Fussball Manager 11
USK: frei

Test: Fussball Manager 11

So testet 4Players
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Autor:
Mathias Oertel

In der langjährigen Geschichte von EAs Fussball Manager ist es noch nie vorgekommen, dass für das Cover jemand verpflichtet wurde, der schon einmal das Titelbild zierte. Doch zum zehnten Geburtstag der Reihe wollte man sich diesen Luxus gönnen und wurde sich erneut mit Felix Magath einig. Doch der erfolgsverwöhnte Trainer hat dieses Jahr mit überraschenden Sorgen zu kämpfen. Ein schlechtes Omen?

Wundertüte Fußballplatz

Wer hätte das gedacht? Der FC Bayern München dümpelt im Niemandsland der Tabelle. Der Vizemeister des Vorjahres unter der Leitung von Magath kämpft (noch) gegen den Abstieg. Die Tabellenspitze wird von den jungen Wilden aus Dortmund und Mainz nach Belieben regiert, doch im Pokal sehen diese zwei Teams wie so viele andere Bundesligisten keine Schnitte. Sport ist so herrlich unberechenbar. Das macht ihn nicht nur derart spannend, sondern regt auch zwischen den Fans immer wieder zu heißen Diskussionen an.

An der Oberfläche haben sich im diesjährigen Fussball Manager nur Kleinigkeiten verändert.
Seit nunmehr zehn Jahren versucht man bei Electronic Arts Bright Future-Studio unter der Leitung von Gerald Köhler diese Emotionen, diese Unberechenbarkeit in Formeln zu fassen und in Form des Fussball Managers (FM) auf den Bildschirm zu bringen - und das zumeist erfolgreich. Nachdem Mechaniken, Benutzerführung, Umfang usw. in den letzten Jahren optimiert wurden und schließlich sogar ein Quickplay-Online-Modus hinzugefügt wurde, fragt man sich natürlich, wo man in diesem Jahr ansetzen will, ohne eine komplette Kehrtwendung zu vollziehen? Zumal man hierzulande wegen Lizenzgerangel die Konkurrenz aus dem Hause Sports Interactive offiziell nicht fürchten muss und man daher Gefahr laufen könnte, sich nur mit dem Nötigsten zu begnügen. Im Mutterland des Fußballs sieht das schon anders aus: Dort liefern sich die beiden Manager ein heißes Duell. Zur Erinnerung: Letztes Jahr lagen der Fussball Manager 10 (EA) und der Football Manager 2010 (Sega) gleichauf - beide konnten sich einen Goldaward mit jeweils 87% sichern.

Fußball - immer nur Fußball

Trotzdem kämpft man immer wieder gegen das Update-Gespenst. Und bislang konnte man es immer erfolgreich aufhalten. Um es vorweg zu nehmen: Das gelingt auch mit der Ausgabe 2010, ääh 2011, also 11 - ja wie denn jetzt?
Veteranen wird diese Verwirrung, welcher Titel denn jetzt läuft, abseits des Einstiegsbildschirms häufiger begegnen. Angefangen von der Benutzerführung, die auf dem fußt, was im Vorgänger samt Updates eingebaut wurde, zahlreichen Optionen an der Oberfläche des Manager-Alltags bis hin zum Textmodus schleicht sich mitunter das ungute Gefühl an, dass EA ein Update zum Vollpreis verkaufen will.

Und dann entdeckt man sie doch: Die Änderungen, die das Spielerlebnis vertiefen oder vereinfachen - je nach Bedürfnis. Da wäre z.B. die abermals optimierte Navigation, mit der man in nur wenigen Klicks alles erreicht, was man an Wissen und Informationen in der Spielwelt recherchieren kann und muss. Doch egal, ob man sich als Neueinsteiger über die Hilfstexte freut, die einen mit allem vertraut machen, was man wissen muss, oder ob man als erfahrener Manager die neuen Funktionen ausreizen möchte: Nach nur wenigen Klicks durch die mitunter überladen wirkenden Tabellen, Statistiken und Einstellungsbildschirme fließen kleine Lederbälle neben den Erythrozyten durch die Adern, kann man beinahe den vom Platzwart sorgfältig gemähten Rasen riechen und hört in seinem Kopf das typische "tick-tock" der Stollenschuhe, wenn sich die Spieler durch den Tunnel auf den Platz begeben. Natürlich muss man nicht bis in die letzte Haarspitze fußballverrückt sein, um den FM 11 genießen zu können - es hilft aber ungemein.

