Ego-Architekt gesucht
Der Anfang ist kinderleicht: 200 MB wiegt der ursprüngliche Download derzeit, etwa 90 MB kommen in Form eines Updates hinzu. Jeder Ort, den ihr in Home betretet, kostet noch einmal 20 bis 40 MB - habt ihr die Daten einmal geladen, verbleibt bei jedem weiteren Besuch natürlich nur noch der kurze Ladebildschirm. Zunächst muss ich mich aber fürs passende Geschlecht entscheiden, stauche und strecke mit vorgegebenen Versatzstücken mein physisches Alter Ego zurecht oder justiere Mundwinkel, Wangenknochen usw. manuell, stelle aus wenigen Teile ein Outfit zusammen und schon bin ich Zuhause: in einem luxuriösen First Class-Appartement mit Blick aufs Meer. Schade nur, dass nicht auch wechselnde Tageszeiten die urbane Idylle unterstreichen. Und um falschen Hoffnungen vorzubeugen: Sonys Cyberspace ist keine weitläufige Rollenspielwelt; nur wenige geografisch und durch Ladebildschirme getrennte Orte dürft ihr betreten. Aber erwähnte ich die Sommervilla, welche mir nach wenigen Klicks ebenfalls gehört? Am anderen Ende des Hafens parkt sogar eine strahlend weiße Yacht. Home macht PS3-Besitzer zu neureichen Yuppies.
Innenarchitekten dürfen sie jedoch nicht einstellen: Wenn ihr nicht wollt, dass eure Bude nach etwas aussieht, müsst ihr selbst Designer werden. Ein Druck auf die Starttaste reicht und schon schaut ihr auf die PSP in den Händen eures Avatars - über dieses Menü regelt ihr Einstellungen, Kontaktanfragen, Spielerstellung, Ortswechsel, kurz: euer gesamtes Online-Dasein. Wählt einfach ein Möbelstück oder Accessoire, rückt es in die gewünschte Ecke und dreht es im richtigen Winkel. Natürlich dürft ihr die Einrichtung auch jederzeit neu sortieren. Fehlt noch die farblich passende Tapete und fertig ist das individuelle Heim! Wenn ihr wollt, ladet ihr jetzt Freunde ein, tauscht Neuigkeiten aus und startet dann ein Spiel.
Handheld-Steuerung
Auch dafür müsst ihr lediglich die PSP aufrufen, das entsprechende Spiel wählen (die Liste zeigt alle auf Festplatte vorhanden sowie den im Laufwerk befindlichen Titel) und lauft fortan mit einem entsprechenden Symbol über dem Kopf durch die Welt. Wer will, kann eurer Sitzung so lange beitreten, bis ihr sie startet. Die Anzahl offener sowie für Freunde reservierter Slots legt ihr selbstverständlich selbst fest.
Beendet ihr die Partie, landet ihr wieder dort, wo ihr Home verlassen habt - komfortabel! Abgesehen davon wird es zu vielen Titeln spezielle Lokalitäten geben, in denen sich alles nur um z.B. Gran Turismo 5: Prologue dreht.![]()

Home macht aus PS3-Nutzern neureiche Yuppies
Nach großen Spielen steht euch aber vielleicht gar nicht der Sinn? Dann geht vor die Tür - schon seid ihr auf dem Marktplatz, von dem ihr Kino, Einkaufstempel und Spielhalle erreicht. Hauptsächlich in Letzterer dürft ihr Schach, Billard oder dessen Freezeball genannte Variante spielen, einen der simplen Spielautomaten anwerfen oder Bowlen, falls der entsprechende Tisch, Automat oder die gewünschte Bahn frei ist. Bei Freezeball müsst ihr dabei abwechselnd eure eigenen vier Kugeln im Billard-Stil so platzieren, dass sie die des Gegners berühren. Der kann sie daraufhin nicht bewegen, ohne sie später mit seinen eigenen erneut zu berühren - wer zuerst nicht mehr schießen kann, verliert. Jeder Besucher darf einer so eröffneten Partie beitreten. Ob man sich zu zweit oder viert am Münzautomaten austoben kann, behält Sony derzeit jedoch noch für sich; hinter vorstellbaren weltweiten Ranglisten steht ebenfalls ein Fragezeichen.
