Fiktiv und doch real
Man kann über die Wahl des Schauplatzes geteilter Meinung sein: Noch immer sterben am Hindukusch täglich Menschen im Kampf auf allen Seiten - und trotz neuer Strategien ist ein Ende des blutigen Einsatzes noch nicht abzusehen. Muss man unter diesen Umständen ein bleihaltiges Videospiel genau in dieses Szenario verlegen? Oder setzt EA bewusst auf den Skandaleffekt? Auch wenn die Handlung von Medal of Honor fiktiv ist, wird sie sich nicht völlig von der Realität lösen und den faden Beigeschmack loswerden können. Trotzdem wiegeln die Entwickler auf konkrete Nachfragen ab, dass man sich bewusst aus Rücksicht auf Familien der Opfer und Soldaten dagegen entschieden hat, den realen Konflikt 1:1 ins Spiel zu übertragen. Wie man auch immer dazu steht: Mit diesem Medal of Honor wird man auch außerhalb der Spieleindustrie für reichlich Diskussionsstoff sorgen. Konami wurde es bei diesen Aussichten zu heiß, weshalb man den geplanten Irak-Shooter "Six Days of Fallujah" auf Eis legte...
Zwischen Stealth und Action
EA schickt die Truppe dagegen in die Schlacht - komme, was da wolle. Gegen wen man genau kämpft, wurde dagegen noch nicht klar, da man noch nicht viel zur Story verraten wollte. Sind es die Taliban? Die Warlords? In Köln spielte uns Senior Creative Director Richard Farrelly live einen Abschnitt vor, in dem man mit der Tear One-Truppe unterwegs ist. Dabei handelt es sich um eine Spezialeinheit, bei der die Seals in kleinen Gruppen operieren und die Vorarbeit für die massiven Angriffe der US-Armee leisten. Entsprechend geht es am Anfang der Mission zunächst leise los: In einer geskripteten Sequenz sieht man, wie sich ein Mitglied des Vierer-Teams langsam von hinten an eine Wache heran schleicht und sie überwältigt. Danach steigt man selbst ein und lauscht vor allem dem Funkverkehr im Flüsterton, während unterschwellig ein tiefer Bass im Hintergrund dröhnt. "Bleib zurück, ich sehe Taschenlampen", wispert einer der Mitstreiter durch das Headset. Die Wahl liegt jetzt beim Spieler: Soll man aus der Deckung hervorspringen und einen Alarm riskieren oder lässt man die Patrouille passieren? Farrelly entscheidet sich für letztere Option, aber verfolgt die Truppe, bis sie an einem Lagerfeuer eine Pause einlegen. "Du nimmst den rechten", ertönt es wieder
aus dem Ohrstöpsel. "Auf mein Signal: 3, 2, 1...Feuer!". Danach pufft es vier Mal hintereinander kurz aus den Lautsprechern - Schalldämpfer sei Dank. Hier bekommt man schon eine gute Vorstellung davon, wie spannend es sich anfühlen dürfte, sich als Navy Seal durch die afghanischen Gebirge zu schlagen.
Mittendrin im Hindukusch
Dann schlägt die Stimmung plötzlich um: Flakgeschütze donnern und kurze Zeit später schwirren auch schon Bomber sowie Kampfjets am Himmel, die ihre explosive Ladung abwerfen. So wird man Zeuge von einigen wuchtigen Erschütterungen auch die Seals werden von allen Seiten unter Beschuss genommen, während aus allen Richtungen die Kugeln pfeifen und der interaktive Soundtrack gehörig aufdreht. Dabei lautet das Ziel, die Geschütze mit Sprengsätzen in die Luft zu jagen und so den Weg für einen Luftschlag auf den nahenden Konvoi freizumachen. Diesen muss man allerdings zuvor für die Piloten markieren. Zur Orientierung wird ein Radar an der unteren Mitte des Bildschirms angebracht, auf dem die nächsten Missionsziele markiert werden. Daneben kommen auch Hilfsmittel wie Nachtsichtgeräte zum Einsatz. Steckt man zu viele Treffer ein, kann man mit Hilfe des regenerativen Heilsystem neue Kräfte sammeln - eine Militärsimulation im Stil von Operation Flashpoint oder ARMA darf man also nicht erwarten. Allerdings wird auch kein reines Popcorn-Kino im Stil von Call of Duty: Modern Warfare geboten, auch wenn gewisse Parallelen erkennbar sind. Für die Entwickler ist es wichtig, dass sie eine Geschichte erzählen wollen - ganz im Stil von Band of Brothers. Dabei übernimmt man abwechselnd Rollen als Tier One-Mitglied und US Ranger - man führt als Spieler mit der Spezialeinheit also auf der einen Seite das Skalpell, schwingt auf der anderen Seite aber auch den Vorschlaghammer bei großflächigen Angriffen. Es wird interessant sein zu sehen, wie unterschiedlich die beiden Ansätze ausfallen und wie sie sich innerhalb der Missionen sowie der Geschichte ergänzen werden. Unterstützung hat sich EAs LA-Studio übrigens von echten Seals und dem US-Militär geholt, die den Entwicklern als Berater zur Seite stehen.
