Counter-Strike - Special, Shooter, PC - 4Players.de

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Arcade-Shooter
Entwickler: VALVe
Release:
kein Termin
Spielinfo Bilder Videos

Was wurde von der Reform der EAS nicht alles erwartet. Es sollte besser werden, es sollte strukturierter werden – kurz, es sollte professioneller werden als jemals zuvor. Hat es die Szene geschafft, diesem Anspruch zu genügen?



Die Reform im April diesen Jahres sollte mehr Spielspaß in den unteren Ligen und mehr Professionalität in der ersten Division der EAS schaffen. Mit einem straffen Zeitplan und einem engeren Regelkorsett wurden die Weichen für die 16 Teilnehmer der neuen Saison in Richtung einer Art zweiten Bundesliga gestellt. Doch jetzt, schon kurz nach dem Start, klaffen Anspuch und Wirklichkeit weit auseinander.

Mit dem Team Gameservers4U verabschiedet sich der erste Teilnehmer aus der noch jungen Saison. Gründe dafür waren, so die ersten Berichte dazu, interne Streitigkeiten nach drei verlorenen Spielen und einem Remis. Allem Anschein nach verließen deshalb zwei Spieler, nämlich Bastian "luc1ano" Wegge (bekannt aus dem myRuSh-Desaster der EPS XII) und Fabian "Grow" Hattermann das Team, was wegen des bereits erschöpften Wechselkontingentes nicht ausgeglichen werden konnte.

Die immer wieder herbeigeschriene und beschworene Professionalität des eSports existiert einmal mehr nur als blose Worthülse oder als Seifenblase im Kopf eines weltfremden Träumers. In jeder Saison der EPS oder EAS das Gleiche. Ein Team oder auch mehrere scheitern an den eigenen Ansprüchen und den spielerischen Fähigkeiten der Gegner. Darauf folgen Spielerwechsel, Spieleraustritte, böses Blut und im Anschluss wird jammernd und klagend der Weg aus der Liga in Richtung großes Vergessen gegangen.

Wie gerne würden wir Zuschauer es sehen, wenn ein solches Team sich aufrappelt und nach vielen Niederlagen, zur Überraschung aller, einen Sieg einfährt. Von Herzen würden wir es den Spielern und den Anhängern des Clans gönnen. Statt dessen fällt der Blick auf ein zerstrittenes Jammertal.

Ärgerlich ist das natürlich auch für die Ligenbetreiber. Diese versuchen mit viel Aufwand und in Zusammenarbeit mit den Szeneseiten ein für Spieler und Zuschauer gleichermaßen attraktives, kompetentes und angenehmes Umfeld zu schaffen, um den eSport aus seinem Kellerkind- und Spielzimmer-Ambiente in die Richtung des ernsthaft betriebenen Sports zu schieben. Ein eher kleinkindartiges "Ich-gewinne-nicht-also-spiele-ich-nicht-mehr-mit-Verhalten" wirkt da wie die nette Fischerdame aus der Fishermans-Friend Werbung, die einem mit Anlauf einen halben Meter Fisch um die Ohren drischt.

Umgekehrt ist die Erwartungshaltung mancher der ambitionierten, noch nicht ganz oder niemals semi-professionellen Teams des Öfteren ein Anlass zum Kopfschütteln. Da soll die Teilnahme an der Liga am besten umsonst sein und viel Geld bringen. Regeln zur Mitgliedschaft oder die Aufforderung zu Pre- und Aftermatch-Statements sieht man als reine Schikane. Der Sponsor soll ohne mit der Wimper zu zucken das Team rund um die Welt schicken und die Szene-Presse in Demut eine Audienz erwarten aber keine frechen Fragen stellen.

Das eigene Engagement, der für den Erfolg unabdingbare Zeit- und Arbeitsaufwand, alte Tugenden wie Verlässlichkeit, Pünktlichkeit und Leistungsbereitschaft lässt man lieber unter den Teppich fallen. Man hat ja schliesslich noch ein reales Leben und da muss es reichen, wenn man einmal in der Woche als Zeichen des guten Willens die Maus schwingt. Ist der Fragesteller nun so unverschämt und bringt die Sprache auf diese Punkte, wird er im harmlosesten Falle als ahnungsloser, weltfremder Trottel dargestellt. Im schlimmsten Fall greift der erboste und zu Unrecht angegangene "Shooter - Profi" in die Toilettenschüssel des Szene-Jargons und wirft mit dem Gefundenen um sich.

Von der Management-Seite dieser Hoffnungsträger schallt das Klagelied des minimalen Budgets und der fehlenden Sponsoren über alle bestehenden Probleme hinweg. Betrachtet man es aber aus der Sicht der potentiellen Geldgeber, wird einem schnell klar, dass es für diese sogar mehr Sinn machen würde in den US-Hypothekenmarkt zu investieren. Präsentiert wird der Sponsor von seinen "Schützlingen" mit einem Werbebanner auf einer von täglich fünf Leuten besuchten Homepage. Ein Kontakt zur Communitypresse wird eher vermieden als gesucht und ehe er sich versieht löst sich das von ihm geförderte Team, wie seine getätigte Investition, in Luft auf.

Ist die deutsche Counter-Strike-Szene tatsächlich so professionell wie sie sich gerne sehen würde? Von wenigen Ausnahmen abgesehen, muss man dies leider verneinen.

 Jörg

                            

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