Horizon Zero Dawn - Test, Rollenspiel, PlayStation 4 - 4Players.de

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Horizon Zero Dawn (Rollenspiel) von Sony
Ronja Maschinentochter
Action-Rollenspiel
Entwickler: Guerrilla Games
Publisher: Sony
Release:
01.03.2017
kein Termin
Spielinfo Bilder Videos

Als Guerrilla Games vor zwei Jahren Horizon Zero Dawn ankündigte, konnte man die Nervosität von Sony spüren. Kein Wunder, denn die bisher für den Shooter Killzone verantwortlichen Niederländer wagten sich nicht nur in die von Grand Theft Auto, Assassin's Creed, Far Cry & Co dominierte offene Welt, sondern wollten eine Art apokalyptische Steinzeit mit Pfeil, Bogen und Maschinen inklusive weiblicher Heldin inszenieren - das irritierte sogar den Sonychef. Ob dieses riskante Abenteuer auf PlayStation 4 überzeugen kann, verrät der Test.



Eine Frau macht Sony nervös...

Ich erinnere mich, dass ich im Sommer 2015 verwundert den Kopf schüttelte, als sich der Präsident der Sony Interactive Entertainment Worldwide Studios nach der Ankündigung von Horizon Zero Dawn nicht nur um die thematische Verknüpfung von Steinzeit und Hightech, sondern vor allem um die Akzeptanz der weiblichen Heldin Aloy sorgte. Shuhei Yoshida sagte damals:

"Sie ist ein weiblicher Hauptcharakter. Das war schon immer die Vision des Teams, aber wir hatten eine Diskussion darüber. Ist es riskant, einen weiblichen Charakter zu haben? (...) Die Bedenken kamen, nachdem das Spiel bereits in Entwicklung war. Wir haben es intern vielen Leuten gezeigt und sie hatten Fragen dazu."

In der Rolle der ausgestoßenen Aloy erkundet man eine Endzeitwelt.
In der Rolle der ausgestoßenen Aloy erkundet man eine Endzeitwelt.

Warum diese Bedenken? Scheiterte denn eine neue Marke schon mal am Geschlecht des Helden? Und gab es abseits von Tomb Raider nicht bereits so viele markante und erfolgreiche Beispiele für Frauen in Videospielen - ob in Hauptrollen wie in Mirror's Edge, Bayonetta, Life Is Strange oder in Nebenrollen wie in BioShock Infinite, The Walking Dead oder The Last of Us. Zu viel Nervosität im Umfeld, vor allem jene, die auf Seiten der Publisher zu Eingriffen in den kreativen Bereich führt, kann zu schlimmen Fehlentscheidungen im Spieldesign führen. Deshalb ist es gut, dass Sony der Vision der Entwickler auch in diesem Bereich folgte und Yoshida san diese weibliche Perspektive letztlich ausdrücklich begrüßte.

Kann Guerilla Games erzählen?

Ob Mann oder Frau virtuell bewegt werden ist natürlich vollkommen egal, wenn es an den wichtigen Aspekten der Identifikation hapert. Mich interessiert nicht das

Es trägt viel zur Identifikation bei, dass man auch die Kindheit der Heldin erlebt.
Es trägt viel zur Identifikation bei, dass man auch die Kindheit der Heldin und ihren Ziehvater erlebt.

Geschlecht, sondern nur die Charakterzeichnung. Hier hatte ich viel größere Bedenken, denn Guerrilla Games zeigte in Killzone eher stereotype Helden oder faschistoide Zerrbilder der Marke Goebbels 2.0. Wie wollten sie gerade angesichts der in den letzten Jahren immer reiferen und emotional facettenreicheren Erzählweise mithalten? Vor allem, wenn man intern mit Naughty Dog auch hinsichtlich der Regie ein Vorzeigestudio vor der Nase hat? So etwas kann die qualitativen Unterschiede innerhalb der eigenen exklusiven Produktionen schonungslos offenbaren. Meine Bedenken betrafen auch generell das Erlebnis in der offenen Welt, denn Far Cry Primal hatte mich z.B. komplett gelangweilt. Aber obwohl dieses Horizon auf den ersten Blick thematisch und strukturell vergleichbar ist, unterhält es mich drei Klassen besser. Woran liegt das?

Sehr früh findet die Waise den so genannten "Fokus"in einer Höhle. Mit ihm kann sie ihre Umwelt scannen.
Sehr früh findet die Waise den so genannten "Fokus"in einer Höhle. Mit ihm kann sie ihre Umwelt scannen.

