Mord im Orient-Express - Test, Adventure, PC - 4Players.de

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Point&Click-Adventure
Entwickler: AWE Games
Publisher: JoWooD
Release:
06.12.2006
Spielinfo Bilder Videos
Unsere Wahl für das Adventure 2006 ist gefallen: Geheimakte Tunguska. Doch mit Agatha Christie: Mord im Orient-Express gibt es jetzt ein weiteres Krimi-Point&Click, das im Vorfeld viel Beachtung fand. Mit einem klassischen Mordfall in einer luxuriösen Umgebung will es euch ködern. Haben wir hier den ersten großen Favoriten für das Adventure 2007 vor uns?

Reise aus dem Orient

Zugegeben: Ich war etwas verwundert, als ich mich zu Beginn des Abenteuers vor dem prächtigen Istanbuler Bahnhof wiederfand. Denn ich ging davon aus, dass dieser die Endstation des legendären
Auf dem Vorplatz des Bahnhofs gehen die Verwicklungen schon los. Ihr wollt nur vorbei, aber die Leute wollen etwas von euch haben...
Zuges markierte. Allerdings war dieses Missverständnis mein Fehler, denn das Spiel hält sich akribisch an den Fahrplan des Kriminalromans, der in den 30er-Jahren auf der Fahrt von Istanbul nach Calais spielt. Einen Unterschied gibt es jedoch: Ihr spielt nicht Hercules Poirot, sondern eine junge Dame. Diese assistiert dem belgischen Detektiv, der leider das Bett hüten muss. Auch die Auflösung des Falles ist eine andere, da es sonst für Kenner der Vorlage zu langweilig wäre.

Bevor ihr den Zug allerdings besteigen dürft, beginnen die Probleme: Auf dem Vorplatz des Bahnhofs wird die französische Anstellte der Eisenbahn, die ihr spielt, immer wieder durch verschiedene Leute aufgehalten. Da sind die zwei Herren, die über türkische Kachelmuster fachsimplen. Sie fragen euch, welche die schöneren sind? Na ja, wenn man sonst nichts zu tun hat! Oder die russische Fürstin, die mitten in der kalten Jahreszeit ihren kostbaren Sonnenschirm sucht. Nur ein paar der Mini-Aufgaben, die euch überflüssigerweise Zeit kosten. Denn eigentlich seid ihr Poirot auf den Fersen, der immer wieder entwischt, ohne es aber selbst zu merken.

Mord im Luxuszug

Schließlich schafft ihr es irgendwann doch in den Zug, wo euch der berühmte Detektiv unter seine Fittiche nimmt. Nachdem ihr ihm euer Abteil überlassen habt, ist er euch auf ewig verbunden. Ihr seid
Der Detektiv in seinem lästerlichen Element macht einem Waschweib alle Ehre. Allerdings einem mit Stil.
sozusagen sein weiblicher Azubi, der die Laufarbeit übernimmt, die Hinweise einsammelt und die Zeugen befragt. Bereits am ersten Abend spielt ihr mit Poirot ein Spielchen, bei dem es um die Einschätzung der Leute im Zug geht. Vom amerikanischen Industriellen über ein britisches Liebespaar bis zur schwedischen Erzieherin ist alles vertreten, wie Poirot natürlich genüsslich ausbreitet.

Im Kurswagen an die Kanalküste wird auf jugoslawischem Gebiet plötzlich ein Mann umgebracht, den viele an Bord nicht leiden konnten. Verdächtige gibt es daher genug. Der Zug wird daraufhin im Gebirge vom Schnee eingeschlossen, so dass alle Passagiere an Bord bleiben müssen - auch der Mörder! Das ist eure Chance, das Verbrechen im nachhinein aufzuklären, ohne dass euch der Täter durch die Lappen gehen kann. Auch die Zeugen bleiben hübsch in Reichweite, so dass ihr sie jederzeit ausquetschen könnt. Andererseits könnt ihr nicht einfach die Polizei holen. Die Story bleibt dabei allerdings harmlos und könnte so auch im Kinderprogramm laufen.

Üppige Dialoge

Die Gespräche -insbesondere mit eurem belgischen Mentor- sind teils recht ausufernd, tragen aber auch zur Erhellung bei. Per Multiple Choice könnt ihr die nächste Frage wählen, am Ende müsst ihr
Der eiskalte Mr. Ratchett ist nicht gerade beliebt an Bord, weshalb er ins Gras beißen muss.
aber immer alles fragen. Auswirkung hat es daher nicht, was ihr wann fragt. Der Vorteil daran ist, dass ihr euch so nicht unbeliebt machen könnt. Der Nachteil ist aber, dass alles recht eingefahren läuft und nach einiger Zeit die Motivation durchhängt. Das gilt insbesondere für diejenigen, die schon das Buch kennen.

Erfreulich ist allerdings, dass alle Gespräche professionell auf Deutsch vertont wurden, auch wenn ganz bekannte Stimmen fehlen. Poirot hat eine vorwitzige, leicht näselnde Stimme bekommen, die gut passt. Er streut ohnehin den einen oder anderen Brocken Französisch ein, obwohl er natürlich darauf besteht, Belgier zu sein. Die Protagonistin hat eine angenehme Stimme, die ein wenig behäbig klingt aber nicht nervt. Betulich ist das richtige Adjektiv für viele andere Sprecher, was aber wiederum zum Thema passt. Ganz im Gegensatz zum unfreiwilligen Humor, den die eine oder andere Stimme wie etwa die des Lokführers bietet. 
                        

