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Simon the Sorcerer 5 wurde ebenso unvermutet angekündet wie veröffentlicht. In dem Adventure mit dem seltsamen Untertitel "Wer will schon Kontakt?" dreht sich alles einmal mehr um eine aberwitzige Verschwörung, die die Zauberwelt ins Wanken bringt. Behalten die Aliens die Oberhand oder kann Weltenretter Simon noch mal alles hinbiegen?

Wer will schon Aliens?

Was zaubern Entwickler aus dem Hut, wenn ihnen nichts Neues mehr einfällt? Richtig: Aliens. So ist es auch im fünften Auftritt von Simon the Sorcerer, der vom deutschen Studio Silver Style (Everlight) stammt. 
Dieses Mal wird die Märchenidylle von grünen Aliens heimgesucht, was allerdings besser ist als gedacht.
Der Zauberer muss dieses Mal wenig einfallsreich gegen Außerirdische kämpfen, die mit einer fliegenden Untertasse landen, die aussieht, als wäre sie aus einem Kinderzimmer der 50er-Jahre geklaut. Eigentlich wollte Simon mal eine ruhige Kugel schieben mit Glotze, Pizza und Freundin Alix. Doch just dann wird seine Holde mit dem Puppengesicht, Dirndl und "Holz vor der Hüttn" entführt - für den Magier mit dem Schlapphut hat der Spaß plötzlich ein Loch. Außerirdische stecken wohl dahinter und Simon muss sie nun retten.

Doch erst einmal muss er aus seinem Zimmer raus, denn die wilden Alienkrieger blockieren die einzige Tür zum Zaubershop. Der Spieler muss Simon aktiv unter die Arme greifen, damit der den Fieslingen entkommt, die eher so aussehen, als wären es grüngesichtige Orks mit Laserknarren. Man schaut sich um und findet ein paar Zauberutensilien wie Pulver zur Besänftigung, einen ausfahrbaren Zauberstab und einen magischen Bolzenschneider. Da müsste sich doch was machen lassen, da außerdem noch ein gefürchtetes Killerkaninchen im Raum weilt. Zum Glück im Käfig eingesperrt, aber man könnte es ja auf die Marsmännchen hetzen. Simon schafft es schließlich knapp zu entkommen, doch draußen warten noch mehr Aliens auf ihn.

Märchenland retten

Kein Wunder - die Aliens veranstalten eine Invasion des Märchenlandes, denen die verschreckte Bevölkerung wenig
Manch ein Klischee wird durch den Kakao gezogen. Der böse Wolf ist Trinker und Polly eine Blechbüchse.
entgegenzusetzen hat. Die meisten Leute sind ebenso geflüchtet wie fast die ganze Stadtwache und nun ist es an Simon und ein paar Lebensmüden, sein idyllisches Städtchen vor dem Untergang zu bewahren. Das ist aber noch nicht alles, denn es steckt mal wieder mehr dahinter. Es entspinnt sich eine krude Story, die wie fast üblich bei Comic-Adventures kaum mehr als eine notdürftige Verklammerung ist. Die typische Verschwörung eben, wo irgendwelche Dunkelmänner Böses im Schilde führen. Topgeheime Maulwürfe kommen darin ebenso vor wie nervige Sumpflinge oder Piraten mit Psychoknacks.

Als Spieler kann es einem fast egal sein, was gespielt wird, denn durchrätseln muss man sich ohnehin, wenn man ans Ende will. Über die fünf nicht zu lang geratenen Kapitel landet man auch auf einer Pirateninsel, unter der Erde oder im Weltall, so dass zumindest bei den Schauplätzen für Abwechslung gesorgt ist. Allerdings fragt man sich schon, was die Teile außer der dünnen Story miteinander verbindet. Es wirkt fast so, als hätte man einfach alle coolen Orte zusammen geschustert, die einem eingefallen sind. Die Stadt aus Teil vier, die sonnenüberflutete Insel aus So Blonde und die Alienstation aus einem C-Movie der Schwarz Weiß-Ära. Immerhin erinnern die Akteure wie Rotkäppchen oder der gestiefelte Kater entfernt ans Märchenreich, auch wenn deren Auftritte kurz sind.