Fußball ist Kopfsache

Denn obwohl sich das Team hinsichtlich der modern-bunten Präsentation Mühe gibt, die trockene Materie Sport-Management mit Leben zu füllen und sich zu diesem Zweck auch die Unterstützung des kicker-Magazins gesichert hat, stehen im Hintergrund natürlich knallharte Kalkulationen im Wirtschaftsteil. Und nicht zu vergessen die Zahlenkolonnen, die visuell
Fußball lebt von Emotionen, wie sie in Derbys ausgelebt werden. Der FM11 heizt die Fans mit entsprechenden Einspielern an.
ansprechend und übersichtlich verpackt jeden Spieler repräsentieren, mit dem man es in der eigenen oder gegnerischen Mannschaft zu tun bekommt. Zwar gibt es für einen Großteil der Spieler in den lizenzierten Top-Ligen auch Spielerbilder bzw. werden durch die Community und Updates immer mehr Konterfeis hinzugefügt, doch letztlich läuft die Spannung im Kopf des Trainers bzw. Managers vor dem Bildschirm ab.

Das betrifft die Trainingsgestaltung, bei der man z.B. auch darauf achten sollte, Spieler, die gerade nicht gut auf bestimmte Kollegen zu sprechen sind, nicht mit eben diesen in eine Gruppe einzuteilen, ebenso wie die überarbeiten und sinnvoll erweiterten Gehalts- bzw. Transferverhandlungen. Hier muss man nicht mehr nur die eigenen Wünsche (oder die Vorstellungen des Vereinsvorstands) befriedigen, sondern auch den Sportler zufrieden stellen, den man halten oder verpflichten möchte. Und dass man sich die Konkurrenz aus England mit ihren Möglichkeiten gut anschaut, zeigt sich darin, dass man Spieler z.B. im Vorfeld über die Presse loben kann, damit sie einem Transfer evtl. positiver gegenüber stehen.

        