Kommentare

Riku239 schrieb am
Also ich hab mir das Spiel gekauft und schon fast durch und muss sagen, dass ich das Spiel toll finde, im Gegensatz zum vorgänger hat es sich sogar gebessert. Außerdem finde ich die meisten negativkommentare einfach lächerlich, ich glaube du magst das Spiel einfach nicht. Ich meine hätte sich am Adventure irgendetwas geändert wenn man Poirot spielt oder nicht? Außerdem will einem das Spiel ja nicht die Geschichte von Mord im Orientexpress reindrücken, sondern interaktiv im Roman mitzuwirken, ohne jedoch das Original-Ende zu verraten, oder die Hauptfigur zu spielen, wie auch im Vorgänger "Und dann gabs keines mehr..." Außerdem was soll denn bitteschön heißen das Adventure sei linear? Ich meine wie kann ein Spiel, das in einem Zug spielt nicht linear sein? Das einzige was mich gestört hat war das unübersichtliche Inventar, aber sonst ist mir nichts negatives aufgefallen. Gutes Adventure Game, mit fordernden, aber nicht zu schweren, spaßigen Rätseln. Lange Spielzeit. Es wird einem die Möglichkeit geboten, als im Roman nicht vorkommende Person mitzuwirken.
GAMERtimo schrieb am
Ein Spiel, dass zu gefallen weiß!
Meine Wertung
+ erstklassige Kulissen/Landschaften
+ Grafik geht bis ins kleinste Detail und wirkt farbecht
+ gut animierte Bewegeungen und Wetterabläufe (beispielsweise
herumfliegender Schnee, Vögel auf Ästen, bewegende Bäume,
Stürme, Wolken)
+ toller spielbarer Charakter mit kessen Sprüchen
+ atmosphärische Hintergrundsounds wie Zug- oder Windgerräusche und passende Musikuntermalungen
+ ausführliche und interessante Dialoge mit lyrischer Redensweise
+ während Gesprächen verschiedene Kameraperspektiven
+ Verdächtige sind von den Reaktionen und vom Inneren sehr unterschiedlich
+ Mimik und Gestik
+ der Flair in den 20ern kommt fabelhaft zum Ausdruck
+ Synchronisation der Personen kommt glaubhaft rüber und fesselt
+ vom Witz bis hin zur Tragödie (Emotionen, Wut, Gefühle..)
+ gelungene Geschichte
+ mehrere Möglichkeiten für die Ermittlung
+ Point&Click Steuerung generell leicht zu bedienen
+ Hilfefunktion
+ sehenswerte Zwischensequenzen
+ knackige Rätsel
+ rund 20 Stunden Spieldauer
+ Schnellfunktion von Zugräumen
+ anspruchsvolles Ende
Negatives:
- einige Logikfehler
- Inventarführung sehr gewöhnungsbedürftig
- Hilfefunktion bei einigen Kombinationen und Rätseln kaum hilfreich
- überwiegend nur die Ermittlung im Zug
- die Vielfalt an Schauplätzen etwas mager
- an einigen Stellen etwas langatmig geraten / mehr Überraschungsmomente gewünscht
Spielspaß: 82 %
FAZIT: Ein sehr solides Krimi-Adventure! Die Entwickler haben sich besonders viel Mühe mit dem Design und
der Atmosphäre gegeben. Die Story ist gut erzählt und bleibt bis zum Schluss relativ spannend, was an den sehr gut getroffenen Persönlichkeiten, die ihr eigenes Bild von sich geben, liegt. Ein bisschen mehr Überraschundsmomente hätten...
Egon Olsen schrieb am
Die meisten Spiele (in den Charts) sind Seelenlose Machwerke warum sollte diese Untugend vor dem Adenturegenre halt machen? Aber auch heute gibt es noch fantastische Ausnahmen...
Zurück zum Spiel. Mir gefällt Mord im Orienexpress recht gut. Es war einfach wunderbar sich bemütlich nach Weihnachten mit meiner Frau zusammen durch das Spiel zu klicken. Nichts anspruchsvolles, nichts dramatisches, schlicht unterhaltsam. Und genau das braucht man ja manchmal auch. :D
4P|Bodo schrieb am
Hi EvilNobdy,
ich glaube es ist ganz einfach, ihnen fehlt eine Seele. Sie sind alle mehr oder minder fantasielose Machwerke, die einen irgendwie kalt lassen. Dreamfall, Runaway 2 und Ankh sind da eher Ausnahmen, die schon mehr bewegen. Bei Tunguska machen wiederum die Rätsel Spaß.
Im Inventar musst du dich erst durch die Sachen klicken, um eines davon unter die Lupe nehmen zu können. Auch das Kombinieren von Sachen finde ich umständlich.
Gruß,
4P|Bodo
EvilNobody schrieb am
Ich habe mir schon gedacht dass das Spiel nicht der große Knaller wird. Nachdem auch schon Runaway 2 ein wenig enttäuscht hat frage ich mich: was fehlt den heutigen Adventures, dass sie es einfach nicht schaffen die Klasse eines "The longest Journey" zu erreichen? Auch wenn Tunguska wirklich gut war, ich möchte mal wieder ein 90er Jahre-Adventure spielen.
Was ist eigentlich mit "umständliches" Inventar gemeint? So ähnlich wie bei Runaway 2?
schrieb am

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