Stolen - Vorschau, Action, PC, PlayStation 2, GameCube, Xbox - 4Players.de

4Players.de Das Spielemagazin. Kritisch. Ehrlich. Aktuell. 4Players.de Das Spielemagazin. Kritisch. Ehrlich. Aktuell.

Um dieses Feature zu nutzen, musst du
"4Players pur" nutzen:

Du hast schon einen pur-Account? Dann logge dich ein!
Noch kein pur-Nutzer? 4Players pur – Zahl, was du willst!

Hinweis schließen.


Stealth-Action
Entwickler: Blue 52
Publisher: Flashpoint
Release:
kein Termin
18.09.2006
04.04.2005
11.04.2005
Spielinfo Bilder Videos
Sam Fisher, Solid Snake, Sly Cooper, Langfinger Garret - warum sind die Meister der Stealth-Action eigentlich alle männlich? Diese Frage hat sich vermutlich auch das Londoner Team von blue52 gestellt und endlich etwas weibliche Farbe ins Spiel gebracht: In Stolen schlüpft ihr in den hautengen Diebesanzug von Anya Romanov. Wir haben die clevere Lady auf ihrem akrobatischen Bruch begleitet.

Funkelnde Metropole

Was gibt es Schöneres als einen engen Lüftungsschacht? Was ist erfrischender als eine Kletterpartie mehrere hundert Fuß über dem Asphalt? Was ist süßer als ein langer Schatten, auf dem man zu glitzernden Kleinoden tänzeln kann? Wer jetzt
Knackige Zwischensequenzen weben die Storyfäden. Ob die stramm sitzen, klären wir im Test. Video: Intro-Movie (Laufzeit: 1:22 min)
verächtlich den Kopf schüttelt, sollte einen großen Bogen um Stolen machen. Denn hier geht es um klassische Infiltrationskunst alter Schule: Stealth-Action in Schulterperspektive. All das, was Thief, Splinter Cell und Metal Gear Solid zelebrieren. Das ist euer Ding? Dann solltet ihr weiterlesen.

Die britischen Entwickler von blue52 servieren ein erfrischend schattiges Langfingerabenteuer: düstere Gänge, flackerndes Licht und pechschwarze Nischen laden zum Verstecken ein.  Allerdings schicken sie euch weder ins Mittelalter noch in einen Agenten-Krieg, sondern in eine fiktive amerikanische Metropole. Hier geben sich Korruption und Kriminalität die zwielichtige Klinke in die Hand, während im Hintergrund so kräftig an den politischen Strippen der Macht gezogen wird, dass die ganze Stadt in einem Fiasko zu zerreißen droht. Das erinnert an die Machenschaften der Thief-Reihe? Stimmt. Auch die kleinen Zusatzschätze, die man überall abseits der Hauptaufträge abgriefen kann, erinnern an Garrets leise Touren. Kann es ähnlich fesseln? Abwarten. Im Test werden wir dem Plot und der Dramaturgie auf den Zahn fühlen. Bisher hinterließen Zwischensequenzen und Dialoge jedoch einen guten Eindruck.

Sams Schwester?

Vom drohenden Unheil ahnt die Hightech-Diebin Anya noch nichts. Warum auch? In den Nachrichten läuft der übliche Wahlkampfbrei und ihr Freund Louis hat gerade wieder einen lukrativen Job parat: Sie soll ins Metropolitan Art Museum eindringen, in dem gerade die Schätze der Samurai ausgestellt werden - Fotos schießen, Artefakte rauben, hört sich gut an! Also hangelt, klettert, schleicht und rollt sich Anya in die Nähe der Kunstschätze, während Louis ihr Anweisungen von der Zentrale gibt. Anya bewegt sich elegant wie eine geschmeidige Katze, die Steuerung funktioniert bis auf einige Perspektivzicken einwandfrei; die Kamera kann man manuell mit dem rechten Analogstick nachjustieren oder auf Knopfdruck in Position bringen. Trotzdem vermisst man während einiger Kletterpartien noch die deutliche Rückansicht.

