Civilization 4 - Vorschau, Strategie, PC - 4Players.de

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Strategie
Entwickler: Firaxis
Publisher: 2K Games
Release:
15.04.2009
Spielinfo Bilder Videos
In einem abgedunkelten Münchner Keller ging für eine Stunde die Strategensonne auf: Wir konnten bei Take 2 einen Leinwandblick auf Sid Meiers Civilization IV werfen. Und wir wurden richtig nervös. Erinnert ihr euch noch? Vor vier Jahren sorgte der Vorgänger für vergeigte Examen, schwere Ehekrisen und Koffein-Exzesse. Das war alles harmlos. Denn diesmal könnte es noch viel schlimmer kommen...

Pimp my Civ!

Ich spiele heute noch Civilization III . Und mir ist die Kulisse schnurzpiepegal. Was mich immer wieder magisch an den Monitor lockt ist die unheimlich Spieltiefe, mit der das Epos bereits im November 2001 satte 90% erobern konnte. Aber es gab viele, die sich schon damals über die isometrische 2D-Magergrafik beschwert haben. Damit ist jetzt Schluss: Firaxis hat den Nachfolger komplett in die dritte Dimension katapultiert. Für freies Drehen und Zoomen sorgt die Gamebryo-Engine, die schon The Elder Scrolls 3: Morrowind , Dark Age of Camelot oder Empire Earth 2 inszenierte.

Und das hat beträchtliche Auswirkungen auf das Look & Feel:
Schöne neue Lebendigkeit: Flüsse plätschern, Pferde grasen, alles lässt sich drehen und zoomen.
Ihr könnt euch aus wolkiger Höhe bis zum Gewusel eurer Stadt scrollen, den Erdball samt Krümmung schnell mit der Maus erforschen, Flüsse plätschern und Delfine springen sehen. Aber es gibt weder einen Stilbruch mit der edlen Oberfläche des Klassikers, da man auch in eine zweidimensionale Kartenansicht wechseln kann, noch eine neue Ära der Polygonprotzerei: Civilization IV sieht gut aus und bleibt sich treu, ohne dabei all zu große Begeisterung zu entfachen. Die Kampfanimationen, die wuchtigen Wunderfilme und die natürliche Mimik sind ansehnlich, aber halten dem Vergleich mit traumhaften Kulissen à la Age of Empires 3 nicht stand.

Alte und neue Stärken

Na und? Brauchen sie auch nicht. Denn auf Dauer müssen sich die komplett überarbeitete Benutzeroberfläche mit all ihren Menüs und Icons sowie die unter allem bunten Schnickschnack verborgene Spieltiefe beweisen. Ob da immer noch die zeitfressende Seele schlummert, wird erst ein intensives Abtauchen zeigen können. Aber schon jetzt deuten sich die Umrisse alter Klasse an: Auch diesmal gilt es, eines von insgesamt achtzehn Völker über geschickte Planung in den Bereichen Wirtschaft, Diplomatie, Kultur, Religion und Krieg aus der Steinzeit ins Raumfahrtzeitalter zu führen. Wer die Deutschen wählt, kann sich z.B. zwischen den zwei Anführern Bismarck oder Friedrich d. Gr. entscheiden, die natürlich bestimmte Vor- und Nachteile in der Zivilisationskarriere mit sich bringen. Und da zeigt Civilization IV eine Menge alte sowie interessante neue Stärken - vor allem in den Bereichen Kampf, Kultur und Religion.

Der Kampf: mehr Taktik!

Wenn es auf dem Schlachtfeld zur Sache geht habt ihr jetzt mehr taktische Möglichkeiten: Hat man anno 2001 einfach eine Masse aus Einheiten in eine Armee verfrachtet und alles platt gemacht, muss man diesmal genauer hinschauen, wen man bekämpft. Da jetzt Schere-Stein-Papier eine größere Rolle spielen, können Pikeniere die Kavallerie z.B. sofort vernichten; Streitkolbenträger bekommen gegen diese wiederum einen 50%-Bonus. Es gibt quasi für jeden Aggressor die passende Antwort und keine anachronistischen Siege: Speerkämpfer, die Panzer besiegen, sollen genau so Fehlanzeige sein wie eine schummelnde KI, die inmitten einer Wüste eine blühende Metropole erschafft. Schön ist nicht nur, dass bereits vor einem Gefecht die Siegchance dargestellt wird, sondern dass es danach reichlich Erfahrungspunkte gibt. Und damit könnt ihr eure Veteranen gezielt aufrüsten: Insgesamt gibt es 20 Upgrades der Marke "+10% Angriff im Dschungel" oder "+10% Verteidigung in der Stadt" mit denen sich Veteranen spezialisieren lassen.

