Raus aus dem Untergrund
Auf der E3 2010 wurde die Blob-Fortsetzung noch mit dem schmissigen Untertitel "The Underground" angepriesen. Die Wii-Version war unter Aufsicht von Creative Designer Nick Hagger spielbar, der übrigens auf merkwürdige Weise eine geistige Verbindung zu dem Farbklecks zu haben scheint, wie auch das Interview beweist. Auf einem anderen Bildschirm wurde die HD-Version geteasert, die sogar stereoskopische 3D-Darstellung unterstützen wird .
Fast wie früher
Nimmt man den 360-Controller in die Hand, stellt man fest, dass die Steuerung sehr einfach und locker von der Hand geht. Der Blob als sympathischer Farbklecks mit Seele verfügt über eine gewisse Trägheit, die man bei den vor allem im späteren Verlauf fordernden Sprungpassagen einkalkulieren sollte, die aber bei weitem nicht so sehr ins Gewicht fällt wie z.B. bei Sackboys LittleBIG Planet-Ausflügen. Mit der sehr sauberen Kollisionsabfrage, die sowohl bei Plattformen und Vorsprüngen als auch bei den Auseinandersetzungen mit seinen Erzfeinden, den Tintis, gute Dienste verrichtet, wird eine sehr gute Grundlage für das Hüpf-Abenteuer gelegt, das einen durch ein Dutzend großräumige Abschnitte führt. Einzig die Kamera neigt noch zu Macken, was allerdings bis zum Release noch geregelt werden dürfte. Auch das ständige Knopf-Loslassen und -Wieder-Drücken, um nach einer Sprungattacke den nächsten Gegner anzuvisieren, ist gewöhnungsbedürftig und könnte durchaus noch verbessert werden.
Insgesamt lässt sich aber erfreut feststellen, dass sich die Fortsetzung im Kern gar nicht so weit vom Vorgänger wegbewegt: Die Abschnitte einleitenden Videos sind ebenso hochklassig wie pointiert und laufen damit den langsam schal werdenden Rabbids den Rang ab.
Und auch an der grundlegenden Mechanik hat sich relativ wenig geändert: Am Anfang eines Levels ist die von den so genannten Tintis bei ihrer Welteroberung eingenommene Umgebung grau, öde und langweilig. Je mehr Farbe man mit Blob aufnimmt, im Abschnitt verteilt, die Gegner aus dem Weg räumt und damit die Kulisse einfärbt, um so lebhafter
![]() |
| Die Blob-Fortsetzung hinterlässt auch auf Wii einen überzeugenden Eindruck. |
Viel zu tun
In Prisma City warten haufenweise Aufgaben, die sich nicht nur auf die Hauptmission, die Revolution und den Sturz von General Schwarz konzentrieren. Dazu gehört u.a. die Vernichtung der Tintis oder auch die Befreiung der Bürger, wozu man wie gehabt die jeweiligen Gebäude komplett einfärben muss. Zwar kann man sich auch auf die Hauptgeschichte konzentrieren, doch erforscht man die Stadt und erledigt Nebenaufgaben, kann man nicht nur einiges entdecken, sondern bekommt auch wertvolle Zeitgutschriften. So kann man die unbarmherzig herunter tickende Uhr beinahe neutralisieren, so dass man zumindest von dieser Seite aus keinen Stress fürchten muss.
Denn der kommt bedingt durch das im Vergleich zum Vorgänger abwechslungsreichere Leveldesign fast von alleine. Hier gibt es Zwischenbosse, die erledigt werden müssen. Dort müssen kleine Schalterrätsel mit Sprungeinlagen unter Zeitdruck gelöst werden, bevor sich die Tür wieder schließt oder Flammen aus dem Boden schießen. Dann wiederum geht es nur weiter, wenn bestimmte Türme in einer bestimmten Farbe markiert werden - was allerdings dadurch erschwert wird, dass UFOs versuchen, den Blob per Gedankenkontrolle ins Wasser springen zu lassen, so dass man wieder von vorne beginnen muss. Und im Unibereich z.B. warten die Studenten mit merkwürdigen Experimenten, was wiederum zu einigen Physik-Rätseln führt - für Variantenreichtum ist gesorgt.