Kommentare

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  • Sorry, dass ich diesen alten Thread wieder ausgrabe. Aber ich habe mir kürzlich den FM11 zugelegt und wollte auch ein paar Worte dazu verlieren. Natürlich kann ich nachvollziehen, wenn sich sehr viele über die wenigen Neuerungen im Vergleich zum letzten FM10 aufregen und die hohe 4P-Wertung  [...] Sorry, dass ich diesen alten Thread wieder ausgrabe. Aber ich habe mir kürzlich den FM11 zugelegt und wollte auch ein paar Worte dazu verlieren. Natürlich kann ich nachvollziehen, wenn sich sehr viele über die wenigen Neuerungen im Vergleich zum letzten FM10 aufregen und die hohe 4P-Wertung ankreiden. Nun, dazu muss ich sagen, dass die aktuelle Wertung eigentlich nichts mit dem letzten Titel zu tun haben sollte. Wenn das letzte Spiel schon gut war und eine hohe Wertung bekam, warum soll das "neue" Spiel nun schlechter bewertet werden? Die Tatsache, dass die Neuerungen sich auf die grafische Aufwertung und anstatt einer 10 eine 11 auf der Schachtel steht, beschränkt, ist natürlich eine ganz andere Sache. Sollte nicht sein und ist gegenüber dem Kunden eigentlich eine Frecheit. Sowas sollte normalerweise für maximal 20 Euro angeboten werden. Trotzdem ist es ein sehr guter und enorm umfangreicher Manager, der meiner Meinung nach diese Wertung absolut verdient hat! Mein letzter Fussball Manager stammt noch aus der Windows 98 Zeit. Wer erinnert sich noch an den guten alten Bundesliga Manager Professional? Nun wurde es endlich mal Zeit, mir einen aktuellen Manager zu besorgen. Ich bin absolut begeistert! Man hat so viele Möglichkeiten und dazu noch die Wahl, welche Möglichkeiten man nutzen möchte. Ich kann auch nicht verstehen, warum im Test so auf die fehlende Spielintelligenz im 3D-Modus schimpft. Entweder der Author und viele User haben keine Ahnung vom Fussball (ich bitte um Verzeihung), oder die Erwartungshaltung war vollkommen überzogen. Natürlich ist die 3D-Umsetzung nicht perfekt, aber die Animationen sind realistisch und die Spielzüge entsprechen im großen Ganzen den taktischen Vorgaben. Auch das Geplänkel im Mittelfeld, über das sich so viele aufregen, ist doch völlig normal. Habt ihr schonmal ein Spiel live gesehen? Was erwartet ihr denn? Einen offenen Schlagabtausch mit unzähligen wunderschönen Angriffen auf beiden Seiten? Nein, so wie es läuft, finde ich es sehr gut und auch halbwegs realistisch. Wenn man bedenkt, dass der gesamte Spielaublauf schließlich nur simuliert wird, ist das Ergebnis schon sehr bemerkenswert. Fazit: FM11 ist eine große Bereicherung meiner Spielesammlung und wird mich noch sehr lange unterhalten! Bugs wurden seit der Erscheinung offensichtlich soweit gepatcht (mir ist bisher nichts aufgefallen). Meinetwegen hätte es auch einen Platin-Award geben können. In diesem Sinne Cas
  • Der Brand der EA in der Gewinnzone hällt. Immerhin haben sie bei Fifa geschnallt das man doch mal ein bisschen in Qualität setzen sollte. Hoffentlich gelangt diese Erkenntnis zu anderen Titeln.
  • Hammertime schrieb:
    wertung ist angesichts des innovationsstopps lächerlich, eine 79% wäre schon zu hoch. irgendwas zwischen 65 und 75 realistisch und würde den entwicklern mal feuer unterm hintern machen, denn diese ruhen sich offensichtlich auf den meriten der vorjahre aus.
     [...]
    Hammertime schrieb:
    wertung ist angesichts des innovationsstopps lächerlich, eine 79% wäre schon zu hoch. irgendwas zwischen 65 und 75 realistisch und würde den entwicklern mal feuer unterm hintern machen, denn diese ruhen sich offensichtlich auf den meriten der vorjahre aus.
    Das gibt es aber in eigentlich jeder Reihe, die jährlich erscheint: Der Unterschied, der zwischen den Versionen besteht, ist oft gering. Dennoch hat so etwas in einem Review, das ein Spiel und nichts anderes bewertet, normalerweise nur am Rande was zu suchen. Dass sich im Vergleich zur Vorjahres-Version nicht viel geändert hat, erfährt man in diesem Test gleich zu Beginn. Wenn ich das jetzt immer noch nicht weiß, warum auch immer, kann ich mich auch darauf einstellen. Überhaupt, einen Fußballmanager kaufe ich mir im Schnitt bisher alle drei, vier Jahre. Ich weiß nicht nur von Fußballmanager-Serien, wie das eben so läuft. Wie man sieht, die Kritik gibts auch bei der Konkurrenz: http://www.eurogamer.net/articles/2010- ... 011-review Ich verstehe die Jubelwertungen für dieses Spiel ebenso wenig. Die, wie gesagt, nur im deutschsprachigen Raum so existieren. Schon jahrelang gibt es Traumwertungen für dieses Managerspiel, und das seit Zeiten, als ich mir mit Werder Bremen alle Weltstars der Datenbank kaufen konnte, wenn ich nur das Geld dazu hatte, und seit Zeiten, in der die 3D-Darstellung ein reines Gimmick ohne Einflussmöglichkeiten war. Man muss sich das auch hier mal vorstellen: Effektiv lobt Mathias Oertel zwar die neuen taktischen Möglichkeiten, baut eine Zwischenüberschrift ein, die "Was zählt ist auf'm Platz" heißt, gibt allerdings zu, dass ihm der einzige Modus, in dem Taktik richtig umgesetzt wird und das Spiel transparent dargestellt ist (3D), recht wenig zusagt. Man muss sich nicht auf einen gefühltene Sicherheitsabstand zur Vorgängerversion stützen, um diese Reihe zu entlarven. Sie ist ungefähr so sehr ein Meisterschafts-Aspirant wie Eintracht Frankfurt. Hin und wieder hat sie gute Ideen, sie ist sehr solide geführt und sie funktioniert so gut, dass sie nie in Gefahr gerät, in einer Schublade mit der Ramsch-Software vom Grabbeltisch zu landen. Ich verstehe also sehr gut, wie man auch mit diesem Spiel Spaß haben kann. Ich besitze selbst einen Teil der Reihe und spielte ihn lange. Umgekehrt kann ich Leute verstehen, die mit dem Spiel von SI nichts anfangen können. Aber der hier eingangs im 4players-Test heraufbeschworene Zweikampf, der angeblich um Tordifferenzen und Ein-Punkt-Abstände geführt wird, ist gar keiner: Der Football Manager verkauft sich gut eine Million Mal, ein Vielfaches von diesem Spiel hier und gilt überall sonst als Referenz, während der Fussball bzw. FIFA Manager außerhalb des deutschsprachigen Raums als die ordentliche, aber nicht großartige Alternative geführt wird. Dem Total Club Manager, wie der Fussball Manager bis etwa 2005 im Ausland hieß, war oft nicht mal das vergönnt. Gott hab Gerald Köhler selig, ein Held auch meiner Jugend! Aber: Das passiert bisher zu recht.