Test: Final Fantasy 3

04.05.2007, Autor: Paul Kautz

Rollenspiel für Nintendo DS




Vor 17 Jahren: Die DDR gibt's nicht mehr, der erste Präsident Bush tobt sich im Irak aus, Matthias Reim schlagert sich mit »Verdammt, ich lieb' dich« in die Herzen aller einsamen Dauerwellenträgerinnen, und 16-Bit-Konsolen sind noch nicht so richtig in die Puschen gekommen - acht Bits beherrschen den Videospielemarkt! Während die eine Hälfte der Welt mit Super Mario Bros. 3 das NES zum Kochen bringt, erscheint in Japan, und nur dort, ein Maßstäbe setzendes Rollenspiel: Final Fantasy 3. Das endlich, nach allerlei Hickhack, in einer runderneuerten Fassung DS-Ufer betritt!


Video: Final Fantasy 3, Steam-Launch-Trailer



Die Segnungen der Neuzeit

Es gibt Momente im Leben eines Spieletesters, in denen möchte man am liebsten wie Romy Schneider die Hände ans Herz und den Kopf ein wenig schief legen, milde lächeln und Dinge wie »Mei, isch des schee!« seufzen - so oder zumindest so ähnlich geschehen bei Testsubjekt Paul K., der das brandneue Renderintro zu Final Fantasy 3 (FF3) erblickt: Mei, isch des schee! Qualitativ auf gewohnt hohem Squeenix-Niveau, komprimierungsbedingt vielleicht etwas krümelig, aber toll geschnitten, toll animiert und mit großartiger Musik unterlegt - wie der Rest des Spiels auch, aber weniger erwartet man auch nicht aus der Feder von Altmeister Nobuo Uematsu.

Fans von typisch japanischen Knuddelaugen-auf-großen-Köpfen-Helden werden diesen Seufzer übrigens noch weitaus öfter ausstoßen: Die niedlichen, puppenhaften Figuren sind putzig designt und ebenso animiert, alles ist irgendwie knuddelig - seit den Dreipixelhochs der NES-Zeit hat sich nachweislich einiges getan! Das ganze Spiel ist jetzt komplett in 3D; jeder Dungeon, jedes Monster besteht aus texturierten Polygonen, die flott über die beiden Bildschirme geschaufelt werden: Tummelt ihr euch auf der Landkarte, lauft, schwimmt, fliegt oder Chocobo-reitet ihr auf dem unteren Screen, während oben eine Übersichtskarte die bereits entdeckten Ortschaften abbildet. Innerhalb von Dungeons oder Städten bleibt der obere Schirm schwarz, bis man das Menü aufruft, das dann nach unten rückt. Alles stilvoll, alles schön - und bei Kämpfen von ansehnlichen Effekten umrahmt.

Die Flüche der Altzeit

Wer sich in der letzten Dekade auch nur ansatzweise für Rollenspiele interessiert hat, dürfte mit dem FF-Spielsystem vertraut sein - der Vollständigkeit halber gehen wir trotzdem darauf ein, zumal einige Überraschungen warten: Die erste betrifft das Kampfsystem, welches hier noch komplett rundenbasiert abläuft - keine ATB-Echtzeithektik (Active Time Battle), die kam erst mit dem vierten Teil ins Spiel. Während ihr über die Oberwelt lauft, geratet ihr immer wieder in die polarisierenden Zufallskämpfe, in denen ihr in aller Ruhe eure Taktik planen könnt: Greift ihr mit Waffen oder Magie an? Muss jemand geheilt werden? Ist der Einsatz eines Items sinnvoller? Oder lieber eine Spezialattacke? Habt ihr eure Wahl abgeschlossen geht's mit der selbständig ablaufenden Action los: Ihr greift an, der Gegner greift an; ist die Runde beendet, geht der Spaß so lange weiter, bis entweder der Feind oder eure Party besiegt ist. Neuerdings dürft ihr in beiden Händen Waffen tragen, die auch separat geschwungen werden. Resultat: mehrfache Treffer. Für gewonnene Scharmützel gibt's Geld, Erfahrungspunkte sowie nützliche Items, die ihr entweder selbst einsetzen oder damit Handel betreiben dürft.


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