Konservative Rätsel

Rätseltechnisch gibt es Hausmannskost, denn fast alles besteht aus klassischen Inventaraufgaben, wobei man auch mal den Mund aufmachen muss. Innovationen gibt es hier ebenso wenig wie Actionpassagen, die Hardcore-Abenteuer fürchten
Was muss man anstellen, um den toten Erfinder zu reanimieren? Immerhin ist hier klar, dass man es tun soll.  
könnten. Immer wieder gilt es verschiedene Gegenstände, die zu finden dank der zuschaltbaren Hot-Spot-Anzeige auch für bequeme Naturen kein Problem darstellt. Die packt Simon traditionell in seinen Hut, wo ganz schön was reinpasst. Eine Weile muss er sogar ohne auskommen, als ihm das Faschingsutensil abhanden kommt. Der Spieler muss mal Kaffee kochen, obwohl man keine Zutaten hat; man muss sie erst finden und bearbeiten. Leider muss man dafür immer wieder an bereits bekannte Orte zurückkehren und sich mit allen unterhalten, da sich erst nachher was ergeben kann. Das ist schon einige Laufarbeit, da es keine Schnellreisefunktion gibt.

Manches Puzzle ist reine Probierarbeit, wenn man mal wieder alle Gegenstände im Inventar mit allen möglichen Einsatzorten und dann noch miteinander durchprobiert. Irgendwas wird schon gehen. Das ist leider immer dann nötig, wenn's mal unlogisch wird. Etwa wenn mal eine Krabbe geschminkt werden muss, um einen Krabbenmann zu bezirzen. Wer soll ohne Spielhilfe auf solche Sachen kommen? Zum Glück gibt's bei den meisten wichtigen Aufgaben vage Hinweise im Spiel selbst, etwa wenn von einem "weitgehend" Toten die Rede ist, denn man dann wieder beleben muss. Ansonsten hilft nur die Komplettlösung weiter, die nicht beiliegt.
                    

Kommentare

  • Ihr scheint ja bisher nicht viele Adventures gespielt zu haben. Viel hin und her laufen als negativen Punkt, ja ne is klar. Schaut euch mal die Spiele Monkey Island 1&2 sowie Simon 1&2 an, da werdet ihr feststellen, dass ihr dort noch viel mehr herumlaufen müsst. Und was die Synchro  [...] Ihr scheint ja bisher nicht viele Adventures gespielt zu haben. Viel hin und her laufen als negativen Punkt, ja ne is klar. Schaut euch mal die Spiele Monkey Island 1&2 sowie Simon 1&2 an, da werdet ihr feststellen, dass ihr dort noch viel mehr herumlaufen müsst. Und was die Synchro anbelangt ist sie gar nicht mal so schlecht, spielt doch mal bitte Simon 1 und 2 dann reden wir weiter, früher hat man sich mit noch viel weniger zufrieden gegeben und hohe Wertungen gezückt, die Jugend von heute echt. Viel nerviger ist es, wenn man ständig den Text lesen muss, wenn es keine Synchro gibt. Aktuelles Beispiel das Spiel GTA 4, welches mir gar nicht gefällt.
  • Stimmt schon witzig,spritzig und gut gelungen. Aber mit einer so dermassen kurzen Spieldauer bleibt ein fader Beigeschmack. Ich emphele warten bis es billiger wird und dann 7 Stunden in die Welt von Simon eintauchen. Länger braucht sicher keiner. :wink:
  • Hi Suppression, seltsam - Simon fand ich stimmlich noch recht erträglich. Ist ja dieselbe wie beim letzten Teil. Auch Rotkäppchen passt mit seiner frechen Schnauze, auch wenn sich daran wieder mal die Geister scheiden dürften. Da kommen aber später noch Stimmen, die eher der Telefonansage von  [...] Hi Suppression, seltsam - Simon fand ich stimmlich noch recht erträglich. Ist ja dieselbe wie beim letzten Teil. Auch Rotkäppchen passt mit seiner frechen Schnauze, auch wenn sich daran wieder mal die Geister scheiden dürften. Da kommen aber später noch Stimmen, die eher der Telefonansage von Bottrop entstammen als den Kehlen von guten Sprechern.;-) Gruß, 4P|Bodo Ich weiß nicht, ich kann den Sprecher einfach überhaupt nicht ausstehen, ich verstehe gar nicht, warum der doch relativ häufig verwendet wird (das ist glaube ich auch der gleiche, der beispielsweise Daxter synchronisiert), aber das ist wohl Geschmackssache. Und wenn die Stimmen später schlimmer werden, freue ich mich umso mehr, mir das Spiel nicht geholt zu haben ;).

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