Wir konnten zwar noch keinen Blick auf die PC-, aber dafür intensive auf die frühen PS2- und Xbox-Fassungen werfen, die zwar noch an deutlichen Rucklern krankten, aber eine überzeugende Kulisse präsentierten. Die Diebin sieht zwar im Textur- und Animationsdetail nicht ganz so gut aus wie der aktuelle Sam Fisher oder der Persische Prinz, kann aber in Sachen Akrobatik und Bewegung mithalten: Neben an der Wand gepresstem Schleichen, Hangeln an Abgründen und gewagten Sprüngen beherrscht sie nicht nur coole Wandläufe, sondern auch Griffe: Wenn sie sich leise an Wachen heranschleicht, kann sie eine Würgetechnik ansetzen, um mit ihnen zu gehen oder sie schnell ausschalten. Danach sollte man die Opfer allerdings ähnlich wie in Splinter Cell in geschützte Bereiche ziehen.

Immer an der Wand lang: Anya beherrscht alle guten Schleichtugenden. Sam Fisher lässt grüßen.
Hightech & Argusaugen


Auch sonst zeigt Stolen alle Tugenden des Genres, denn Anya hat hilfreiches Hightech-Gerät im Gepäck: Mit Trackern markiert sie Wachen bzw. Kameras, um ihre Routen bzw. Radien auf der Minikarte zu sehen; mit elektrischen Wurfpfeilen schaltet sie Geräte, Lampen oder Menschen aus und mit dem Schallstrahler lenkt sie die Aufmerksamkeit der Wachen auf eine bestimmte Stelle. Und das Knacken der Schlösser gefällt mir hier noch besser als in Splinter Cell, denn ihr müsst innerhalb eines Mechanismus passende Puzzleteile verbinden und diese mit Gefühl in den sensiblen Öffnungsbereich schieben - eine gute Idee.

Ob ihr komplett, halb oder gar nicht verborgen seid, wird von einer dreistufigen Farbskala dokumentiert. Wer zu laut oder klar sichtbar ist, wird von der aufmerksamen KI erwischt. Wir waren überrascht, wie gut sich die Wachen auf ihren Patrouillen präsentieren: Sie rufen nach Verstärkung, suchen gezielt mit vorgehaltener Waffe nach euch und unterhalten sich dabei sehr lebendig. Auch den Weglauftest haben die mit Bravour bestanden: Wer einfach in andere Räume hetzt, wird vorbildlich verfolgt. Erst, wenn man sich eine längere Zeit versteckt, sinken die Alarmstufen. Die KI-Routinen gehörten auf unseren ersten Raubzügen zu den großen Stärken des Spiels.

    
 

AUSBLICK



Eine reizende, akrobatisch veranlagte Heldin aus Großbritannien? War da nicht mal was? Richtig: Lara Croft! Und genau diese Alarmglocken erschallten, als ich mich auf mein Preview-Rendezvous mit Anya einließ. Aber nach einem kritischem Techtelmechtel bin ich positiv überrascht: Ich habe mit einem Splinter Cell- oder Thief-Abklatsch gerechnet, doch Stolen zeigt einige delikate Stealth-Action-Leckerbissen, die von der Akrobatik über die Gadgets bis hin zur klasse KI reichen. Es macht richtig Spaß, wie eine Katze durch die Flure zu tänzeln. Zwar lässt einen die Kamera manchmal im Stich und die Kulisse kann trotz glaubwürdiger Architektur nicht mit den ganz Großen mithalten, aber ich freue mich schon auf die Testfassung. Wenn sich die noch ruckelfrei und spannend erzählt präsentiert, gibt es nach dem Tomb Raider-Desaster vielleicht doch wieder eine Spielspaß-Lady made in England? Die Chancen stehen nicht schlecht, mein Ersteindruck ist ein guter. Vor allem, weil viele Details angenehm an die Thief-Reihe erinnern.


Vergleichbare Spiele

Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Thema!
schrieb am

Facebook

Google+