Test: StarDrive 2

23.04.2015, Autor: Benjamin Schmädig

Runden-Strategie für PC




Der Drang nach Forschung, Technologie, Wohlstand und Macht: StarDrive 2 macht PC-Strategen zu Herrschern über ein galaktisches Reich, welches das Bezwingen seiner Rivalen als höchstes Ziel ausgibt. Tatsächlich spielen aber weder die Diplomatie noch kulturelle Errungenschaften eine Rolle. Der Sieger wird im Krieg gekürt - und testet dafür experimentelle Raumschiffe, die er selbst entworfen hat.


Video: StarDrive 2, Launch-Teaser



Verlasse den Planeten nicht!



Der erste Eindruck ist ein guter: Aufwändige Zeichnungen versüßen kurze Ladezeiten und stellen neun Völker vor, die in einer beliebig großen Sternenwelt um die Vorherrschaft ringen. Nach der Wahl der Herkunft übernimmt man vorgegebene Werte oder wählt Stärken und Schwächen. Eine gesprochene Einführung stellt sowohl Steuerung als auch Spielprinzip vor und ansehnliche Planeten drehen sich vor übersichtlichen Menüs.

Übersichtlich jedenfalls, so lange man die Verwaltung eines Planeten nicht verlässt - so lange man den Bau neuer Gebäude und Schiffe anordnet, Fabrikarbeiter zu Wissenschaftlern oder Bauern macht und umgekehrt. Sobald man sich allerdings um mehr als einen Planeten kümmert (eine automatische Verwaltung gibt es leider nicht), springt die Menüführung so schlecht nachvollziehbar zwischen verschiedenen Bildschirmen umher, dass man den Überblick verliert.



Kolonialwirtschaft als Zukunftsmodell



Und selbstverständlich dauert es nicht lange, bis man den zweiten Planeten erobert; die Landung des sofort bereitstehenden Kolonieschiffs sichert schnell die erste "Außenstelle". Auf jedem Planeten können dabei verschieden viele Bewohner siedeln, die je nach Beschaffenheit ihrer neuen Heimat unterschiedlich effektiv Landwirtschaft betreiben, Fabrikerzeugnisse herstellen oder forschen. Der Bau neuer Kolonieschiffe ermöglicht schließlich die weitere Expansion.

Notwendig ist sie deshalb, weil StarDrive 2 das kriegerische Erobern des Weltalls fordert: Weder ist ein diplomatischer Sieg möglich noch genügt das Entstehen einer Hochkultur. Obwohl man aufeinanderfolgende
Es ist ausgesprochen befriedigend, wenn die selbst erstellte Flotte einen Sieg erringt.
Es ist ausgesprochen befriedigend, wenn die selbst erstellte Flotte einen Sieg erringt.
Züge durch Halten der Leertaste praktisch ohne Pause "durchwinken" kann, gleicht der Rhythmus dabei der klassischen Eroberungsstrategie wie Master of Orion oder Civilization.



Selbstgemacht



Das Besondere ist der umfangreiche Baukasten zum Erstellen eigener Raumschiffe. Es gibt zwar Blaupausen verschiedener Schiffstypen, aber spätestens wenn die Forschung den Bau stärkerer Waffen, härterer Rüstung und anderer Module ermöglicht, muss man diese auf vorhandenen oder komplett neuen Grundrissen anbringen. So trocken das Ausrüsten auf der karierten Unterlage auch aussieht: Das Entwerfen mächtiger Kreuzer oder flinker Spione ist ungemein motivierend.

Leider zeigt das Spiel bei der Auswahl der Schiffe nicht deren grundlegende offensive und defensive Werte an - ebenfalls ein Ärgernis, das die Handhabung erschwert. Zudem verpufft ein Teil der Begeisterung über den Eigenbau ausgerechnet in den Weltraumschlachten, die in Echtzeit stattfinden. Es fehlen wichtige Optionen, um spezielle Stärken gezielt einzusetzen. So kann man die Schiffe zwar anweisen, aus großer Entfernung das Feuer zu eröffnen, es gibt aber keinen Befehl, der sie zum Halten eines Mindestabstands bewegt. Meist ist es am sinnvollsten, die gesamte Flotte nacheinander auf sämtliche Gegner zu hetzen, anstatt clever zu taktieren.



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