Vorschau: DiRT 2

31.07.2009, Autor: Benjamin Schmädig

Arcade-Racer für PlayStation 3, Xbox 360






Video: Colin McRae: DiRT 2, Video-Fazit



Lebwohl!

Schade: Sechs Renntage ist die Vorschau-Version nur groß. Dabei hätte ich nicht schlecht Lust, weitere Strecken freizuschalten, mehr Wagen zu kaufen und meine Boliden noch besser einzustellen. Doch auch so blieb mir ein ausreichend langer Blick in die Karriere, in der ich mich mal wieder vom Nobody zum Meister aller Klassen aufschwingen muss. Die Klassen sind dabei von Rallye- über Rallyecross-, Trailblazer- bis hin zu Baja-Rennen fast alles, was im vierrädrigen Offroad-Sport eine Rolle spielt. Die Zusammenarbeit mit ESPNs X Games zeigt zudem, wie wichtig den Entwicklern die Funsport-Atmosphäre ist. Die Karriere führt in alle Teile dieser Erde, wo mit Sand gefüllte Rundkurse ebenso warten wie Kopf-an-Kopf-Rennen von A nach B sowie das einsame Zeitfahren, in dem Namensgeber Colin McRae einst seine bedeutenden Fußabdrücke hinterließ.

Die Entwickler sagen der vor zwei Jahren verstorbenen Legende übrigens auf sehr taktvolle Art und Weise Lebwohl. Denn während ich mich in meinem persönlichen Fahrerlager umsehe (der Platz in und vor meinem "blechernen" Wohnmobil ist gleichzeitig das todschicke Hauptmenü), erzählt der Stadionsprecher auf einmal nicht mehr von den anderen Piloten, denen ich in der Karriere begegne. Stattdessen sagte er - ganz ohne Pathos oder Tränenwischerei: "We'll miss you, buddy!" Eine schöne Geste. Nicht zuletzt starte ich meine Laufbahn mit einem Wagen, der zuvor dem Namensgeber gehörte.

Colins Kiste

Aber ganz ehrlich: So viel hat die Kiste gar nicht auf dem Kasten. Es wird Zeit für meinen ersten Neukauf! Gut, dass mir das Menü nach der Wahl des nächsten Rennens als erstes die Fotos sämtlicher Autos zeigt, die ich besitze und kaufen kann. So bin ich im Handumdrehen stolzer Besitzer eines flotten Mitsubishis. Was umso wichtiger ist, da ich mich für den knackigsten Schwierigkeitsgrad entschieden habe. Schließlich will ich die ganze Ladung Rennsport! Praktisch: Vor jedem Lauf kann ich den Grad der Herausforderung ebenso ändern wie ich das Schadensmodell und das optionale Setup aus- oder einschalten kann. Noch praktischer ist, dass ich das Setup sogar vor jedem Neustart eines Rennens verändern darf. So macht Tuning Spaß!

Und damit sich auch die "Generation Level-Up" in der Karriere zurechtfindet, werden neue Rennen erst dann freigeschaltet, wenn man eine bestimmte Anzahl Erfahrungspunkte gehortet hat. So sammelt man mit Siegen mehr Punkte, klettert entsprechend schneller eine Stufe nach oben und kann daraufhin z.B. eher in Marokko starten - ein Event, dessen Tore sich erst ab Level vier öffnen. Abgesehen davon hat die aktuelle Stufe keine Auswirkungen; jeder Aufstieg bringt lediglich neue Lackierungen sowie witzige Spielzeuge, die sich der geneigte Profi aufs Armaturenbrett stellen oder an den Rückspiegel hängen darf. Wer viel fährt, kann besser individualisieren, genießt aber keine fahrerischen Vorteile - ein sinnvoller Anreiz.

Staub statt trocken



An einer staubtrockenen Simulation hat Codemasters also kein Interesse. Vielmehr verfolgen die Briten nach wie vor das Konzept des abwechslungsreichen Arcade-Racers, hinter dessen leicht zugänglicher Fassade glaubwürdige Physik, Blechschaden mit Auswirkungen aufs Fahrmodell sowie knackige Kontrahenten arbeiten. Je nach Schwierigkeitsgrad darf man außerdem unterschiedlich oft die Zeit zurückdrehen, während die Gegner entsprechend nachsichtig oder aggressiv Gas geben. Was mir nicht gefällt: Die Konkurrenz rast ähnlich rüpelhaft wie in GRiD. Selbst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad ist es deshalb die eigentliche Herausforderung, den Mitbewerbern aus dem Weg zu gehen. Fahrerisch ist man ihnen nämlich überlegen, sobald man den Kurs beherrscht. Doch Codemasters ist sich der unausgeglichenen Herausforderung bewusst: Die Entwickler schrauben ganz offiziell noch am Verhalten der Piloten.


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