"Wir haben uns verkalkuliert..."
Tom Chilton ist Game Director von World of WarCraft bei Blizzard.
Ob sich Blizzard bei der Überarbeitung der alten Gebiete übernommen bzw. die notwendige Zeit für die Renovierung der östlichen Königreiche und Kalimdor nicht richtig eingeschätzt hat, war meine erste Frage an Game Director Tom Chilton. Er entgegnete, dass sie (Blizzard) sich in der Tat verkalkuliert hätten und nicht absehen konnten, dass die Überarbeitung so viel Zeit in Anspruch nehmen würde, gerade weil sie die alte Welt nicht nur oberflächlich erneuern, sondern ausführlich verbessern wollten. Das Design und die Qualität der neuen Quests (teilweise mit Phasing-Technologie) und die Umgestaltung der bekannten Areale sollen dem Nordend-Inhalten (Wrath of the Lich King) in nichts nachstehen und diese stellenweise übertrumpfen.
Verändert wurden u.a. Landschaften, Quests, Städte, Story-Hintergründe, Stufen-Voraussetzungen, Level-Up-Wege, Dungeons, etc. Ferner wollten die Entwickler keine halbherzigen Aktualisierungen vornehmen oder Baustellen zurücklassen, damit sie die Welt später noch einmal generalüberholen dürfen. Das große Ganze sollte einmal, dafür aber richtig überarbeitet werden und ja: Sie hatten sich allerdings verschätzt, wie komplex die Überarbeitung vor dem Hintergrund des eigenen Qualitätsanspruches sein würde.
Alte Welt als Magnet für Neulinge
Welchen Vorteil hat die Überarbeitung der alten Welt allerdings für High-Level-Spieler? Chilton meinte, dass die neuen Quests verlockend wirken könnten und dass der Erkundungsreiz in Verbindung mit den Flugreittieren in Azeroth zunehmen würde. Genügend neue Gebiete für hochstufige Charaktere sollen außerdem zur Verfügung stehen: Berg Hyjal, Vashj'ir, Tiefenheim, Uldum, Zwielichthochland und Tol'Barad.
Er betonte, dass die Überarbeitung auch veranlasst wurde, um neue Spieler anzusprechen, die womöglich durch das veraltete Questdesign, langweilige Aufgaben, lange Laufwege, wenig Interaktion/Leben und die "alte Technik" abgeschreckt wurden, denn die bisherigen Quests in Azeroth (aus der Vanilla WoW-Zeit) sind über fünf Jahre alt.
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| Kataklysmische Auswirkungen: An dieser Stelle war einmal der Park in Sturmwind. Erwähnenswert ist auch der neue Wasser-Shader für die verbesserten Grafikeffekte des flüssigen Elements. |
Zu große Pause zwischen Eiskronenzitadelle und Cataclysm
Auf die Frage, ob es geplant war, dass sich die derzeitigen Spieler seit über einem halben Jahr in dem gleichen High-Level-Content (Eiskronenzitadelle und das neue kleine Rubinsanktum) herumtreiben würden, merkte Chilton an, dass dies in der Form nicht vorgesehen war (Anm. d. Redaktion: Schließlich haben sie sich mit Cataclysm leicht verkalkuliert). Er hält dennoch die zur Verfügung stehenden Inhalte für angemessen, auch wenn die Zeit zwischen der Eiskronenzitadelle und Cataclysm möglicherweise zu groß sei. Trotzdem wollen sie keine eiligen Überbrückungsinhalte nachschieben.
Pfad der Titanen nicht begraben
Da die Talentbäume mitten in der Betaphase komplett über den Haufen geworfen und "entschlackt" wurden, konnte ich mir die Frage nicht verkneifen, ob nicht wieder genügend Freiraum für den jüngst gestrichenen "Pfad der Titanen" sei (wir berichteten). Daraufhin meinte Tom Chilton, dass dies in Cataclysm höchstwahrscheinlich nicht passieren wird. Das grundlegende System sei allerdings nicht endgültig begraben.



