Vorschau: Battlefield 2

24.05.2005, Autor: Paul Kautz

Ego-Shooter für PC






Video: Battlefield 2, Project Reality 0.5, Trailer 1



Schlacht-Crashkurs

Ein schöner Tag im Nahen Osten: Vom Flugzeugträger aus hat man einen herrlichen Blick auf die in der Sonne glitzernde See, der Senkrechtstarter und der Kampfhelikopter stehen auf dem Deck, in der Ferne kann man im Dunst der Steppe noch ganz leicht die Konturen der Stadt erkennen. Kleiner Ausflug gefällig? Im Schlauchboot dümpeln wir gen Festland, nur um von einer vorwitzig geworfenen Granate empfangen zu werden: ach, richtig - es herrscht ja Krieg! Battlefield 2 ist die konsequente Weiterentwicklung von Battlefield 1942 und Battlefield: Vietnam. Entwickler Digital Illusions hat die Korea- und Irakkonflikte übersprungen, und wirft uns im neuesten Teil in die fiktiven Scharmützel einer nahen Zukunft.

Battlefield 2 lässt den Spieler nicht so im Dunklen tappen, wie es noch die Vorgänger taten alles wird per hilfreichem Text erklärt, es gibt sogar ein »Boot Camp« betiteltes Tutorial, in dem eine militärisch angehauchte Stimme alle Neulinge mit den wichtigsten Spieleigenschaften vertraut macht. Fragen wie »Wofür sind die Flaggen gut? Was macht das Radar? Wie benutze ich die Artillerie?« dürften nach einigen Übungsrunden aus der Welt geschafft sein. Währenddessen macht ihr auch mit den generalüberholten Bots Bekanntschaft, die Kenner der flaschigen Vorgänger überraschen dürften: Oh mein Gott, die Jungs scheinen wirklich zu wissen, was sie da tun! Die KI hat z.B. tatsächlich das brauchbare Autofahren gelernt: Statt wie eine Ratte im Labyrinth von Hindernis zu Hindernis zu stolpern, sitzt ein über das Einsatzgebiet Bescheid wissender CPU-Schumi am Steuer, welcher zwar gelegentlich von seinem Arbeitseifer übermannt wird und den Spieler rigoros überfährt, aber sonst tatsächlich vernünftige Routen fährt. Noch wichtiger ist das dazu gewonnene Wissen hinsichtlich der Fahnen: War es in den Vorgängern faktisch allein eure Aufgabe, beim Spiel mit Bots die Ticket-Übermacht an euch zu reißen, sind eure künstlichen Kameraden jetzt mit flammendem Eifer dabei das gilt natürlich ebenso für die Gegner. Die schießen zielsicher, nutzen Versteckmöglichkeiten, nehmen vor euch auch schon mal die Beine in die Hand und haben mit ihren Lemming-gleichen Vorgängern in etwa so viel zu tun wie Faustkeil mit Scharfschützengewehr.

Mediziner an die Front!

Zu Beginn findet ihr euch stets im aufgeräumten »Battlefield HQ« wieder: Von diesem Dreh- und Angelpunkt gelangt ihr nicht nur in jeden Bereich, sondern habt auch stets eure Statistiken im Blick: Wann war euer letztes Gefecht? Welchen Rang bekleidet ihr gegenwärtig? Und was am wichtigsten ist: Welcher Spielergruppe gehört ihr an? Denn ihr dürft unter drei Parteien mit je sieben Soldatenklassen wählen: US Army, Chinesische Rote Armee und »Middle East Coalition« hätten euch gern im Team. Ihr dürft den Sturmgruppen angehören, Scharfschütze sein, unter die Sanitäter gehen oder den Schraubenschlüssel als Ingenieur schwingen. Jede Klasse hat unterschiedliche Agilitäts- und Panzerungswerte, Aufgabengebiete sowie Waffen: Während der »Anti Tank« z.B. einen dicken Raketenwerfer schwingt, liegt die Hauptaufgabe des »Sniper« naturgemäß beim Blattschuss aus weiter Entfernung. Der Mediziner ist dieses Mal übrigens weitaus mehr als die ungeliebte nutzneutrale Klasse. Im Gegenteil: als Teil des Teams werdet ihr ihn schnell zu schätzen wissen, denn werdet ihr nur stark verwundet, aber nicht getötet, könnt ihr innerhalb einer 15 Sekunden-Frist von ihm wieder belebt werden, und müsst nicht erst auf einen verzögerten Spieleintritt warten ein guter Teamführer sorgt also immer dafür, dass seine Gruppe von einem zuverlässigen Trupp Medizinmänner begleitet wird.

Im Gegensatz zu den braunen (BF 1942) und braun-grünen (BF: Vietnam) Schlachtfeldern der Vorgänger finden die hiesigen Kämpfe in einem arabisch angehauchten Szenario statt euch erwarten Steppen, Oasen und vor allem Städte. Die Entwickler wollen Scharfschützenfeste wie in den Vorgängern möglichst vermeiden, und legen daher den Schwerpunkt auf den spannenden Häuserkampf, bei dem hinter jeder Ecke ein Gegner lauern kann. Darüber hinaus wird Campern das Leben so schwer wie möglich gemacht: Nicht nur tosende Artillerieschläge treiben Lauerer aus ihren Verstecken (bzw. lassen sie weit durch die Luft segeln) auch durchlässige Mauern und Zäune sorgen dafür, dass sich Feiglinge öfter zeigen müssen. Gegenwärtig dürfen bis zu 64 Rambos gegeneinander antreten, bis zum Release im Sommer sollen sich über 100 Mann auf den sich automatisch der Spielerzahl anpassenden Karten tummeln - womit BF2 dem direkten Konkurrenten Joint Operations gefährlich nahe kommt.


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