Counter-Strike - Special, Shooter, PC - 4Players.de

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Arcade-Shooter
Entwickler: VALVe
Release:
kein Termin
Spielinfo Bilder Videos

Stirbt Counter-Strike? Wir stellen die Frage nicht gerne, aber sie ist berechtigt. Mit der NGL ONE und der Gamestar Clanliga haben sich in Deutschland zwei bekannte Ligen von Counter-Strike im Spielbetrieb getrennt.



Ist das ein Trend? Ist das der Anfang vom Ende des beliebten Taktik-Shooters? Kann eSport ohne Counter-Strike überhaupt bestehen? Wie steht die Electronic Sports League als größte Liga in Deutschland dazu? Was CS-Fans im deutschen eSport erwartet, wollten wir zusammen mit den Vertretern zweier großer deutscher Ligen klären. Michael Haenisch und David Hiltscher in der ersten Ausgabe von Counterstrike.de Unter Acht Augen.

 

Gidon:

Ich würde sagen, wir starten direkt. Uns geht es darum, unseren Lesern die Situation im deutschen eSport transparent zu machen, wie es um CS steht

 

Jörg:

Vor allem, wie die deutschen Ligen selbst die Lage um CS sehen.

 

Gidon:

Da sich ja immer mehr Ligen von CS distanzieren... Die erste Frage geht dann gleich an euch beide: Stirbt Counter-Strike im deutschen eSport langsam aus?

 

David "Affentod" Hiltscher:

Bezogen auf das Profisegment oder Amateure?

 

Jörg:

Bezogen auf Beides.

 

David "Affentod" Hiltscher:

Das Interesse an Counter-Strike ist in Deutschland ungebrochen. Wir veranstalten im Jahr rund 25 Zuschauerevents in Deutschland, bei denen CS 1.6-Matches die Hauptattraktion sind. Zu unseren 20 Intel Friday Night Games kommen im Schnitt rund 1300 Zuschauer. ESL Pro Series Finals ziehen über ein Wochenende 4000-5000 Leute an, Messen wie die CeBIT (Intel Extreme Masters) oder die Games Convention (European Nations Championship) noch mal wesentlich mehr. Durch unsere Vor-Ort-Umfragen können wir ganz klar sehen, dass der überwiegende Teil der Besucher aufgrund der Counter-Strike-Matches kommt. In Counter-Strike spielen alle namenhaften Clans mit, Großsponsoren aller Art sind aktiv und wir haben echte Stars, die bei Autogrammstunden locker 400 Leute anziehen. Auch im weniger ambitionierten Bereich ist die Beliebtheit von Counter-Strike in der ESL ungebrochen. Zu jeder Tageszeit sind dutzende Gather-Matches offen, und täglich werden rund 900 Ligamatches gespielt.

 

 

Michael "Micha" Haenisch:

Ich denke, dass sich aufgrund der politischen Situation und der damit verbundenen rechtlichen Aspekte viele Veranstalter intensiv darüber Gedanken machen, ob es sich für sie lohnt weiterhin Counter-Strike und anderen Shooter anzubieten. Bei neueren Titeln besteht meist ein größeres finanzielles Interesse seitens der Publisher, die hier gemeinsam mit Hardwareherstellern das eine oder andere Spiel finanziell unterstützen. Bei älteren Titeln ist das eher nicht der Fall.

Meiner Erfahrung nach gibt es inzwischen mehr Sponsoren, die sich für den eSport interessieren, gleichzeitig aber weniger Sponsoren, die unmittelbar mit der Unterstützung von Counter-Strike in Verbindung gebracht werden möchten.

Die Situation wie sich Counter-Strike in den nächsten Jahren als eSport-Titel halten wird, liegt aber auch an der Finanzierung der Ligen. Wer keine Preisgelder bietet, braucht sich darum weniger Gedanken zu machen. Ebenso kann eine Liga, die sich über die Teilnehmer finanziert an einem Titel wie Counter-Strike länger festhalten ohne hierbei auf besondere Sponsoreninteressen eingehen zu müssen. Hier kann das Einkommen über die Spieler ausreichen, dass man den Fortbestand eines solche Ligatitels auch wirtschaftlich vertreten kann.

