Killer is Dead (Action) von Deep Silver
Killer is Dead
Killer is Dead
Action-Adventure
Publisher: Deep Silver
Release:
30.08.2013
kein Termin
30.08.2013
Spielinfo Bilder Videos
Seine Spiele polarisieren wie bei kaum einem anderen Entwickler. Doch es ist nicht nur das Artdesign, das immer wieder spaltet. Auch Inhalte und Story lassen heftige Diskussionen aufwallen. Die Rede ist von Goichi Suda, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Suda51. Sein neues Werk Killer is Dead macht da keine Ausnahme.

Schräg, schräger, Suda51

Video
Ein flottes Kampfsystem und ein stylisches Comic-Artdesign sind die Aushängeschilder von Killer is Dead.
Ein skrupelloser Auftragskiller mit einem bionischen Multifunktions-Arm, der das Blut seiner Gegner als Antriebskraft nutzt. Seine Ziele sind Vampire, alternde Musikgenies mit Wahnvorstellungen, wildgewordene Dampflokomotiven oder übersinnliche Samurai. Doch gleichzeitig ist er ein schüchterner Frauenheld, der in seiner Freizeit mal tölpelhaft, mal nonchalant versucht, die holde Weiblichkeit zum Techtelmechtel zu überreden. Der von Albträumen geplagte Mondo Zappa ist weit von dem klassischen Killer-Bild eines Agent 47 entfernt, auch wenn er mit ihm die Vorliebe für dunkle Anzüge teilt. Er wird stets begleitet von einer vorlauten asiatischen Göre, die sämtliche Kreischendes-Jungmädchen-Klischees erfüllt und ihn im Falle seines Scheiterns mit Herzmassage wieder ins Leben zurückholt. Er arbeitet für eine zwielichtige regierungsnahe Agentur, die Exekutionen für betuchte Mitglieder der Gesellschaft zur Verfügung stellt. Sein Boss ist ein Zigarre rauchender Farbiger, dessen halber Körper durch Metall-Implantate und -Gliedmaßen ersetzt ist. Zu den Aufträgen chauffiert wird er von einer geldgeilen Britin, die im Zweifelsfall wie eine indische Kriegsgöttin mit zwölf Armen und Händen, in jeder eine Schnellfeuerpistole haltend, zu seiner Rettung kommt. In der skurrilen Welt von Killer is Dead (KiD) ist nichts normal.

Doch man darf nicht vergessen, dass es sich hier um ein Spiel aus der kreativen Feder von Suda51 handelt. Und wenn er mit Titeln wie Killer 7, No More Heroes, Shadows of the Damned oder Lollipop Chainsaw eines bewiesen hat, dann seinen Sinn für das Ungewöhnliche. Doch erzählerisch hat er es hier übertrieben. Dass die Charakterzüge Mondos mit dem eiskalten Killer auf der einen und dem schüchternen Frauenheld auf der anderen Seite schwer vereinbar sind, wiegt dabei nicht schwer. Problematischer ist vielmehr, dass innerhalb der mitunter non-linear wirkenden Erzählstruktur die meisten Auftraggeber in irgendeiner Form mit Mondo verbunden zu sein scheinen. Kryptische, kurz angebundene Dialoge machen die Charaktere interessant und sorgen dafür, dass in der Beziehung zwischen den einzelnen Figuren Spannung aufgebaut wird. Doch viele der Fäden, die Suda-San hier spinnt, verlaufen im Sand. Die Geschichte wird zwar plausibel aufgelöst, doch es bleiben mehr Fragen offen als bei Filmen von David Lynch. Dadurch wird der Spieler zwar zum entscheidenden Element, da seine Interpretation der Ereignisse letztlich den Ausschlag gibt, doch ein Satz des Hauptantagonisten steht stellvertretend für die auf mehreren Ebenen verzahnte Geschichte: "You still have no idea what’s going on, do you?" (Du hast keine Idee, um was es geht, oder?)

