Beyond: Two Souls - Test, Adventure, PlayStation 3 - 4Players.de

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Beyond: Two Souls (Adventure) von Sony
Beyond: Two Souls
3D-Adventure
Entwickler:
Publisher: Sony
Release:
09.10.2013
26.11.2015
Spielinfo Bilder Videos
Heavy Rain hat uns 2010 stark beeindruckt. Das damalige Spiel des Jahres überzeugte nicht nur audiovisuell, sondern vor allem als emotionales Drama mit inneren Konflikten und bitteren Konsequenzen. Jetzt meldet sich David Cage mit Beyond: Two Souls exklusiv für PlayStation 3 zurück. Dabei bleibt er seiner filmischen Regie treu, aber Drehbuch und Spieldesign gehen andere Wege. Ob Quantic Dream erneut begeistern kann, klärt der Test.

Chronologische Achterbahnfahrt

Video
Die Story macht neugierig. In der Rolle der übersinnlich begabten Jodie muss man mit einem seltsamen Geistwesen leben.
Habe ich nicht gerade noch ein kleines Mädchen gespielt? Nun bin ich eine Frau? Dann wieder eine Jugendliche? Jetzt wieder ein Kind? David Cage erzählt die Geschichte der übersinnlich begabten Jodie Holmes nicht chronologisch, sondern verwebt die 26 Kapitel auf den ersten Blick recht wirr miteinander – es entsteht ein Flickenteppich aus Schauplätzen und Altersstufen. Gerade im Einstieg fällt es einem noch schwer, sich in bestimmte Situationen mit Jodie hinein zu versetzen, weil man sie einfach nicht gut genug kennt. Man weiß nur, dass sie ein unsichtbares Wesen namens „Aiden“ rufen kann, das über eine Art Nabelschnur mit ihr verbunden ist – und das macht natürlich neugierig: Was hat es mit diesem Geist auf sich? Diese Frage wird im Verlauf der knapp zehn Stunden beantwortet. 

Aber was Freunde und Familie angeht, wird man zunächst ins kalte Wasser geworfen. Wie kalt das für eine Heranwachsende sein kann, die „anders“ ist als ein normaler Teenager bekommt man recht schnell zu spüren: Jodie muss mit ständiger Ablehnung und Misstrauen leben – selbst „Hexe“ wird sie genannt. Nicht nur, dass der eigene Vater ein unsensibler Klotz ist, auch die Altersgenossen erweisen sich auf einer Party als hinterhältige Mobber. Schön ist, dass man in dieser und vielen anderen Situationen frei entscheiden kann: Darf Jodie Bier trinken? Lege ich Rock oder Pop auf? Tanze ich mit dem Jungen? Lass ich seine Hand an der Hüfte hinab weiter tasten? Küsse ich ihn? Hier wirkt das Spiel noch angenehm alltäglich, versucht das soziale Verhalten in einem Milieu abzubilden – und damit zu experimentieren, macht zunächst Spaß.

Situative Freiheit ohne spürbare Konsequenzen

Mal spielt man Jodie als Kind, mal als Teenager oder Frau. Die ständig wechselnden Situationen verwirren zunächst.
Mal spielt man Jodie als Kind, mal als Teenager oder Frau. Die ständig wechselnden Situationen verwirren zunächst.
Weil man so viel selbst bestimmen kann, entsteht ein angenehmes Gefühl der situativen Freiheit. Ähnlich wie in Heavy Rain reicht das von belanglosen Tätigkeiten wie dem Öffnen eines Schranks oder dem Einschalten eines Fernsehers bis hin zur Wahl eines Kochrezeptes oder Kleides vor einem Date, ernsten Antworten in Gesprächen oder intimen Entscheidungen wie auf der oben erwähnten Party. Aber im Unterschied zum letzten Spiel von David Cage spürt man hier kaum Konsequenzen und erlebt viele Konflikte oder Szenen trotz unterschiedlicher Vorgehensweise gleich. Jodie wird von den anderen Kids in eine Kammer eingesperrt, kann sich mit Aiden befreien und dann entweder Rache üben oder nicht – was bedeutsam klingt, ist es letztlich nicht. Denn mein Verhalten wirkt sich nicht nur innerhalb einer Situation kaum aus, sondern hat später keine Auswirkungen.

Richtig gut wäre dieses Beyond, wenn der skrupellose Einsatz der übersinnlichen Fähigkeiten auch die Entwicklung von Jodie als Persönlichkeit beeinflussen würde. Aber ob man jetzt die Mobber fast erwürgt und das halbe Haus aus Wut abfackelt oder einfach ohne Rache nach Hause geht, hat keinerlei spürbare Folgen – vor allem nicht auf ihre Psyche. Zumal einen das nächste Kapitel vielleicht wieder in die Rolle als Kleinkind oder Erwachsene wirft. Warum begegnet man einem der eingeschüchterten Teenager nicht nochmal in einem späteren Kapitel? Warum wird Aiden nicht frecher und mächtiger, wenn ich seine Kraft mehrmals so ausnutze? Immerhin hat er harmlose, defensive und aggressive Fähigkeiten.

