Wohl bekomm's!
Die PSP-Vorlage des Run&Gun-, Verzeihung: Race&Gun-Shooters führte zur EU-Einführung des Handhelds eindrucksvoll vor, wie souverän das Hosentaschen-Gaming den Sprung in die Online-Generation meistern kann. Schließlich durften sich sechs Streithähne in verschiedenen Mehrspieler-Debatten das Heck ruinieren, das bleihaltige Spektakel sah auch noch klasse. Zufriedene Online-Raser, offenbar gute Verkaufszahlen sowie die fehlende Aussicht auf einen baldigen Nachfolger für Sony sind das offenbar genug Argumente für einen PS2-Ableger. Wobei "Ableger" maßlos übertrieben ist. Schließlich werden die Pixel lediglich auf Fernsehbildgröße aufgeblasen, Zusatzinhalte drauf gepackt und fertig ist die preiswerte Umsetzung: Sie ist farbenfroh, sie ist rasant, sie sieht aus wie ein PSP-Spiel. Sprich: Sie wirkt nicht mehr zeitgemäß.
Selbst einem theoretischen Handheld-Nachfolger hätten die Entwickler aufgebohrte Kulissen spendieren müssen! Immerhin hinterlässt Head On einen schöneren Eindruck als die Ratchet & Clank-Umsetzung - Kunststück.![]()

Die einen freuen sich über die finsteren Extras aus der eingestellten Black-Fortsetzung...
Apropos Entwickler: Schrillt bei "David Jaffe" die "Kenn ich doch!"-Alarmschelle? Kennt ihr tatsächlich. Der Designer zeichnet nämlich nicht nur für Twisted Metal 1, 2 und den fünften Teil, "Black" verantwortlich; er hat vor allem mit God of War von sich reden machen. Inzwischen hat der Blockbuster-Mann zusammen mit Scott Campbell (ebenfalls Twisted Metal sowie Warhawk) sein eigenes Studio gegründet - mit dem er als Erstes diesen lauwarmen Mikrowellen-Aufguss veröffentlicht. Glück im Unglück sind die zusätzlichen Geschmacksverstärker, denn die Erfinder der Twisted Metal-Serie erzählen in einer halbstündigen Dokumentation viel Wissenswertes zu ihrem Baby. So kommen immerhin interessante Insider-Einblicke ans Tageslicht. Das Bonusmaterial enthält außerdem Konzeptzeichnungen sowie von Jaffe gedrehte Filme, welche die Geschichte der Charaktere aus Teil eins abschließen sollten. Heute kann der "Regisseur" mit einem lachenden Auge zugeben, warum seine Machwerke damals nicht veröffentlicht wurden - sie sind köstlicher, unbedingt sehenswerter Trash!
Der Ego-Shooter für Rennfahrer
Das Wichtigste am Mikrowellen-Gericht ist aber die neue Beilage: vier Levels der eingestellten Fortsetzung zu Twisted Metal: Black. Laut der mitgelieferten Beschreibung war damals angedacht, die Abschnitte erstmals in einer großen Spielwelt miteinander zu verbinden. Weil der Nachfolger nie fertig wurde, wählt ihr die einzelnen Szenarios jedoch separat an, folgt wie in Head On einer Art Kampagne oder versucht einfach nur, so lange wie möglich zu überleben.
Natürlich wirken die sieben Jahre alten Levels antiquiert, langjährige Fans werden sich allerdings über die für Black typischen finsteren Kulissen, Fahrzeuge und vor allem Charakterbilder freuen. Viel mehr bekommen sie schließlich auch nicht zu Gesicht.![]()

... die anderen genießen das mehr als zwei Jahre alte PSP-Werk.
Eins muss man Twisted Metal lassen: Als kurzweilige Adrenalinspritze eignet sich der "Ego-Shooter für Rennfahrer" selbst in seiner aufgewärmten Form noch hervorragend! Wer durch die zahlreichen Arenen der PSP-Umsetzung (sowie eine PS2-exklusive) rast, panisch nach Reparaturkits Ausschau hält und in jedem Level die Minispiele für zusätzliche Waffen absolviert, findet eine riesige Spielwiese zum Austoben. Dass sich die Serie weder konzeptionell noch technisch weiterentwickelt und es mit Full Auto sogar eine deutlich modernere Variante des Autokampfes gibt - sei's drum. Einen riesigen Patzer erlaubt sich Sony nur in Sachen Mehrspieler-Verschrottung, denn die Online-Gefechte wurden ersatzlos gestrichen. Ihr dürft zwar zu zweit per Splitscreen mit- oder gegeneinander antreten, von sechs Spielern via Internet oder wenigstens den zahlreichen Spielvarianten ist allerdings nichts mehr übrig! Blöd, dass diese vor zweieinhalb Jahren die große Stärke des PSP-Erstlings waren...
Ausblick
Ersteindruck: befriedigend
Kommentare
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Square, EA und jetzt auch noch Sony die versuchen mit jedem Scheiß Geld zu machen.