Das fängt damit an, dass Aloy überraschend gut charakterisiert wird. Die Regie lässt sich im Einstieg angenehm viel Zeit, eine interessante Biografie rund um die rothaarige Waise aufzubauen. Es trägt sehr viel zur Identifikation bei, dass man die Kindheit des Mädchens bis zur jungen Erwachsenen spielt und damit selbst erleben kann, auf welche Konflikte sie als Ausgestoßene in der archaischen Stammeswelt stößt. Sie wird gehänselt, gemieden und gedemütigt. Dieses Schicksal teilt sie mit ihrem ebenfalls verstoßenen Erzieher Rost, der sie wie eine eigene Tochter mit viel Verständnis, aber auch strenger Sorge behandelt - selbst wenn die emotionale Beziehungstiefe nicht erreicht wird, fühlte ich mich mitunter an Ellie und Joel aus The Last of Us erinnert. Und das wird nicht das einzige hochkarätige Déjà-vu bleiben, denn Guerrilla Games hat sich auch in anderen Bereichen von erfolgreichen Spielen inspirieren lassen.

Kommentare

Miieep schrieb am
CJHunter hat geschrieben: ?
04.09.2017 13:45
- kann man die schildweberausrüstung bei irgendeinem Händler kaufen oder muss man erst alle 5 Energiezellen finden und die nebenquest "altes waffenlager" lösen?
Letzteres. Man muss alle fünf Energiezellen finden um in den versiegelten Raum zu gelangen. Die letzte Energiezelle findet man jedoch erst im vorletzten Kapitel, man kann die Rüstung also quasi erst für die letzte Mission tragen. Sobald man alle Zellen gefunden und eingesetzt hat, kann man das Quest abschließen und erhält eine Truhe, in der sich das Outfit befindet.
Balla-Balla schrieb am
CJHunter hat geschrieben: ?
04.09.2017 13:45
Habe jetzt letzte Woche doch noch einen erneuten Durchlauf gestartet nachdem ich damals den endboss nie geschafft habe. Spiele also derzeit den story-modus und was soll ich sagen. Es ist so viel angenehmer zu spielen. Nicht das das Spiel auf "einfach" nicht machbar gewesen wäre (bis auf den endboss Hades), aber so macht's deutlich mehr Spass. Die kleinen wächter sind mit einem Schlag down, man verliert weniger Energie wen man getroffen wird und auch die nervigen schnappmäuler die ich eher umkurvt habe machen mir keine allzu grosse sorgen und gehen viel schneller down, genauso wie diese habichte.
Bin mittlerweile Level 35 und mir fehlen noch die letzten beiden hauptmissionen und paar nebenquests.
Ich hätte da allerdings noch 2 fragen:
- kann man die schildweberausrüstung bei irgendeinem Händler kaufen oder muss man erst alle 5 Energiezellen finden und die nebenquest "altes waffenlager" lösen?
- hat man diesmal mehr Zeit Hades zu besiegen oder gibt's da wieder ein zeitlimit? Wenn er schneller down geht wäre das jetzt nicht so relevant;-).
Habe das Spiel gerade beendet, das einzige, was ich nicht schaffte, war die E-Zellen zu finden, da hilft wohl nur googeln. Mir war es dann egal.
Den Endgegner empfehle ich, wie auch im Ladescreen eingeblendet, mit Feuerpfeilen zu beballern, dann die "wunden" Stellen mit Präzisionsschüssen des Bogens in Zeitlupe zu treffen, dabei immer in Bewegung bleiben, Stärkungstränke zu futtern und die Gesundheit mit Tränken aufzufrischen. Vorher natürlich diese Skills optimieren.
HZD war für mich seit Jahren mal wieder ein game, das mich daran erinnerte, warum ich gerne zocke....
CJHunter schrieb am
Habe jetzt letzte Woche doch noch einen erneuten Durchlauf gestartet nachdem ich damals den endboss nie geschafft habe. Spiele also derzeit den story-modus und was soll ich sagen. Es ist so viel angenehmer zu spielen. Nicht das das Spiel auf "einfach" nicht machbar gewesen wäre (bis auf den endboss Hades), aber so macht's deutlich mehr Spass. Die kleinen wächter sind mit einem Schlag down, man verliert weniger Energie wen man getroffen wird und auch die nervigen schnappmäuler die ich eher umkurvt habe machen mir keine allzu grosse sorgen und gehen viel schneller down, genauso wie diese habichte.
