Test: Steel Walker

17.04.2007, Autor: Marcel Kleffmann

Arcade-Action für PC







"Du hast die Macht !"

Orginal-Covertext: 40 Tonnen Kampfmaschine und Du bist der Pilot! Sie nehmen als "Jack Logan" im eines bis auf die Zähne bewaffneten Kampfroboters "Walker" platz. Finde die Terroristen und schalte sie aus! Keiner wird entkommen, denn: Einem Walker stellt man sich nicht in den Weg. Ja, ne, is' klar! Neben dem ständigen Wechsel der persönlichen Anrede im Klappentext, lustigen Drehern in Redewendungen und hohlen Phrasen aus dem 1982er-Plattitüden-Almanach der Kategorie "Marketing für Dummies" macht das abwechslungsreiche Rechtschreibfehler-Suchspiel auf dem Cover (oder im Briefing) mehr Spaß als mit der "United Nations Anti-Terror Task Force" auf Terroristenjagd zu gehen.

Allein die Story ist so dermaßen wirr und sinnlos, dass man sie getrost hätte streichen können. Im Endeffekt geht es um einen US-Präsidenten, der die Verfassung ändern möchte, um länger im Amt zu bleiben, dann mit Terroristen kollaboriert und die Staaten in einen Bürgerkrieg stürzt. Selbst mehrere Jahre später setzen die Terroristen ihre Anschläge fort und prompt erfinden die "Vereinten Nationen" einen Kampfroboter zur Terroristenjagd.

"Fürchte weder Tod noch Teufel"

Die im schlichten Text präsentierte "Story" wirft euch ohne Tutorial in den Kampfroboter. Somit müsst ihr selbst herausfinden, dass der Mech über ein hochmodernes Fünfgang-Getriebe verfügt und nur mit festen Geschwindigkeiten durch die Landschaft stampfen kann. Außerdem lässt sich die Blickrichtung getrennt vom Rumpf ausrichten, was für die Waffensysteme von Bedeutung ist: Maschinengewehre werden mit der Maus gelenkt, während die Raketen dahinfliegen, wo ihr gerade hinlauft; zum Glück gibt es eine "Zurücksetzen"-Funktion für Rumpf und Blickrichtung. Habt ihr euch an die Eigenarten der Steuerung gewöhnt, gilt es zehn Missionen mit der erstaunlich einfallsreichen Palette aus "Töte alles" oder "Rette X" zu absolvieren. Höhepunkte sind da die Einsätze, in denen die Ziele miteinander kombiniert werden oder wenn man ein Gebiet erobern soll (eine Variation von "Töte alles") - hoffentlich überfordert das nicht die Spieler.

Das exakte Gegenteil von spektakulär sind die Einsätze: In strikt linearen Levels, deren rechteckiges Korsett stellenweise furchtbar drückt, müsst ihr hirnlose Terroristen von Häuserdächern schießen oder aus der eckigen Landschaft putzen und währenddessen strunzdumme Panzer in ihre Einzelteile zerlegen - und wenn es hoch kommt noch ein Standgeschütz vernichten. Die Gegner stellen dabei kein Problem für Spieler im Halbschlaf dar, solange ihr sie entdeckt und nicht vergesst einen Schützen zu erledigen. Ansonsten nimmt der Schütze euren Mech mit MG-Feuer (!) auseinander - was ein stabiler Kampfroboter! Zumindest helfen euch die Terroristen bei der Erfüllung eures Missionsziels, denn "in Deckung gehen" ist ein Fremdwort, stattdessen halten die Feinde mit ihrer Waffe stumpf drauf und bewegen sich selten bis gar nicht. Sich abseilende Fanatiker bleiben übrigens mitten in der Luft hängen (meist in der Höhe des Fadenkreuzes), um euch seelenruhig zu beschießen. Abseilen und Deckung suchen? Nein, das geht nicht!

"Bewegliche & zerstörbare Objekte"

"fantastische Landschaften & spezial-Effekte" werden ebenfalls versprochen und dies stimmt sogar, wenn man keinerlei Ansprüche stellt. Die 3D-Entwicklung der letzten sechs Jahre sind scheinbar spurlos an Steel Walker vorbeigegangen. Die Landschaft besteht lediglich aus mit matschigen und weichgespülten Texturen versehenen Objekten (wie Häuser, Steine, Hügel), die ihrerseits aus der halbierten Mindestanzahl an Polygonen gestrickt wurden, umrahmt von grob aufgelösten Bitmap-Hintergrundbildern. Ansonsten regieren Ödnis und lieblose Sterilität auf allen Schlachtfeldern, sei es im Hügelland, im verschneiten Winterszenario oder der trostlosen Großstadt. Zumindest lassen sich Bäume umrennen, nur um dann festzustellen, dass der Mech an anderen Stellen oder Karten-Begrenzungen (unsichtbare Wände, Hügelsteigungen) hängen bleibt.


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  Fazit