Vampire: Die Maskerade - Bloodlines - Test - 4Players.de

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Rollenspiel
Entwickler: Troika Games
Publisher: Activision
Release:
19.11.2004
Spielinfo Bilder Videos
Das Team von Troika hat sich mit Arcanum und dem Tempel des Elementaren Bösen einen durchwachsenen Namen unter Rollenspielfans gemacht. Und das auf Source basierende Vampire: Bloodlines hat schon im Vorfeld viele skeptische Fragen aufkeimen lassen: Simpler Shooter oder echtes Rollenspiel? Grafikblender oder Horrortraum? Wir sind dem Ruf des Blutes gefolgt und haben uns in der Nacht ausgetobt!

Finsteres Rollenspiel

An was erinnert euch das: Ihr habt die Wahl, einen Vampir nach Maß zu erstellen oder Fragen zu beantworten? Richtig: An waschechte Rollenspiele wie Ultima oder The Elder Scrolls 3: Morrowind . Und genau in dieser Liga spielt Vampire, denn es reiht sich trotz Shooter-Optik von der ersten Sekunde an in die
Der machthungrige Ventrue-Vampirprinz LaCroix rettet euch das Leben. Warum bloß?
Tradition dieser epischen Abenteuer ein. Obwohl man kräftig ballern und zuschlagen kann, basieren alle Aktionen auf Attributen, Fähigkeiten und Disziplinen. Nicht der schnelle Mausfinger sorgt für den Bodycount, sondern der hohe Wert im Bereich Schusswaffen: Wer eine Pistole ohne Ausbildung abfeuert, wird damit weniger Schaden anrichten als ein geübter Messerkämpfer mit seiner Klinge.

Sieben von dreizehn Clans der vampirischen Pen&Paper-Welt aus dem Hause White Wolf stehen in männlicher und weiblicher Variante zur Auswahl. Schon hier könnt ihr eine bestimmte Richtung einschlagen, denn alle verfügen über spezielle Disziplinen und Fähigkeiten: Die groben Brujah eignen sich dank ihrer Stärke als Kämpfer, die Gangrel können als Gestaltwandler ihre Krallen ausfahren, die wahnsinnigen Malkavianer verbreiten Irrsinn. Hinzu kommen die hässlichen, aber als Schleicher idealen Nosferatu, die hübschen und Menschen ähnlichen Toreador sowie die magiekundigen Tremere. Abgerundet wird der vampirische Reigen durch die adligen Ventrue, die zwar keine niederen Wesen ohne Brechreiz anzapfen können, aber Gesprächspartner mental beherrschen.

Vampir auf Sinnsuche

Egal für welchen Clan ihr euch entscheidet, werdet ihr sofort in die kalte kalifornische Nacht entlassen: Als nichts ahnender Mensch werdet ihr bei einem One-Night-Stand von zwei scharfen Zähnen geküsst und wacht mit starken Kopfschmerzen in einem Hotelzimmer auf. Plötzlich stürmen Vampire die Bude, entführen euch sowie euren beißenden Schöpfer und stellen euch vor ein düsteres Tribunal. Da euer Erzeuger euch gegen den Willen des Vampirprinzen LaCroix erschaffen hat, wird er auf der Stelle enthauptet. Leider wurde diese Szene in der deutschen Fassung geschnitten, was angesichts späterer Splatterorgien etwas verwundert. Und leider tröpfeln die deutschen Untertitel von oben in die Cutscenes - der Einsteig erreicht nicht die atmosphärische Perfektion von Half-Life 2 . Trotzdem packt euch die Regie am Motivationskragen, denn seltsamer Weise verschont euch der Prinz nach einem Tumult, denn ein Latino-Vampir brüllt dem Prinzen sein "Bullshit" entgegen. Warum? Und wer ist der Aufmüpfige? Die ersten Fragen sind gestellt und das Abenteuer beginnt...

Zunächst arbeitet ihr als Handlanger des gönnerhaften Prinzen. Wie in Thief: Deadly Shadows  besitzt ihr ein kleines Hauptquartier, in dem ihr auch E-Mails abrufen könnt. Diese offenbaren gleich erste Aufgaben und mysteriöse Hinweise, denen ihr nach Belieben folgen könnt. Überhaupt wurden die PCs hervorragend als Informationsplattform integriert: Wer seine
Rollenspieler haben die Qual der Wahl: Noch ist man als Vampirküken ein unbeschriebens Blatt.
Hackerfähigkeiten schult, darf ganze Verzeichnisse und Karteien durchstöbern, Schlösser entriegeln und Sicherheitskameras ausschalten. Platz zum Austoben gibt es in den zahlreichen Hotels, im Krankenhaus oder in Geschäften. Dabei erfährt man nicht nur jede Menge über die Spielwelt, sondern wird auch auf köstlich schwarzen Humor treffen. Streift ihr zu Beginn noch als schwaches Vampirküken durch die Gassen, könnt ihr gewonnene Erfahrung Stück für Stück in neue Fähigkeiten investieren. 

Das Charaktersystem ist komplex und vielfältig, denn alle Werte beeinflussen sich gegenseitig und eure Aktionen - schön veranschaulicht durch optische Bezüge in der Charakterkarte. Man hat immer die Qual der Wahl: Soll man lieber in vampirische Disziplinen wie den Käferangriff oder den Geisterwolf investieren? Oder soll man sein Charisma erhöhen, damit man die Bardame becircen kann? Oder doch lieber das Schlösser knacken lernen? Es liegt an euch. Aber das Schöne ist, dass man Probleme auf verschiedene Arten lösen kann: Ähnlich wie in Deus Ex: Invisible War  kann sowohl plumpe Gewalt als auch rhetorische Überzeugung oder listiges Schleichen zum Ziel führen. In Kombination mit den sieben wählbaren Clans ist der Wiederspielwert von Vampire enorm groß.

                 

Kommentare

casanoffi schrieb am
Und mach Dir keine Gedanken, was geschnitten/ungeschnitten betrifft.
Die deutsche "geschnittene" Version wurde nur um eine einzige kurze Szene im Vorspann verändert
SpoilerShow
als vor dem Tribunal der angeklagte Vampir enthauptet wird
McGuffin schrieb am
Rutgar hat geschrieben:Absolut korrekt und wichtig! Mit diesem Patch ist das Spiel in meinen Augen eins der besten aller Zeiten :)
Voll Zustimmung. Allein der Wiederspielwert ist enorm mit den verschiedenen Clans und unterschiedlichen Enden. Ich hab' am liebsten die weibliche Malkavianerin gespielt. Malks sind ja bekanntermaßen etwas durchgeknallt und das merkt man dann auch in den Dialogzeilen. Sogar die Schrift ist bei denen ja anders. :D
Von daher: Nicht auf YouTube gucken, sondern selber spielen! Kostet doch so gut wie nix mehr.
Rutgar schrieb am
casanoffi hat geschrieben:Falls Du es Dir zulegst - besorge Dir unbedingt den aktuellen (inoffiziellen) Fan-Patch!
Ohne ist das Spiel ein technisches Desaster.
Absolut korrekt und wichtig! Mit diesem Patch ist das Spiel in meinen Augen eins der besten aller Zeiten :)
casanoffi schrieb am
Falls Du es Dir zulegst - besorge Dir unbedingt den aktuellen (inoffiziellen) Fan-Patch!
Ohne ist das Spiel ein technisches Desaster.
schrieb am

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