Priorität Plüschhase
Das flotte Aufeinanderfolgen der beiden Titel hat seinen Grund: Die Arbeiten an Deponia
begannen bereits vor knapp drei Jahren. Doch wie bei Daedalic üblich schob sich kurz vor der Fertigstellung mit Harveys Neue Augen ein anderes Spiel dazwischen. Ein Großteil des Teams kümmerte sich erst einmal um den Edna-Nachfolger, doch nun ist auch das Steampunk-Adventure auf der Zielgeraden: Ab Dienstag, 17. Januar dürfen Adventure-Freunde loslegen.
Ähnlich wie im alten Beneath A Steel Sky dreht sich die Geschichte um einen jungen Mann, welcher auf einem Müllplaneten lebt und von demselben entkommen möchte. Der selbstverliebte Protagonist Rufus ist das krasse Gegenteil der schüchternen Klosterschülerin Lilli aus Harveys Neue Augen. Seine Mitmenschen mögen sich mit dem Leben auf dem Müllplaneten arrangiert haben, doch er fühlt sich zu Höherem berufen. Er träumt von einem Leben in den „oberen Schichten“, den schwebenden Städten hoch über der Planetenoberfläche. Statt seiner Ex-Freundin Toni endlich etwas Untermiete zu
bezahlen, tüftelt er Tag und Nacht an abenteuerlichen Apparaturen herum, mit denen er der planetaren Schrotthalde entfliehen möchte. Da sein Optimismus um einiges stärker ausgeprägt ist als sein bastlerisches Talent, landet er aber ein ums andere mal wieder auf der Planetenoberfläche und macht sich unbewusst zum Gespött der Mitbewohner.
Raus aus dem Müll!
Zu Beginn des Spiels werde ich Zeuge davon, wie mein blindes Huhn endlich doch ein Korn findet. Seine abenteuerliche Shuttle-Konstruktion fällt zwar noch vor dem Start auseinander, trotzdem wird Rufus auf das Deck des angepeilten interplanetaren Raumkreuzers geschleudert. Durch sein Ungeschick entführt er aus Versehen die hübsche „Goal“, bevor er wie gehabt auf der Planetenoberfläche aufschlägt. Sie befand sich in der Gewalt der Organon: Viel ist über diese „Amtmänner“ mit mechanischen Bärten nicht bekannt, denn sie schotten die Deponier mit eiserner Hand von der der Außenwelt ab. Ihre humorlose Art erinnert ein wenig an die Vogonen aus Per Anhalter durch die Galaxis. Um das Herz der versehentlich befreiten Schönheit zu erobern, versucht Rufus, sie in ihre Heimat zurückzubringen. Da Goals Ehemann aus der Oberwelt ihm aber zum Verwechseln ähnlich sieht, fällt der Startschuss zu einer Verfolgungsjagd mit vielen Verwechslungen.
Während seine Angebetete noch im Koma liegt, erforsche ich also in der Rolle von Rufus im
Stechschritt den Müllplaneten. In der Wohnung seiner Ex finde ich jede Menge biestige Zettel, auf denen sie ihm allerlei Dinge verbietet. Als ich ihr Zimmer durchwühlen möchte, hindert mich sogar ein in der Tür installiertes Fallbeil daran. Mein Alter Ego muss also zuvor einigen Unsinn angestellt haben. In einem Dialog mit ihr wird deutlich, wie weit Rufus‘ Eitelkeit geht: Alle sechs Dialog-Optionen drehen sich nur darum, wie sehr Toni ihn seiner Meinung nach vermissen werde, wenn er fort ist. Auch als er mit den finsteren Wachen des Organon aneinandergerät, schwadroniert er erst einmal in aller Ruhe über seine meisterhaften Fluchtfähigkeiten: „Erst bin ich hier, gleich schon weg. Wusch! Zack! Piuu!“ Dumm nur, dass die Amtmänner während seiner Selbstbeweihräucherung aufgeschlossen haben und ihn ohne Zögern auf den trostlos zugemüllten Boden der Tatsachen zurück befördern – inklusive von Matt Groening inspiriertem Sturz in unangenehm stachelige Kakteen.
