Devil May Cry 3: Dantes Erwachen - Test, Action, PlayStation 2 - 4Players.de

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Devil May Cry war seinerzeit ein Meilenstein als Action-Adventure. Teil 2 wiederum konnte die Erwartungen nur eingeschränkt erfüllen und erhielt bei uns 76 Prozent. Doch frei nach dem Motto "Wer abrutscht, darf noch mal" kehrt Dante zurück, um die Höllenbrut ein für allemal zu besiegen. Ein würdiger Nachfolger oder ein weiterer Totalausfall?


Wie schwer ist zu schwer?

Schmeiße ich das Pad wutentbrannt an die Wand, oder versuche ich, Fassung zu bewahren? Oder vielleicht sollte ich meinem Leiden ein Ende bereiten und ganz einfach den Hauptschalter der PS2 betätigen? Erst einmal tief durchatmen. Ein, aus, ein, aus& Langsam kehrt wieder Ruhe in meine gepeinigte Spielerseele.

Dante ist zurück - cooler als je zuvor und gewürzt mit einem exorbitanten Schwierigkeitsgrad.
Ich habe mich doch nicht durch die Onimushas dieser Welt gekämpft, um jetzt aufzugeben! Nicht einmal diverse Gradius- und Contra-Ableger konnten den Stolz auf meine Fähigkeiten als Padschwinger zum Einsturz bringen.

Doch Dantes neues Action-Abenteuer reizt mich bis zu Weißglut, spielt auf meinen Emotionen Gitarre, wie es Jimi Hendrix nicht besser hinkriegen könnte und schreit mir gnadenlos ins Gesicht: Du bist zu schlecht! Game Over.

Verflucht sei Devil May Cry 3! Verflucht seien die Entwickler, die mich sämtliche Gefühle von freudiger Erregung über Wut, Ärger bis hin zur Genugtuung durchleben und -leiden lassen. Dantes erneut aufgenommener Kampf gegen die Dämonenbrut ist hammerhart. Ich kann mir auch nicht erklären, wieso Capcom bei Dantes voraussichtlich letztem Metzel-Ausflug den Schwierigkeitsgrad so exorbitant hoch angesetzt hat - zumal man dem Spiel nicht mal nachsagen kann, dass es (mit Ausnahme einer Kleinigkeit) unfair gestaltet wurde.

Die Kameraperspektive ist gut gewählt und lässt sich im Zweifelsfall auch manuell schnell und unkompliziert nachjustieren. Auch die angreifenden Gegner verhalten sich Dante gegenüber fair. Es ist zwar so, dass man die Angriffs-Schemata jedes Feindtyps und vor allem der Bosse genau kennen sollte, doch etwas anderes erwarte ich bei einem Devil May Cry-Titel auch gar nicht. Aber es gibt einen kleinen Haken, der sich als großer Stolperstein erweist: Die fehlenden Kontrollpunkte innerhalb der Abschnitte legen den Grundstein für Ärger, der sich bedingt durch den bereits häufig angesprochenen Schwierigkeitsgrad vor allem bei Anfängern schnell manifestieren kann. Wieso gibt es nicht mehr Speicherkomfort?

Wer hat Angst vor großen Tieren? Dante hat in solchen Momenten immer einen witzigen Spruch auf den Lippen...
Frust vs. Coolness

Und doch kann ich nicht von diesem Stück Software lassen. Ein unwiderstehlicher Trieb zieht mich immer wieder vor den Bildschirm. Es ist nicht die Grafik, die dafür sorgt, dass ich allem Frust zum Trotz immer wieder einen neuen Anlauf unternehme, um Dante im Kampf gegen die Monsterscharen nach besten Kräften zu unterstützen.
Dabei kann sich die Kulisse durchaus sehen lassen: Die Abschnitte sind zwar deutlich kleiner geworden, sind aber mit überzeugenden Texturen tapeziert und bieten zahlreiche Lichteffekte als Optik-Schmankerl. Auch die Animationen aller Figuren sowie die imposanten Spezialeffekte machen einiges her. Die Wesen, die euch dabei über den Weg laufen, muten wie Fantasiegespinste von Designern an, die zu viel Clive Barker gelesen haben.

Die Akustik, die sich wie immer bei Capcom aus englischer Sprachausgabe mit zumeist sauberen deutschen Untertiteln, passender Musikuntermalung und brachialen Kampfgeräuschen zusammen setzt, hat ebenfalls nur wenig Anteil an der Überwindung der Frustschwelle. Sie ist eher als Beispiel dafür zu sehen, dass die japanischen Entwickler wie fast immer einen durchdachten Soundteppich weben können. Aber was ist es dann, was mich immer wieder zum Pad zieht wie die Motte zum Licht?

 

    

Kommentare

Ups, da gab es wohl ein Problem.
schrieb am

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