Cäsar Mimik zeigt euch ganz deutlich, was er von euch hält...
Die Kultur: mehr Einfluss!

Auch die Kultur wurde überarbeitet: Musste man damals noch fleißig möglichst viele Städte erobern und ausbauen, um Punkte in diesem Bereich zu ergattern, kann man diesmal theoretisch eine Hauptstadt zu einem weit strahlenden Kulturzentrum entwickeln und ist nicht zur Expansion verdammt - ein ganz wichtiger Pluspunkt, der individuellere Strategien ermöglicht: Ein regional begrenzter Zwergstaat im Stile der Schweiz hat also durchaus Überlebenschancen neben einem riesigen Imperium. Eure Kulturgrenze wird optisch dargestellt und kann primitive Nachbarn genau so ins Schwitzen bringen wie eine große Armee. Dabei helfen euch u.a. berühmte Persönlichkeiten: Könnt ihr einen berühmten Künstler engagieren, steigen eure Kultur- und Karma-Werte z.B. um drei Punkte.

Die Religion: mehr Macht!

Für frischen Wind sorgt auch die Religion als neues Machtinstrument, denn sie macht euer Volk nicht nur glücklicher, sondern erhöht ebenfalls eure Kulturwerte. Egal ob Christentum, Islam, Taoismus oder Buddhismus - sobald ihr eurem Volk Götter und Mysterien schenkt, steigt sein Ansehen. Wallfahrtsorte locken Pilger an, Pilger bringen Geld, Geld bringt Macht. Ihr könnt sogar Missionare aussenden, um neutrale oder feindliche Städte zu überzeugen. Aber Vorsicht: Das Überschreiten einer Landesgrenze samt Einladung zur Messe kommt einer Kriegserklärung gleich!

Barbaren & Technologie

Überhaupt ist das Erforschen der Karte gefährlich: Barbaren stromern nicht nur herum, sondern bauen diesmal auch eigene Städte, die zu bedrohlicher Größe anwachsen können. Damit gibt es auch außerhalb des Ränkespiels der großen Nationen einen größeren Unsicherheitsfaktor. Und natürlich sollte man ein Auge auf die Diplomatie und KI verwerfen: Ein Anführer wie Gandhi wird Kriege vermeiden und friedlich agieren, Elizabeth II. könnte da schon hungriger zu Werke gehen. Passt euch diese historische Mentalität nicht, könnt ihr sie auch vor Spielbeginn zufällig verteilen lassen, so dass in Gandhi plötzlich ein mongolischer Khan schlummert.

Der Erdball aus der neuen Weltraumsicht: Ihr könnt in null Komma nichts von A nach B scrollen.
Auch der Technologiebaum lässt sich jetzt offener erforschen: Musste man früher fast alles abarbeiten, um bestimmte Erfindungen oder Fortschritte einsetzen zu können, darf man sein Volk jetzt freier entwickeln. Warum soll ein friedlicher Staatsmann Schießpulver erfinden lassen? Eben. So lassen sich auf Dauer mit einem Volk mehrere Wege Richtung Raumfahrtzeitalter gehen - ideal für den Wiederspielwert.