Geradezu konventionell

Mondo Zappa könnte problemlos der Hauptdarsteller einer Grafik-Novelle sein.
Mondo Zappa könnte problemlos der Hauptdarsteller einer Grafik-Novelle sein.
Im Gegensatz zu Geschichte oder Erzählstruktur zeigt sich die erneute Zusammenarbeit von Suda und Kadokawa Games in mechanischer Hinsicht als sehr klassisch, geradezu normal. Es hatte sich zwar bei Shadows of the Damned oder Lollipop Chainsaw bereits angedeutet, dass er sich mehr und mehr dem spielerischen Mainstream öffnet. Doch in keinem Titel wurde dieses Vorhaben so gut umgesetzt wie hier. Auf das Wesentliche reduziert und spielerisch schnörkellos inszeniert, steht Killer is Dead in einer Linie mit Titeln wie Devil May Cry, God of War, Castlevania Lords of Shadow oder Bayonetta: Man durchläuft die zwölf Gebiete (hier in einem Wechsel aus Schläuchen und offeneren Strukturen), kämpft mit Katana sowie dem mit Gegnerblut angetriebenen bionischen Arm als Mehrzweckwaffe gegen zig Feinde und steht schließlich dem jeweiligen Boss gegenüber. Die Kombinationen, die man dabei vom Stapel lässt, sind überschaubar, aber sehr effektiv. Viel wichtiger für den Erfolg ist ohnehin das Studieren der gegnerischen Angriffsmuster, damit man im letzten Moment ausweichen kann. Dann nämlich wird eine Zeitlupe aktiviert, in der man dem Feind ohne Gegenwehr ein gehöriges Stück der Energieleiste abknipsen kann.


Kommentare

  • CryTharsis schrieb:
    Jazzdude schrieb:
    Mr. Munshun schrieb:
    Wenn sie Gefallen an ihm findet, dann ist er sehr männlich und/oder ein Gentleman. Wenn dem nicht so ist, dann ist er pervers und/oder ein Sexist.
    Das ist der beste
     [...]
    CryTharsis schrieb:
    Jazzdude schrieb:
    Mr. Munshun schrieb:
    Wenn sie Gefallen an ihm findet, dann ist er sehr männlich und/oder ein Gentleman. Wenn dem nicht so ist, dann ist er pervers und/oder ein Sexist.
    Das ist der beste Beitrag zum Thema Sexismus den ich seid langem gelesen habe. Wirklich!
    So ziemlich der dümmste Beitrag den ich zu dem Thema gehört bzw. gelesen habe. Aber keine Seltenheit. Kommt eher aus der Ecke Stammtisch-der-ewig-Junggebliebenen oder Mario-Barth-Fanclub. Frauen wollen einfach nicht angegafft werden. Egal ob sie den Typen gut finden oder nicht. Keine Sorge Munshun] Weder Stammtischgänger, noch Mario Barth - Gucker! Und was er sagt stimmt. Ganz einfach. Für Beweise empfehle ich einen Gang in eine Bar und/oder Disco und dort einfach mal das typische Prozedere zwischen Männlein und Weiblein anzuschauen. Aber in Deutschland wird man für normales biologisches bzw. sexuelles Verhalten ja sowieso gleich als Macho und Sexist abgestraft. Da beneide ich die Spanier.
  • Ja, echt total lebensfremd sowas...
  • ^^ Der Vorwurf ist diskriminierend gegenüber Millionen heterosexuellen Männern und Frauen, die Spass am Leben und ihrer Sexualität haben, und gerne abends ausgehen um neue Leute kennenzulernen  [...] ^^ Der Vorwurf ist diskriminierend gegenüber Millionen heterosexuellen Männern und Frauen, die Spass am Leben und ihrer Sexualität haben, und gerne abends ausgehen um neue Leute kennenzulernen Dass sowas vielen Keller-Nerds völlig fremd ist, obwohl es jeden Abend in zig Bars und ähnlichen Lokalitäten ein gängiges Szenario ist, ist nun wirklich nicht Sudas Schuld. Ich denke es würde diesen Frauen auch genausowenig gefallen als armes, passives Opfer oder Objekt bezeichnet zu werden, wie Männer langsam dieser total lebensfremde Sexismus-Vorwurf nervt.

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