Größerer Schwerpunkt aufs Visuelle
Allgemein ist der Humor diesmal mehr auf Slapstick ausgerichtet. Die Gags stammen wieder aus der Feder von Müller-Michaelis, doch diesmal haben sich auch die Zeichner mehr ins Zeug gelegt: Statt minimalistischen Bewegungen im Retro-Stil gibt es jetzt deutlich mehr Animationen zu sehen – z.B. wenn ein Briefkasten beim Abschrauben schwungvoll in der Luft rotiert. So detailreich und verschnörkelt wie in The Whispered World wird es zwar nicht, trotzdem bietet der über und über mit Schrott bedeckte Planet ein ansehnliches
Panorama.
Ähnlich wie in Harveys Neue Augen muss nach Rufus‘ Absturz zunächst einmal ein relativ großes Anfangs-Areal erkundet werden. Zu Beginn sind die Rätsel noch einfach und linear gehalten, was sich später aber ändern soll. Positiv fallen wieder die geschickt in Dialogen platzierten Hinweise auf. Daedalic verzichtet auf Hilfe-Funktionen, doch nach ein paar Gesprächen und Inventar-Experimenten kam ich bisher immer auf die Lösung. Nur beim Kalibrieren einer Harpune auf einem ausgelagerten Bildschirm hatte ich Probleme – diese eingestreuten Minispiele lassen sich aber wieder überspringen. Ein netter Kniff ist den Entwicklern bei der Steuerung eingefallen: Mit einem Dreh des Mausrads lässt sich das mittelgroße Inventar ruck-zuck öffnen und schließen. Wer möchte, kann komplett ohne Tastatur zocken, es funktioniert aber auch mit.
Das flotte Aufeinanderfolgen der beiden Titel hat seinen Grund: Die Arbeiten an Deponia
Gestatten: Rufus, genialer Tüftler und nicht selten Opfer seiner eigenen Konstruktionen...
Ähnlich wie im alten Beneath A Steel Sky dreht sich die Geschichte um einen jungen Mann, welcher auf einem Müllplaneten lebt und von demselben entkommen möchte. Der selbstverliebte Protagonist Rufus ist das krasse Gegenteil der schüchternen Klosterschülerin Lilli aus Harveys Neue Augen. Seine Mitmenschen mögen sich mit dem Leben auf dem Müllplaneten arrangiert haben, doch er fühlt sich zu Höherem berufen. Er träumt von einem Leben in den „oberen Schichten“, den schwebenden Städten hoch über der Planetenoberfläche. Statt seiner Ex-Freundin Toni endlich etwas Untermiete zu
...und seine mehr oder weniger treuen Freunde Toni und Wenzel.
Raus aus dem Müll!
Zu Beginn des Spiels werde ich Zeuge davon, wie mein blindes Huhn endlich doch ein Korn findet. Seine abenteuerliche Shuttle-Konstruktion fällt zwar noch vor dem Start auseinander, trotzdem wird Rufus auf das Deck des angepeilten interplanetaren Raumkreuzers geschleudert. Durch sein Ungeschick entführt er aus Versehen die hübsche „Goal“, bevor er wie gehabt auf der Planetenoberfläche aufschlägt. Sie befand sich in der Gewalt der Organon: Viel ist über diese „Amtmänner“ mit mechanischen Bärten nicht bekannt, denn sie schotten die Deponier mit eiserner Hand von der der Außenwelt ab. Ihre humorlose Art erinnert ein wenig an die Vogonen aus Per Anhalter durch die Galaxis. Um das Herz der versehentlich befreiten Schönheit zu erobern, versucht Rufus, sie in ihre Heimat zurückzubringen. Da Goals Ehemann aus der Oberwelt ihm aber zum Verwechseln ähnlich sieht, fällt der Startschuss zu einer Verfolgungsjagd mit vielen Verwechslungen.
Während seine Angebetete noch im Koma liegt, erforsche ich also in der Rolle von Rufus im
Im langen ersten Kapitel erforscht man erst einmal gemütlich den Schrottplaneten.
Größerer Schwerpunkt aufs Visuelle
Allgemein ist der Humor diesmal mehr auf Slapstick ausgerichtet. Die Gags stammen wieder aus der Feder von Müller-Michaelis, doch diesmal haben sich auch die Zeichner mehr ins Zeug gelegt: Statt minimalistischen Bewegungen im Retro-Stil gibt es jetzt deutlich mehr Animationen zu sehen – z.B. wenn ein Briefkasten beim Abschrauben schwungvoll in der Luft rotiert. So detailreich und verschnörkelt wie in The Whispered World wird es zwar nicht, trotzdem bietet der über und über mit Schrott bedeckte Planet ein ansehnliches
Dort wimmelt es von skurrilen Charakteren wie diesem Arzt, Feuerwehrmann und Polizist in Personalunuion. Davor liegt Rufus' abgestürzte Flamme im Koma.