Aus Spielersicht ist das Interesse an Counter-Strike sicherlich ungebrochen und wird sich auch durch die Entscheidung einiger Ligen nicht so schnell wenden.

 

David "Affentod" Hiltscher:

Natürlich ist das auch eine finanzielle Frage. Ich kann dir sicher zustimmen, dass es Sponsoren gibt, die kein Interesse an Counter-Strike oder ähnlichem haben, aber das Problem hast du sogar bei Warcraft. Es gibt aber genug Sponsoren, insbesondere im Hardwaresektor, die kein Problem mit der Verbindung haben. Die interessiert die Hardcore-Zielgruppe der eSportler, die Meinungsführer, die "early adopters", und die erreicht man eben am ehesten über Shooter. Und dass Publisher neue Spiele unterstützen ist doch völlig ok, das heißt aber nicht, dass man für andere Spiele keine Sponsoren finden kann.

 

Gidon:

Für uns klingt es manchmal so, als wäre die Angst vor einer Sponsorenpleite präsenter als die Realität. Kann das sein, das Entscheidungen dieser Art von Angst der Ligen getrieben sind?

 

Michael "Micha" Haenisch:

Ich finde es falsch von Angst zu reden, wenn Unternehmen solche Entscheidungen treffen. Gerade in den Diskussionen mit der Community macht man sich nicht beliebt, wenn man über finanziell sinnvolle Entscheidungen eines Unternehmens diskutiert.

Genauso wenig mag man in der Regel über die Situation um das Thema Shooter in Deutschland sprechen. Wenn wir beispielsweise über junge Meinungsführer sprechen, reden wir statistisch auch über Jugendliche, welche die meisten Spiele noch gar nicht konsumieren dürften, aber zu Hause schon in zu jungen Jahren mit USK16 und USK18 Spielen in Berührung kommen.

Jedes Unternehmen muss seine Ausrichtung selbst definieren. Ich denke nicht, dass sich die Situation um Counter-Strike verändert, sondern dass sich die Situation um Shooter verändert.

Vielleicht sollte man das nicht daran festmachen, dass Ligen sich von CS oder anderen Shootern verabschieden. Vielmehr sollte man sich in der Entwicklung anschauen, wie viele Ligen inzwischen ohne Shooter funktionieren und wie sich das Angebot an reinen Sport- und Strategieligen weltweit verändert.

 

 

Jörg:

Welche Probleme hat man mit Shootern? Kommt Reichweite bei den Sponsoren nicht vor Moral?

 

Michael "Micha" Haenisch:

Diese Vorgänge sind sicherlich auch von Sponsoren getrieben. Aber nicht unbedingt, weil Sponsoren ganz konkret sagen, dass sie ein Problem mit Counter-Strike oder Warcraft haben. An dieser Stelle muss man einfach sehen, dass eine Veranstaltung mit USK16 oder USK18 Spielen ganz andere Jugendschutzbestimmungen auferlegt bekommt. Daher ist eher die Frage, ob Sponsoren heute mehr Geld ausgeben, damit Shooter gespielt werden können und gleichzeitig noch mit den damit verbundenen Einschränkungen leben wollen.

Ich gehe hier beispielsweise von den Zusatzkosten auf einer Messe aus. In der Regel finden zu großen Finals Übertragungen statt. Der Effekt einer offenen, in der ganzen Halle mehr oder minder sichtbaren Bühne und Tribüne ist wohl nachvollziehbar anders als ein geschlossener Aufbau. Konkret entstehen hierbei erhebliche zusätzliche Kosten im Bau. Auch ist es wesentlich kostengünstiger einen offenen Spielerbereich zu bauen.

 

David "Affentod" Hiltscher:

Hängt denn ein Counter-Strike Sponsoring allein von einem Messeauftritt ab? Generell kann ich natürlich zustimmen, dass sich Counter-Strike für Messen nur bedingt eignet, auf der Games Convention nimmt daher unsere European Nations Championship in FIFA immer eine ganz wichtige Rolle ein. Aber andererseits wäre die Community auch enttäuscht von uns, wenn wir die zusätzlichen Mühen nicht auf uns nehmen würden, um da auch Counter-Strike zu zeigen.

 

 

                                          

Kommentare

Hulk. schrieb am
Ich würde sagen Nein.
schrieb am

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