Man kann über die Wahl des Schauplatzes geteilter Meinung sein: Noch immer sterben am Hindukusch täglich Menschen im Kampf auf allen Seiten - und trotz neuer Strategien ist ein Ende des blutigen Einsatzes noch nicht abzusehen. Muss man unter diesen Umständen ein bleihaltiges Videospiel genau in dieses Szenario verlegen? Oder setzt EA bewusst auf den Skandaleffekt? Auch wenn die Handlung von Medal of Honor fiktiv ist, wird sie sich nicht völlig von der Realität lösen und den faden Beigeschmack loswerden können. Trotzdem wiegeln die Entwickler auf konkrete Nachfragen ab, dass man sich bewusst aus Rücksicht auf Familien der Opfer und Soldaten dagegen entschieden hat, den realen Konflikt 1:1 ins Spiel zu übertragen. Wie man auch immer dazu steht: Mit diesem Medal of Honor wird man auch außerhalb der Spieleindustrie für reichlich Diskussionsstoff sorgen. Konami wurde es bei diesen Aussichten zu heiß, weshalb man den geplanten Irak-Shooter "Six Days of Fallujah" auf Eis legte...
Zwischen Stealth und Action
EA schickt die Truppe dagegen in die Schlacht - komme, was da wolle. Gegen wen man genau kämpft, wurde dagegen noch nicht klar, da man noch nicht viel zur Story verraten wollte. Sind es die Taliban? Die Warlords? In Köln spielte uns Senior Creative Director Richard Farrelly live einen Abschnitt vor, in dem man mit der Tear One-Truppe unterwegs ist. Dabei handelt es sich um eine Spezialeinheit, bei der die Seals in kleinen Gruppen operieren und die Vorarbeit für die massiven Angriffe der US-Armee leisten. Entsprechend geht es am Anfang der Mission zunächst leise los: In einer geskripteten Sequenz sieht man, wie sich ein Mitglied des Vierer-Teams langsam von hinten an eine Wache heran schleicht und sie überwältigt. Danach steigt man selbst ein und lauscht vor allem dem Funkverkehr im Flüsterton, während unterschwellig ein tiefer Bass im Hintergrund dröhnt. "Bleib zurück, ich sehe Taschenlampen", wispert einer der Mitstreiter durch das Headset. Die Wahl liegt jetzt beim Spieler: Soll man aus der Deckung hervorspringen und einen Alarm riskieren oder lässt man die Patrouille passieren? Farrelly entscheidet sich für letztere Option, aber verfolgt die Truppe, bis sie an einem Lagerfeuer eine Pause einlegen. "Du nimmst den rechten", ertönt es wieder
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| Die Zusammenarbeit von Spezialtruppen und den Rangers soll eine wichtige Rolle spielen. |
Mittendrin im Hindukusch
Dann schlägt die Stimmung plötzlich um: Flakgeschütze donnern und kurze Zeit später schwirren auch schon Bomber sowie Kampfjets am Himmel, die ihre explosive Ladung abwerfen. So wird man Zeuge von einigen wuchtigen Erschütterungen auch die Seals werden von allen Seiten unter Beschuss genommen, während aus allen Richtungen die Kugeln pfeifen und der interaktive Soundtrack gehörig aufdreht. Dabei lautet das Ziel, die Geschütze mit Sprengsätzen in die Luft zu jagen und so den Weg für einen Luftschlag auf den nahenden Konvoi freizumachen. Diesen muss man allerdings zuvor für die Piloten markieren. Zur Orientierung wird ein Radar an der unteren Mitte des Bildschirms angebracht, auf dem die nächsten Missionsziele markiert werden. Daneben kommen auch Hilfsmittel wie Nachtsichtgeräte zum Einsatz. Steckt man zu viele Treffer ein, kann man mit Hilfe des regenerativen Heilsystem neue Kräfte sammeln - eine Militärsimulation im Stil von Operation Flashpoint oder ARMA darf man also nicht erwarten. Allerdings wird auch kein reines Popcorn-Kino im Stil von Call of Duty: Modern Warfare geboten, auch wenn gewisse Parallelen erkennbar sind. Für die Entwickler ist es wichtig, dass sie eine Geschichte erzählen wollen - ganz im Stil von Band of Brothers. Dabei übernimmt man abwechselnd Rollen als Tier One-Mitglied und US Ranger - man führt als Spieler mit der Spezialeinheit also auf der einen Seite das Skalpell, schwingt auf der anderen Seite aber auch den Vorschlaghammer bei großflächigen Angriffen. Es wird interessant sein zu sehen, wie unterschiedlich die beiden Ansätze ausfallen und wie sie sich innerhalb der Missionen sowie der Geschichte ergänzen werden. Unterstützung hat sich EAs LA-Studio übrigens von echten Seals und dem US-Militär geholt, die den Entwicklern als Berater zur Seite stehen.