Kommentare

Masters1984 schrieb am
Blödsinnige Wertung, das Spiel hat definitiv deutlich mehr verdient.
Das Spiel ist richtig Klasse und die emotionalen Momente kommen auch nicht zu kurz. Klar es ist jetzt kein Heavy Rain, aber auch nicht so unterirdisch schlecht dass es eine Wertung unter 70% rechtfertigen würde. Die sonstigen Reviews sind eigentlich alle recht positiv und gehen sogar über 80% hinaus. 68% sind einfach zu wenig und da sollte man viel eher die immergleichen jährlichen Aufgüsse wie Fifa, CoD abwerten als solche genialen Machwerke ala David Cage. Er ist der Stephen Spielberg der Videospiele, seine Spiele verschwinden nicht in die Bedeutungslosigkeit.
@Wulgaru
Es gibt in Beyond Two Souls sogar mehrere Enden genau wie in Heavy Rain und ich finde die nicht schlecht, sondern eigentlich immer sehr passend erzählt. Nur Fahrenheit war etwas zu abgedreht und too much und Beyond nähert sich dem zwar etwas an, wird aber nie so absurd wie Fahrenheit. Dieses Spiel ist an jedem zu empfehlen, der auch Heavy Rain und Fahrenheit mochte, geniales Game. Und David Cage lassen sie sich nicht entmutigen, machen sie weiter solche tollen Games.
Wulgaru schrieb am
Habe das Spiel nun endlich mal nachgeholt und kann mich echt nur dafür beglückwünschen dafür nicht den Vollpreis bezahlt zu haben und Cage dafür, das er es tatsächlich zum dritten mal geschafft hat, ein zwei drittel sehr unterhaltsames Spielerlebnis anzubieten um dann im letzten drittel etwas....ja wie soll man es nennen...absolute Katastrophe?
Ich mochte in den ersten zwei Dritteln fast alles. Klar, ist alles wie immer von Filmen zusammengeklaut (Stichwort Carrie), aber dieses Nikita-Ding mit nem Geist hat funktioniert und Ellen Page ist phantastisch, das Gameplay war abwechslungsreich und selbst die asynchrone Erzählweise war clever, weil es so spannender war, als die Geschichte eigentlich wirklich ist und man zudem immer wieder Comic Relief-Parts einbauen konnte (das Date zum Beispiel).
...aber das gesamte Finale und ich bin da sogar tolerant, das geht bei mir wirklich erst ab ihrer
Spoiler: anzeigen
erneuten Gefangenahme durch die CIA und Nathans Superstargate
los...meine Güte Cage...hör auf zu schreiben...oder hör auf Enden zu schreiben....meine Güte....
Eirulan schrieb am
Sid6581 hat geschrieben:Im übrigen nominiere ich Beyond für das bestaussehende Spiel 2013 - was da an Beleuchtungs- und Wassereffekten abgeliefert wird, ist schon sehr beeindruckend für eine acht Jahre alte Konsole.

Jepp, da können sich die bisher erschienenen PS4 Titel ne Scheibe von abschneiden - das ist für die PS3 technisch einfach atemberaubend! :)
germanese schrieb am
habs mir am samstag geholt, spiele es seit sonntag und bin begeistert. ja, es kann mit heavy rain nicht "mithalten", kennt man heavy rain wird man von diesem teil enttäuscht bleiben weil man zwangsläufig ein "heavy rain 2" erwartet. aber es fesselt mich, es gefällt mir sehr, ich habs zur hälfte jetzt durch und bin gespannt wie es weiter geht. ich hätte mir aber mehr abschnitte a là "der kondensator" oder "obdachlos" gewünscht, bis jetzt meine persönlichen höhepunkte des spiels. david cage, lass dich nicht abschrecken, mach dein ding und zieh es durch.... ich bin schon auf deine nächsten projekte auf der ps4 gespannt und kann es kaum erwarten. evlt ein "project KARA" in der mache? den trailer damals fand ich bombastisch...
Sid6581 schrieb am
WilderWein hat geschrieben:Hoffentlich lässt sich Cage und co nicht von den schlechten Tests abschrecken und gehen weiter ihren weg.

Da möchte ich mich anschließen, habe das Spiel voller Begeisterung in zwei Tagen durchgespielt, der einzige Schwachpunkt war für mich die zu lang geratene Mission in Afrika, die hätte man um die Hälfte kürzen können. Ja, die Stealth-Einlagen waren nicht super und langfristige Konsequenzen gab es auch kaum, aber die Inszenierung haben mich umgehauen. WENN man diese Art von Spiel mag, wird man kaum besser unterhalten werden. Letzten Endes ist Beyond nur eine weitere Facette des Spielekosmos, ein Film zum Mitspielen wie er meiner Meinung nach packender kaum sein könnte. Von den leisen Tönen (Party) bis zur ganz großen Show (Verfolgung im Zug, Ende) versteht David Cage einfach sein Handwerk, ich hoffe sehr, dass das nächste Werk auf der PS4 den Weg weitergeht.
Im übrigen nominiere ich Beyond für das bestaussehende Spiel 2013 - was da an Beleuchtungs- und Wassereffekten abgeliefert wird, ist schon sehr beeindruckend für eine acht Jahre alte Konsole.
schrieb am

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