South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe - Test - 4Players.de

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South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe (Rollenspiel) von Ubisoft
Darmwinde mit Abnutzungserscheinungen
Action-Rollenspiel
Publisher: Ubisoft
Release:
17.10.2017
17.10.2017
17.10.2017
Spielinfo Bilder Videos

Mit South Park: Der Stab der Wahrheit gelang den Rollenspiel-Spezialisten von Obisidian ein kleines und vor allem unerwartetes Meisterwerk. Der politisch herrlich inkorrekte Ausflug in den Wohnort von Cartman, Kenny & Co konnte 2014 sogar unseren Award als Rollenspiel des Jahres einheimsen. Jetzt steht mit "Die rektakuläre Zerreißprobe" die Fortsetzung ins Haus - mehr dazu im Test.



Anschluss-Furz

Die rektakuläre Zerreißprobe, eine stark bemühte Lokalisierung des zweideutigen Originaltitels The Fractured But Whole, beginnt dort, wo Der Stab der Wahrheit aufhört. Der Kampf der South-Park-Kids um das merkwürdige Artefakt  in einem Live-Rollenspiel ist in vollem Gang. Und der Spieler ist in der Rolle des namenlosen sowie stummen "Neuen Kinds" wieder mittendrin. Doch Cartman, der im Vorgänger als mächtiger Zauberer agierte, hat plötzlich andere Ideen. Eine Katze wurde vermisst gemeldet und er sieht im Finderlohn die Chance, seinem Superhelden-Franchise "Coon & Friends", für das er bereits haufenweise Film- und Serienpläne ausgearbeitet hat, den nötigen Startschub zu geben. Dumm nur, dass nicht alle seiner Freunde seiner Planung zustimmen. Mit den "Freedom Pals" wird analog zum "Superhelden-Krieg" zwischen Marvel und DC Comics ein zweites Franchise etabliert. Und dass am Ende dieser Auseinandersetzungen kaum ein Stein in South Park auf dem anderen bleibt, ist nahezu unausweichlich.

Das auf ein Bewegungsraster setzende Kampfsystem ist gegenüber der "statischen" Auseinandersetzungen des Vorgängers ein klarer Fortschritt.
Das auf ein Bewegungsraster setzende Kampfsystem ist gegenüber der "statischen" Auseinandersetzungen des Vorgängers ein klarer Fortschritt.

Ebenso unausweichlich ist die politische Inkorrektheit, die sich auch in diesem Helden-Rollenspiel dank der Mitarbeit der Serienschöpfer Matt Stone sowie Trey Parker manifestiert. Die beiden leihen nicht nur den meisten Protagonisten ihre Stimme, sondern sind maßgeblich am Drehbuch beteiligt. Das wiederum bedeutet, es wird geflucht, gesoffen, gekifft, sich über Rassendiskriminierung, Ereignisse der Popkultur, Superhelden im Allgemeinen wie Speziellen und vieles mehr lustig gemacht. Sex ist in South Park natürlich ebenfalls kein Tabuthema, was auch in der ständig auf den neuesten Stand gebrachten Hintergrundgeschichte des Helden eine zentrale Rolle spielt. Und wer die Serie kennt, weiß, dass auch nicht mit Fäkalhumor gespart wird, wenn es Sinn ergibt. Dementsprechend muss man auch hier gelegentlich einen starken Magen mitbringen – sowohl was die akustische als auch die visuelle Seite von Darmentleerungen in fester als auch Gasform betrifft. Denn wie schon im Vorgänger sind Fürze das Spezialgebiet des Helden, wobei sie hier massiv ausgebaut werden und nicht nur für Sonderaktionen genutzt werden, die einem helfen, neue Gebiete in der weitgehend offenen Stadt zu erreichen, sondern dank der Mithilfe von Morgan Freeman (!) und seines Taco-Shops (!!) sogar die Zeit manipulieren können.

Kleiner Furz, große Wirkung


Natürlich wird beim typischen Humor auch nicht vor Religion, Sex oder der Kombination von beidem Halt gemacht.
Natürlich wird beim typischen Humor auch nicht vor Religion, Sex oder der Kombination von beidem Halt gemacht.

