Uncharted: Drakes Schicksal
USK: 16

Test: Uncharted: Drakes Schicksal

So testet 4Players
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Autor:
Jörg Luibl

Historisch oberflächlich

Natürlich ist das nur ein Action-Adventure, aber gerade die Kulturen Südamerikas hätten so leicht, so viele Ansatzpunkte
Der fiese Granatwerfer hat ausgeschossen: Manchmal hilft es, sich schnell aus der Deckung heraus auf Feinde zu stürzen.
bieten können, um das Ganze wenigstens etwas zu vertiefen oder noch bessere Rätsel einzubauen. Gerade die nur sporadisch auftauchenden Knobeleien hätten eine nachvollziehbare Einbindung in die Spielwelt gebrauchen können. Drake muss zwar keine Kisten verschieben wie anno dazumal Lara, aber dafür Hebel und Schalter bedienen. Auch das ist theoretisch eine willkommene Abwechslung, aber nur ganz selten kommt es mal zu einem Logikrätsel mit Symbolen - und dann ist es entweder stupide einfach oder so abstrus zu entziffern, dass man die Designer verfluchen will. Insgesamt sorgen diese ruhigen Passagen ja dennoch für Abwechslung vom Actionalltag. Doch so gut Naughty Dog in Sachen Kulisse, Kraxelei, Leveldesign und Kampfdynamik auch ist, so unterdurchschnittlich sind sie letztlich in Sachen Rätseldesign. Es gibt einige Kopfnüsse, man freut sich darüber, aber das geht weitaus besser!

Und warum hat man die Reaktionsspielchen so selten genutzt? Wenn schon Quick-Time-Reactions, dann bitte anspruchsvoller! Resident Evil 4 hat gezeigt, wie man es machen muss. Ab und zu gibt es eine Szene, in der man schnell
Drake erkundet verschachtelte Katakomben, in denen diverse Tür- und Druckmechanismen warten. Diese Rätselelemente sorgen für angenehme Abwechslung.
eine Taste drücken muss, um z.B. einem herunter fallenden Gegenstand auszuweichen - es gibt kurz Herzklopfen, dazu eine Cutscene, sehr schön. Aber erstens kommt das viel zu selten vor, wird dazu nicht über weitere Tastenkombinationen vertieft und zweitens wird das auch für so langweilige Aktionen wie das schnelle Betätigen eines Rades benutzt, damit sich irgendwo eine Tür öffnet. Dafür hätte man sich die Reaktionsspielchen auch sparen können. Erst im finalen Kampf nutzt man diese Herzklopf-Mechanik gezielter, dann aber leider in nervender Trial&Error-Manier...

Versöhnende Joker

Aber Naughty Dog kann diese Schwächen im Adventure-Bereich des Spiels im letzten Drittel ausgleichen. Da wird endlich mal die komplette Umgebung in eine Art Rätselspielplatz verwandelt: Drake muss Zahlenplatten folgen und nacheinander bestimmte Mechanismen in Gang bringen, um vom Startpunkt zum Ziel zu gelangen. Das Leveldesign ist hervorragend, der Schwierigkeitsgrad ist angenehm und man fühlt sich angesichts all der Apparaturen und Räderwerke fast an Myst erinnert. Außerdem durchbricht man hier endlich den Wechsel von Ballerei und Rätselei, den man bis dahin fast immer vorausahnen konnte, indem man Drake schon während des Knobelns attackiert - sehr gut!

Im letzten Drittel wird es nochmal richtig düster: Aus dem hellen karibischen Flair wird langsam eine schattige Dunkelheit. Lauert dort noch etwas anderes als Banditen? Dieser Hauch von Horror tut dem Spiel richtig gut...
Auch die Dramaturgie kann letztlich noch einen versöhnenden Joker zücken: Es gibt etwa nach der Hälfte der Spielzeit endlich eine kleine atmosphärische Überraschung, die das andeutet, als Drake & Co einen aufgespießten Banditen finden. Aus der karibischen Helligkeit wird dann langsam eine leicht gruselige Dunkelheit. Das liegt an den immer düsteren Katakomben und Grüften und dem Hauch von Horror, den man plötzlich zu spüren glaubt: Wer hat diesen Mann auf bestialische Art und Weise getötet? Was sind das für seltsame Fußspuren? Und ist noch etwas anderes in diesem Dschungel unterwegs als Schatzjäger? Mit diesen Fragen sorgt Naughty Dog für eine angenehme Wendung, die die Hoffnung auf Survival-Horror aufkeimen lässt - und die wird nicht enttäuscht. Ohne zu viel verraten zu wollen: Die Monotonie der Gegner wird in den letzten Kapiteln ebenso aufgebrochen wie die scheinbar durchschaute Story.