Ähnlich wie in Harveys Neue Augen muss nach Rufus‘ Absturz zunächst einmal ein relativ großes Anfangs-Areal erkundet werden. Zu Beginn sind die Rätsel noch einfach und linear gehalten, was sich später aber ändern soll. Positiv fallen wieder die geschickt in Dialogen platzierten Hinweise auf. Daedalic verzichtet auf Hilfe-Funktionen, doch nach ein paar Gesprächen und Inventar-Experimenten kam ich bisher immer auf die Lösung. Nur beim Kalibrieren einer Harpune auf einem ausgelagerten Bildschirm hatte ich Probleme – diese eingestreuten Minispiele lassen sich aber wieder überspringen. Ein netter Kniff ist den Entwicklern bei der Steuerung eingefallen: Mit einem Dreh des Mausrads lässt sich das mittelgroße Inventar ruck-zuck öffnen und schließen. Wer möchte, kann komplett ohne Tastatur zocken, es funktioniert aber auch mit.
Ausblick
Ersteindruck: gut
Kommentare
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arillo schrieb:
[...]Ach, hatte ich ganz vergessen: außerdem bin ich zu dum für Adventures. Was, "dum"?. Ja, dum! ] Das hat nix mit Inderligenz oder Dumheit zutun. Adventure verlangen eine andere Art Denken als andere Spiele oder gar andere Medien. Ich [...] arillo schrieb:
[...]Ach, hatte ich ganz vergessen: außerdem bin ich zu dum für Adventures. Was, "dum"?. Ja, dum! ] Das hat nix mit Inderligenz oder Dumheit zutun. Adventure verlangen eine andere Art Denken als andere Spiele oder gar andere Medien. Ich hab verglichen mit anderen Genre Adventure nur selten gespielt und hier ist der Anfang wirklich schwer. Mit zunehmender Zahl abgeschlossener Spiele wirds aber einfacher. Ich würde dir bei Bedarf raten einfach mal mit Adventuren anzufangen, die in den Tests als zu einfach kritisiert werden - zB Sam&Max, Machinarium, Whispered World. Und wenn man mal wirklich nicht weiter kommt, sollte man seinen Stolz auch überwinden und in der Lösung nachgucken. Zwar fehlt dann das Erfolgserlebins, aber man kann sich die Lösung merken - vielleicht stößt du in Zukunft mal auf ein ähnliches Rätsel, das du dann leichter lösen kannst. Und wenn du nicht auf Adventure stehst ... naja, es gibt ja auch noch genug andere Genre. -
Auf Deponia freu ich mich schon aber noch mehr auf Satinavs Ketten, dem DSA Adventure. Das sieht total stimmungsvoll aus. ^^Ansonsten fand ich die Myst- Serie immer genial von Teil 1 weg. Konnte da immer total drin versinken. Aber Uru hab ich noch nie gespielt, obwohl ich es hier habe. Muss ich [...] Auf Deponia freu ich mich schon aber noch mehr auf Satinavs Ketten, dem DSA Adventure. Das sieht total stimmungsvoll aus. ^^Ansonsten fand ich die Myst- Serie immer genial von Teil 1 weg. Konnte da immer total drin versinken. Aber Uru hab ich noch nie gespielt, obwohl ich es hier habe. Muss ich auch endlich mal nachholen. crewmate schrieb:
Mit dem PC hatte ich insgesamt abgeschlossen. Zum Glück wurden die meisten Adventures auch auf DS und Wii umgesetzt. Das ist leider so überhaupt gar nicht wahr...wie kommst du darauf? Auf Wii und DS gibt es ein paar sehr gute Exklusives und ne handvoll Umsetzungen aber das ist nur ein Bruchteil des Angebots. Selbst einige der angekündigten Daedalic Umsetzungen sind doch am Ende nie erschienen. -
Ah sehr schön. Das kann nur genial werden. Die ersten Bilder sehen doch schonmal sehr schön aus. Man fühlt sich direkt in die Welt hineingesogen.