Kreative Plattform-Reise
Die mitgelieferten Levels funktionieren nach dem gleichen Prinzip. Während man die mit Fallen gespickten Räume durchquert, schnappt man sich immer mehr Noten, welche der Hintergrundmusik mehr Spuren verleihen. Zwischendurch sorgt das rhythmische Brummen, Zischen und Zwitschern der Gegner für Akzente. Die Steuerung gibt sich simpel und präzise, bietet aber eine nützliche Eigenheit: Die knuffige Heldenkugel kann nicht nur hüpfen, sondern auch an manchen Decken und Wänden kleben. Einige Gefahren kann man also elegant umgehen, zu leicht wird es dank kniffliger Sprungpassagen aber nicht. Ab und zu muss man geschickt zwischen dem klebrigen Normalzustand und dem Turbo-Modus wechseln, um weite Abgründe zu überwinden. Frust kommt dank fair platzierter Checkpoints nicht auf. Ab und zu gibt hüpft man in ein kleines Ufo, um einige Räume schwebend zu durchqueren.
Gesang erwacht zum Leben
Auch die Superbrothers (Sword & Sworcery) haben das Design einer äußerst coolen Welt beigesteuert: In "Corporeal" springt man rhythmisch schlürfenden Kaffee-Trinkern auf den Schädel, damit sie Sicherheitstüren öffnen.
Die bekanntesten sind der US-amerikanische Soundtüftler Beck der House-Produzent Deadmau5. Vor allem Beck ist ein echter Gewinn für das Projekt: Sein folklastiger Pop-Mix ist mir eigentlich zu seicht und kitschig, doch hier verschmilzt er voll und ganz mit dem Spielverlauf. Die in Pastellfarben gezeichnete Welt voller surrealer Lebewesen wirkt wie eine postapokalyptische Monty-Python-Animation. Nuklear-Raketen zucken rhythmisch durch zertrümmerte Häuserschluchten und tödliche Explosionen breiten sich mit jedem Beat bedrohlich aus. Wenn Beck ein „Aaaaaaaaah“ intoniert, erscheint eine rettende Sprechblase am Himmel, an die man seine Kugel pappt und flott den Abgrund überwindet. Auch der Rest des Textes passt perfekt: Bei „Hurt a little“ verwandelt sich eine sichere Plattform in eine stachelige rote Todesfalle.