Vielleicht hat Naughty Dog diese wohltuende Wendung etwas zu spät und etwas zu plötzlich in das Finale des Abenteuers eingeflochten. Vielleicht hätte man schon vorher ein paar mysteriöse Spuren auslegen sollen, die misstrauisch und neugierig machen. Und hier kommen wieder all die Schätze ins Spiel, die man so findet: Gerade über diese Kostbarkeiten oder alte Notizen oder seltsame Geräusche hätte man wunderbar erste Indizien auf das Unheil streuen können, das euch im Finale übermannt. Wie dem auch sei: Unterm Strich sichert sich Uncharted gerade aufgrund dieses angenehm bösen Stimmungswechsels letztlich den verdienten Gold-Award.     

Kommentare

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  • Sam1510 schrieb:
    Uncharted ist sicherlich kein schlechtes Spiel. Aber auch kein Mega Blockbuster ] Zumindest für den 2. Teil gilt, dass es gerade im Blockbustern unerreicht ist. In keinem anderen Spiel fliegt einem so viel um die Ohren, kommen plötzlich
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    Sam1510 schrieb:
    Uncharted ist sicherlich kein schlechtes Spiel. Aber auch kein Mega Blockbuster ] Zumindest für den 2. Teil gilt, dass es gerade im Blockbustern unerreicht ist. In keinem anderen Spiel fliegt einem so viel um die Ohren, kommen plötzlich Panzer angerauscht, brechen Häuer auseinander, oder Züge stürzen Tausende Meter in die Tiefe. Das Gameplay ist meiner Meinung nach auch nicht so der Bringer, aber in Sachen Blockbuster ist Uncharted doch konkurrenzlos.
  • Sam1510 schrieb:
    So habs gestern durchgespielt. Hatte eher das Gefühl das ich eine TR Legend kopie spiele :D Ich finde Uncharted nicht wirklich besser als Tomb Raider. Das was Uncharted besser macht für mich sind nur folgende dinge: 1 Kampfsystem. ( Wobei das mit der Zeit auch
     [...]
    Sam1510 schrieb:
    So habs gestern durchgespielt. Hatte eher das Gefühl das ich eine TR Legend kopie spiele :D Ich finde Uncharted nicht wirklich besser als Tomb Raider. Das was Uncharted besser macht für mich sind nur folgende dinge: 1 Kampfsystem. ( Wobei das mit der Zeit auch ziemlich eintönig ist) Aber ansonsten finde ich die Kletterpassagen bei TR ( gerade Annyversary und Underworld) viel glaubwürdiger/besser. Story ist geschmackssache. Was mir an Unchated genervt hat, ist der monotone Spielablauf. Ballern-Deckung suchen - Ballern - Paar Schritte weiter laufen - Ballern - Deckung suchen - Oh hier eine kleine Kletter Einlage ( Wo die Animationen auch ziemlich naja aussehen) Immer und immer wieder das gleiche. Uncharted ist sicherlich kein schlechtes Spiel. Aber auch kein Mega Blockbuster ] Joa, die monotonie hat mich auf dauer ebenfalls genervt. Dies ist im 2. teil zwar besser, aber leider ebenfalls noch lange nicht perfekt.
  • So habs gestern durchgespielt. Hatte eher das Gefühl das ich eine TR Legend kopie spiele :D Ich finde Uncharted nicht wirklich besser als Tomb Raider. Das was Uncharted besser macht für mich sind nur folgende dinge: 1 Kampfsystem. ( Wobei das mit der Zeit auch ziemlich eintönig ist) Aber  [...] So habs gestern durchgespielt. Hatte eher das Gefühl das ich eine TR Legend kopie spiele :D Ich finde Uncharted nicht wirklich besser als Tomb Raider. Das was Uncharted besser macht für mich sind nur folgende dinge: 1 Kampfsystem. ( Wobei das mit der Zeit auch ziemlich eintönig ist) Aber ansonsten finde ich die Kletterpassagen bei TR ( gerade Annyversary und Underworld) viel glaubwürdiger/besser. Story ist geschmackssache. Was mir an Unchated genervt hat, ist der monotone Spielablauf. Ballern-Deckung suchen - Ballern - Paar Schritte weiter laufen - Ballern - Deckung suchen - Oh hier eine kleine Kletter Einlage ( Wo die Animationen auch ziemlich naja aussehen) Immer und immer wieder das gleiche. Uncharted ist sicherlich kein schlechtes Spiel. Aber auch kein Mega Blockbuster :wink: