzustarten und den ersten Teil inzwischen schon zwei Mal neu durchzuzocken. The Darkness 2 ist zwar zu kurz, aber sonst kein schlechtes Spiel, aber wenn ich das Sagen gehabt hätte, hätte man den ersten Teil grafisch aufpoliert, die Shooter-Mechaniken verbessert und die Welt offener gemacht und um Nebenaufgaben erweitert. Okay, die Gameplay-Mechaniken von Darkness 2 sind erste Sahne und ich mag es, Leute mit Kreissägen zu enthaupten ,aber ansonsten haben wir einfach ein weiteres Schlauch-Spiel gekriegt. Ich vermisse auch die Schergen-Truppe und die Dämonen-Waffen. Im Test wird bei Cell-Shading auch Borderlands erwähnt, dass man als Kostverächter verpassen würde. Stimmt so nicht: Borderlands sieht mit seiner gezeichneten Welt wertvoller aus, als die meisten Versager auf dem Weg zum Foto-Realismus. Mir ist lieber Cell-Shading als billige "fotorealistische" Matsch-Texturen. In The Darkness 2 finde ich den Stil allerdings fehl am Platz, so hochwertig er auch umgesetzt wurde. Man denke nur an den barbarischen Charme der Höllen-Level im ersten Teil. So einfache und karge Level mit so grosser Wirkung, die für Abwechslung sorgten. Effektiv sind beide Spiele gleich böse, ich kann The Darkness 2 in Comic-Stil nur weniger ernst nehmen, da damit soviel Horror-Potential verschenkt wurde, sehr schade. Dei deutsche Vertonung war für mich unerträglich, habe ich nach kurzer Zeit umgestellt. Es gibt nun mal Bereiche, in denen ausreichend/solide nicht gut genug ist. die Vertonung nahm für mich das letzte bisschen Horror aus dem Spiel.
  • Ist ganz nett bins grad am durchzocken. Ob comic grafik oder noch wäre mit aber total egal. Es ist sehr subtil. Wenn man sich dran gewöhnt bzw ne längere Zeit gezockt hat merk man kaum mich das es Comic ist. Da ist das es Borderlands schon deutlicher oder vor allen dingen bei XIII. Ich bin überhuapt  [...] Ist ganz nett bins grad am durchzocken. Ob comic grafik oder noch wäre mit aber total egal. Es ist sehr subtil. Wenn man sich dran gewöhnt bzw ne längere Zeit gezockt hat merk man kaum mich das es Comic ist. Da ist das es Borderlands schon deutlicher oder vor allen dingen bei XIII. Ich bin überhuapt kein comic freak, ich weiß schon das es viele brutale comics gibt mit allem möglichen moster und dämonenkram aber aus meiner sich passt der grafikstil eigentlich garnicht mit so nen game zusammen. Andererseits irgendwie schon ganz nett. Der ganze dämönenarm spaß ist ansich ne nette idee und bringt abwechslung allerdings fängts auch grad an sich zu wiederholen und einsitig zu werden. vor allen dingen das exekutieren nachdem man einen gepackt hab mach ich andauernd weil das eben am einfachsten +30 gibt.
  • Habe die 1. Mission hinter mir, bisher ganz unterhaltsam. Aber die deutsche Sprachausgabe ist wirklich das allerletzte, selten sowas schlechtes gehört. Leider spricht Mike Patton die Darkness auch nicht so gut wie im 1. Teil. Da hatte man deutlich den Fantômas Einfluss gehört  [...] Habe die 1. Mission hinter mir, bisher ganz unterhaltsam. Aber die deutsche Sprachausgabe ist wirklich das allerletzte, selten sowas schlechtes gehört. Leider spricht Mike Patton die Darkness auch nicht so gut wie im 1. Teil. Da hatte man deutlich den Fantômas Einfluss gehört

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