Gruß an die Klassik
![]() |
| Und die Welt wird bunt: Der Blob hat alle Hände voll zu tun, um die von Tintis verwandelte Welt wieder einzufärben. |
Ebenfalls den Fortschritt erleichtern soll ein Power-Up-System für Blob, bei dem er die so genannten Inspirtations-Punkte gegen Fähigkeiten bzw. Steigerung seiner Eigenschaften eintauschen kann. Von diesem System sowie der davon abhängigen Spielbalance konnten wir uns aber noch keinen Eindruck machen, da wir zusammenhanglos durch einige Abschnitte gehüpft sind. Auch auf die Kulisse und die ggf. vorhandenen Unterschiede der einzelnen Versionen werden wir erst im Test detailliert eingehen. Abgesehen von den bereits angesprochenen Kameraproblemen sowie vereinzelt auftauchenden Bildraten-Einbrüchen, die allerdings der Vorabversion geschuldet sein dürften, hinterlässt die Technik auf der Microsoft-Konsole ebenfalls einen guten Eindruck: Die Animationen sind sauber, die Abschnitte gestochen scharf und knallbunt, mit Partikeleffekten wird ebenfalls nicht gegeizt.
Ausblick
Eindruck: sehr gut
Kommentare
Du musst eingeloggt sein, um einen eigenen Kommentar verfassen zu können. Bewertungen können ohne eingeloggt zu sein vergeben werden. Jetzt einloggen
-
SiSaSyco schrieb:
Für jemanden wie mich, der daran gewöhnt ist, mit der Wiimote zu steuern, war das springen etc. im 1. Teil gar kein Problem. aber du musst zugeben, dass es ziemlich unnötig war, und auf dauer schon aufs handgelenk ging ... oder arm ... oder [...] SiSaSyco schrieb:
Für jemanden wie mich, der daran gewöhnt ist, mit der Wiimote zu steuern, war das springen etc. im 1. Teil gar kein Problem. aber du musst zugeben, dass es ziemlich unnötig war, und auf dauer schon aufs handgelenk ging ... oder arm ... oder beine ... jenachdem wieviel aufwand man in die bewegung steckt :D -
Für jemanden wie mich, der daran gewöhnt ist, mit der Wiimote zu steuern, war das springen etc. im 1. Teil gar kein Problem. Am 1. Teil hatte ich nur die fehlenden Speicherpunkte zu bemängeln. Der 1. Teil ist schon ein super Game, hoffe der 2. Teil wird das noch toppen ...
-
Orrorrist schrieb:
Das das springen beim ersten de Blob nur per Schütteln möglich war, völlig unnötigerweise, war mein einziger Kritikpunkt am ersten Teil. Ansonsten war es lange Zeit eines der besten Jump&Runs (auch wenn die Liste der guten Jump&Runs in 2010 durch Kirby, [...] Orrorrist schrieb:
Das das springen beim ersten de Blob nur per Schütteln möglich war, völlig unnötigerweise, war mein einziger Kritikpunkt am ersten Teil. Ansonsten war es lange Zeit eines der besten Jump&Runs (auch wenn die Liste der guten Jump&Runs in 2010 durch Kirby, Der Schattenläufer, Donkey Kong usw. stark erweitert wurde). [...] Stimme Dir voll und ganz zu. Zocke den ersten Teil auch jetzt noch immer mal wieder, und wenn das Schütteln=Springen jetzt im zweiten Teil durch Springen=A ersetzt worden ist, und darüber hinaus die Level noch abwechslungsreicher sind und die Musik noch genauso groovt wie im ersten Teil, dann wäre das perfekt. :D