Doch eins nach dem anderen: Bevor man sich mit seinen Darmwinden zum Retter von South Park aufschwingt und einer ganzen Reihe an Verschwörungen auf die Schliche kommt, muss man kleine Brötchen backen. Um am Spiel von Cartman teilnehmen zu können, muss man sich erst einmal auf eine Klasse festlegen, von denen anfangs drei zur Verfügung stehen, später aber noch einige weitere hinzukommen. An bestimmten Stellen im Spiel kann man weitere Klassen auswählen und dann die dadurch gewonnenen Fähigkeiten aus allen zur Verfügung stehenden frei auswählen. Allerdings darf man nur drei Standardfähigkeiten sowie eine Super-Attacke mit ins Gefecht nehmen, so dass man taktisch planen und auch einbeziehen sollte, welche drei anderen Helden man mit in sein Team nimmt, um die zahlreichen Kämpfe siegreich zu gestalten. Diese sind übrigens deutlich taktischer geprägt als im Vorgänger, da es mittlerweile ein Feldraster gibt, auf dem man sich rundenweise bewegt. Zusätzlich verfügen die Fähigkeiten aller Helden sowie die der Gegner über eine bestimmte Reichweite sowie ggf. Bereichsschaden oder Schaden über Zeit und können die Position der Figuren verändern, was für den nächsten Zug wichtig werden könnte. Mit diesem Raster sowie zahlreichen Variationen von Siegbedingungen oder Einflüssen auf dem Schlachtfeld wie explodierenden Fässern oder der Vorgabe, einfach nur entkommen zu müssen, macht man im Vergleich zum weitgehend statischen Kampf des Vorgängers einen Quantensprung.

Call Girl ist eine der interessantesten Helden-Figuren in der rektakulären Zerreißprobe.
Call Girl ist eine der interessantesten Helden-Figuren in der rektakulären Zerreißprobe.

Man muss nicht nur die Zugreihenfolge beachten, sondern auch Wechselwirkungen einkalkulieren. Und spätestens, wenn bestimmte Felder nach Ablauf eines Zuges Schaden verursachen, beginnt man zu überlegen, ob es vielleicht mehr Sinn ergibt, mit dieser oder jener Figur einen Zug auszusetzen oder die Gegenstände zu verwenden, die von Lebensmitteln zur Heilung oder Wiederbelebung bis hin zu Smart Bombs reichen – natürlich alle mit South-Park-Flair wie die Allheilung von Moses oder der MG-Angriff von Jimbo und Ned. Die Teamzusammenstellung und damit auch die Wahl der zur Verfügung stehenden Superangriffe bzw. Heil- oder Schutzaktionen spielt eine noch größere Rolle. Und mit insgesamt zwölf zur Verfügung stehenden Superhelden wie Coon (Cartman), Mysterio (Kenny mit einer herrlich an Christian Bales Batman erinnernden Düsterstimme) oder Moskito (Clyde) hat man eine breite Auswahl. Allerdings lässt man trotz des riesigen Fortschritts auch noch viel ungenutztes taktisches Potenzial liegen. Sichtlinien spielen hier keine Rolle und auch auf Höhenunterschiede muss man verzichten. Beides im übrigen Elemente, die in einem anderen Titel von Ubisoft (Mario + Rabbids: Kingdom Battle) dafür sorgten, dass die Gefechte eine zusätzliche spannende Komponente bekamen und deren Fehlen auch nicht von den innerhalb der Fähigkeiten variierenden Möglichkeiten kompensiert werden können, den Schaden durch Reaktionsspiele zu verstärken bzw. abzuschwächen.