Multiplayer & Editor

Aus den Fehlern der Vergangenheit hat man gelernt: Das Spiel wird in deutscher Sprache erscheinen und ist mit einem umfangreichem Multiplayer-Modus (LAN, Internet, Direct IP, Hot Seat) ausgestattet. Mit bis zu acht Freunden könnt ihr neben normalen und epischen auch so genannte Quick-Matches austragen, die nie länger als zwei Stunden dauern - ideal für die schnelle Eroberung zwischendurch. Sehr interessant sind die vielfältigen, miteinander kombinierbaren Siegbedingungen: Ihr könnt z.B. so spielen, dass die erste Stadteroberung, nur Kulturwerte oder einfach 100 Züge zählen. Eine klasse Idee für Multiplayer-Partien ist die automatisch für euch spielende KI beim Verbindungsabbruch. Wer auf die rundebasierte Wartezeit keine Lust hat, kann in den Simultanmodus wechseln: Hier entscheidet dann der schnellere Klick, wer sich die Goldmine sichert. Hinzu kommt ein mächtiger Editor: Mit dem World Builder lasen sich in null Komma nichts eigene Karten erstellen - ihr könnt euch sogar Landkarten aus dem Internet runterladen und diese ganz einfach in eine Civ-Map umwandeln.
             
 

AUSBLICK



Mist. Es geht bald wieder los. Die alte rundenbasierte Sucht schleicht sich schon an. Am 4. November hat der Tag wieder viel zu wenig Stunden, der Kaffee zu wenig Koffein. Habt ihr die Vorschau überhaupt gelesen? Egal. Sid Meier, Civilization, vierter Teil, alles wird besser - das reicht. Ich hab mehr geschrieben als ich wollte und trotzdem nur die Hälfte der Möglichkeiten angesprochen. Was da alles fehlt: das Grenzsystem, die Wunderwirkung, das kooperative Bauen, die neuen Völker, die Handelsnetzwerke. Obwohl sich Sid Meiers altehrwürdige Lady dreidimensional aufgedonnert hat, interessieren mich nur ihre inneren Werte: Religion, Diplomatie, Kultur und Kampf. Und die strahlen schon jetzt so hell, dass ich das Abdunkeln kaum erwarten kann. Civilization IV wird mich an den Bildschirm ketten.


     Ersteindruck: hervorragend



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Kommentare

kibyde schrieb am
Also ich habe das Spiel bereits und bin etwas enttäuscht, denn das Spiel wirkt teilweise unfertig.
Vor allem die häufigen Abstürze nerven gewaltig. 2 mal hat es sogar mein Betriebssystem mit runtergerissen. Häufig hab ich Abstürze beim Laden von Spielständen.
Das Kampfsystem ist auch nicht so gelungen, weil die Einteilung in Offensiv- und Defensivkraft weggefallen ist. Deswegen sind der Ausgang mancher Kämpfe nicht ganz nachzuvollziehen.
johndoe-freename-86053 schrieb am
Hmmm. Release 26.10. Stimmt das? Ich dachte 4. November. Gibt es schon einen Test dazu, wenn es schon draußen ist? Ich hoffe doch.
johndoe-freename-83652 schrieb am
Die letzte Woche wird bestimmt eine harte Wartezeit. Das Spiel ist noch nicht draußen und ich habe jetzt schon die ersten schlaflosen Nächte hinter mir. Hoffentlich wird der Termin nicht zu einem späteren Zeitpunkt verschoben, dass wäre sonst die reinste Folter.
Dream works schrieb am
Da läuft einem ja das Wasser im Mund zusammen. Aber warum müssen solche Spiele eigentlich immer zu Beginn eines neuen Semesters erscheinen? Sid Meier zerstört dadurch Existenzen!!! :D
Ehrlich, ich kann\'s kaum noch erwarten zum 4. Mal die Weltherrschaft an mich zu reißen.
Die beste Neuigkeit ist, dass es wieder Wundervideos geben soll. Diese habe ich im 3. Teil schmerzlich vermisst.
Und auch die individuellere Ausrichtung des Gameplays klingt extrem vielversprechend. Teil 3 krankte ja an der Expansionswut der KI. Wenn man nicht schnell genug Strädte gründete und damit sein Reich vergrößerte, konnte man später kaum noch mithalten. Ich bin ohnehin eher der Typ Spieler, der seine Basis bzw. sein Reich liebevoll ausbaut bevor er in den Krieg zieht.
Wird es eigentlich eine Vorab-Demo geben?
schrieb am

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