Bin mittlerweile Level 35 und mir fehlen noch die letzten beiden hauptmissionen und paar nebenquests.
Ich hätte da allerdings noch 2 fragen:
- kann man die schildweberausrüstung bei irgendeinem Händler kaufen oder muss man erst alle 5 Energiezellen finden und die nebenquest "altes waffenlager" lösen?
- hat man diesmal mehr Zeit Hades zu besiegen oder gibt's da wieder ein zeitlimit? Wenn er schneller down geht wäre das jetzt nicht so relevant;-).
yopparai schrieb am
Lord Hesketh-Fortescue hat geschrieben: ?
03.09.2017 17:48
Bei mir hat es ebenfalls mehrere Anläufe gebraucht. Um sofort zu gefallen, ist das Spiel abseits seiner oberflächlichen optischen Vorzüge ganz einfach zu ?offensichtlich kalkuliert? und zu sehr Epigone von erfolgreichen Titeln, die es - für mich eine Spur zu reißbretthaft - zusammenmixt (Witcher 3, Assassins Creed, Far Cry...). Dieses Mixen von vielversprechenden Zutaten anderer Games gelingt zwar auch schon zu Spielbeginn mit einiger Sogkraft, allerdings überwog am Anfang das Gefühl, hier einen Random-Erfolgsgame-Wannabe (und eben kein vermeintliches ?Original?) zu spielen. Es fühlte sich zunächst irgendwie seltsam plastikhaft und unecht an, ohne Identität. Erst mit dem Anziehen der überdurchschnittlich gut erzählten Story, der Charakterentwicklung von Aloy und dem vollständigen Öffnen der Welt gewinnt das Spiel eine eigene markante Handschrift. Abgesehen davon entsteht mit der Zeit ein ganz angenehmer Kampf-Erkundungs-Flow mit einem für mich passenden Mix aus Ruhe und Adrenalin. Und hier muss man dem Spiel wirklich Respekt zollen, diese Kurve langfristig doch noch so souverän gekriegt zu haben.
Dem kann ich mich 1:1 so anschließen. Horizon ist ein hervorragendes Spiel. Um aber wirklich fantastisch zu sein, fehlen ihm noch ein paar weniger durchkalkulierte und zielgruppengetestete Ecken und Kanten.
Lord Hesketh-Fortescue schrieb am
Bei mir hat es ebenfalls mehrere Anläufe gebraucht. Um sofort zu gefallen, ist das Spiel abseits seiner oberflächlichen optischen Vorzüge ganz einfach zu ?offensichtlich kalkuliert? und zu sehr Epigone von erfolgreichen Titeln, die es - für mich eine Spur zu reißbretthaft - zusammenmixt (Witcher 3, Assassins Creed, Far Cry...). Dieses Mixen von vielversprechenden Zutaten anderer Games gelingt zwar auch schon zu Spielbeginn mit einiger Sogkraft, allerdings überwog am Anfang das Gefühl, hier einen Random-Erfolgsgame-Wannabe (und eben kein vermeintliches ?Original?) zu spielen. Es fühlte sich zunächst irgendwie seltsam plastikhaft und unecht an, ohne Identität. Erst mit dem Anziehen der überdurchschnittlich gut erzählten Story, der Charakterentwicklung von Aloy und dem vollständigen Öffnen der Welt gewinnt das Spiel eine eigene markante Handschrift. Abgesehen davon entsteht mit der Zeit ein ganz angenehmer Kampf-Erkundungs-Flow mit einem für mich passenden Mix aus Ruhe und Adrenalin. Und hier muss man dem Spiel wirklich Respekt zollen, diese Kurve langfristig doch noch so souverän gekriegt zu haben.
Dass in allen Bereichen der Kunst und zu jeder Zeit wild geklaut, kopiert, zitiert, gemixt und weiterentwickelt wurde und wird, und dass daraus letztlich etwas Tolles entstehen kann, ist wohl eine Binsenweisheit. Dass das aber in der Praxis auch voll in die Hose gehen kann, dafür stehen für mich gesichtslose Abklatsch-Titel wie z.B. ?Mordors Schatten?; und glücklicherweise NICHT dieses am Ende durchaus erinnerungswürdige Spiel. Freue mich tatsächlich auf das Addon und auf die zukünftige Entwicklung dieses allemal vielversprechenden Franchise, bei dem man hoffentlich noch weitere eigene Akzente setzen kann. Akzente, die meinetwegen gerne noch viel stärker und mutiger von der 0815-Ubisoft-OW-Formel wegführen dürfen. (Und auch ich wünsche mir, dass man hier noch ?tiefer? die RPG-Facette ausbaut, die bisher doch reichlich flach ausfiel.)
schrieb am

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