Kommentare

Todesglubsch schrieb am
Alex Roivas hat geschrieben: ?
27.10.2017 21:39

Gerade Cartman klingt im original genauso kreischen und reissend.
Cartman ist auch einer der wenigen Kinder die man noch an der Stimme erkennen kann. Bei den anderen Kindern (+Kanadiern) verkommt der O-Ton IMO zu oft in einem Chipmunk-Gepiepse, in dem die Nuancen verschluckt werden.
Von daher bin och froh, dass die dt. Version ungepitchte, einzigartige Sprecher verwendet, um die Kinder besser unterscheiden und charakterisieren zu können. Auch, wenn wir die nächste Staffel wohl einen neuen Kyle haben werden.
Alex Roivas schrieb am
Ryan2k6 hat geschrieben: ?
18.10.2017 16:25
Buckeye hat geschrieben: ?
18.10.2017 16:22
Todesglubsch hat geschrieben: ?
18.10.2017 16:12
Da ich "Teil 1" wegen der fehlenden Synchro und den Schnitten ausgelassen habe, ist für mich "Teil 2" noch "komplett neu". Sprich: Ich profitiere gerade von den Punkten, die den Erstling noch auf Gold gehievt haben :)
Rein aus Interesse, warum macht die Synchro bei sowas eine Kaufentscheidung für dich aus. Magst du die englische Ausgabe einfach nicht?
Wer die Serie mit den markanten Stimmen einfach gewohnt ist, kann mitunter mit dem Original nicht viel anfangen, ging mir genauso. Gerade Cartman hat im deutschen eine Stimme die viele seiner Taten noch zusätzlich lustiger machen. Für mich als Fan der deutschen Serie, war das rein englische Spiel ein riesen Bruch, auch von der Emerssion, weil alles fremd klang.
Gerade Cartman klingt im original genauso kreischen und reissend.
Ich liebe die deutsche Stimme, aber das original bietet das gleiche wenn man...
Todesglubsch schrieb am
DARK-THREAT hat geschrieben: ?
26.10.2017 00:10

Zur Serie selber, die starb für mich, als Chefkoch starb. Ich mochte SP mit seinem seichtem Humor. Das ganze neue Zeug mit Shocker, Massig Blut, Verschwörungen usw finde ich nicht so gut. Da schaue ich lieber die ersten 3, 4 Staffeln.
Ja, hier gehen die Meinungen auseinander. Einerseits bin ich froh, dass SP dem Fäkalhumor entwachsen ist, aber wenn in jeder Folge irgendeine tiefsitzende Sozialkritik thematisiert wird und hierfür Figuren merklich aus der Rolle fallen, dann hab ich auch keine Lust mehr. Staffel 20 wurde z.B. von den Fans relativ schlecht bewertet, weil die Staffel auch noch eine zusammenhängende Story hatte.
Es kann ja gerne Gesellschaftskritik rein, aber ich wünsch mir mehr Folgen, wo die Kinder einfach Kinder sind und in irgendwas reinschlittern
Was Chefkoch angeht: Ich fand den Pseudo-Tod eigentlich ganz nett, wenn man die Hintergründe bedenkt.
Wie dem auch sei: Mangels Optionen hab ich mir auch mal Stab der Wahrheit angesehen.
Hat deutlich das bessere RPG-System. Von der Story, bzw dem Aufbau ähnelt es auch mehr einer alten SP-Folge, in der alles immer chaotischer wird, während die Zerreißprobe eher einer neuern Folge ähnelt. Bzw. die Zerreißprobe ist die übliche, weichgekochtere, feingeschliffenere Fortsetzung.
Ich frag mich zudem, wieso die Gebäude zwischen Teil 1 und 2 teilweise den Platz wechseln, bzw. wieso ihre Innenräume sich abgeändert haben. Als Satire, weil sie auch in der Serie häufig wechseln? Oder damit die Entwickler behaupten können, sie hätten nicht alles recycelt?
Aber: Ich komm einfach nicht mit den englischen Kinderstimmen klar. Vielleicht wegen dem...
DARK-THREAT schrieb am
DonDonat hat geschrieben: ?
18.10.2017 17:43
Hatte mit dem ersten Teil durchaus Spaß, 50? wäre mir der (und auch der zweite) aber nicht wert.
Werde da wohl wieder auf Preise so um die 20? warten bevor ich da zuschlage :)
Sehe ich auch so. Den ersten Teil hatte ich als 360-Version für günstige 8 Euro geholt und dank Backcompat der One war die 360-Version auch spielbar.
Hier warte ich sicher bis 10-15 Euro. Wird schnell gehen.
Lineares, rundenbasiertes Rollenspiel ohne nervigem, tiefgründigem Crafting? Her damit, solche Rollenspiele werden immer weniger! Und nur so mag ich RPGs.
Zur Serie selber, die starb für mich, als Chefkoch starb. Ich mochte SP mit seinem seichtem Humor. Das ganze neue Zeug mit Shocker, Massig Blut, Verschwörungen usw finde ich nicht so gut. Da schaue ich lieber die ersten 3, 4 Staffeln.
Ivan1914 schrieb am
Für mich hat sich der Kauf spätestens seit dem Besuch in der Bank mit Butters gelohnt.
Habe noch nie so Tränen gelacht in einem PC Spiel :)
Muss allerdings auch gestehen, dass mir SoT insgesamt erheblich besser gefallen hat.
Obwohl einige der Gags in FbW besser sind.
schrieb am

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