Tzolk'in: Der Maya-Kalender - Brettspiel-Test - 4Players.de

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Tzolk'in: Der Maya-Kalender (Brettspiel) von Heidelberger Spielverlag
Wer den Mais hat, hat die Macht...
Worker Placement (Arbeitersetzspiel)
Entwickler: Simone Luciani, Daniele Tascini
Release:
01.10.2012
Spielinfo Bilder Videos
Wie bitte? Nein, nicht Tolkien, sondern Tzolkin. Das heißt so viel wie „Zählung der Tage“. So nannten die Maya einen Teil ihres Kalenders. Und das passt sehr gut zu einem Brettspiel, bei dem es darauf ankommt, ein Hand voll Arbeiter jeden Tag so effizient wie möglich zwischen Feldern, Pyramiden und Tempeln einzusetzen. Es gewinnt, wer nach zwei Jahren die meisten Siegpunkte hat.

Wer den Mais hat, hat die Macht...

...bis es auf den Festen kracht: Zu Beginn des Spiels war ich noch reich. Ich durfte mir all das aus dem Vorrat nehmen, was auf meinen zwei zufällig gezogenen Startplättchen zu sehen war; satte sieben Mais, zwei Steine, ein Gold und ich konnte sogar eine technologische Stufe aufsteigen! Und jetzt? Verflixt, es ist bald so weit. Gleich gibt es das dritte von vier Erntefesten. Noch einmal am zentralen Kalender in der Tischmitte drehen und die Maya wollen feiern.

Tzolk
Tzolk'in: Der Maya-Kalender ist für zwei bis vier Spieler geeignet und für knapp 35 Euro auf Deutsch beim Heidelberger Spielverlag erschienen. Übrigens auch zu zweit sehr gut spielbar - dann werden einige Zahnradpositionen mit neutralen Arbeitern besetzt.
Eigentlich sollte das ein Grund zur Freude sein, aber ich starre mürrisch auf meinen mickrigen Vorrat von einem Mais. Denn ich muss dafür sorgen, dass alle Arbeiter meines Stammes ordentlich zu futtern haben – und zwar zwei Mais für jeden. Schaffe ich das nicht, erzürnt das (mal wieder) die Götter und ich verliere drei Siegpunkte pro Hungerhaken. Wenn ich diese knappe Partie gewinnen will, darf ich mir bei der Versorgung keine Fehler leisten.

Es gibt zwar auch Holz, Stein und Gold als Rohstoffe, aber die gelben Kolben sind auch deshalb so wichtig, weil man sie nicht nur für die vier Erntefeste braucht, sondern auch für die Aktionen an den fünf Orten: Einen Arbeiter zum Ernten nach Palenque zu schicken, kostet noch nichts, falls er auf der niedrigsten Stufe des Zahnrades steht – die hoffentlich kein anderer Spieler besetzt. Der zweite kostet schon einen, der dritte dann zwei etc. und ein möglicher sechster Arbeiter gar fünf Mais zusätzlich (also kumulativ), was unglaubliche 15 Mais unterm Strich bedeuten würde. Gut, dass die Übersichtstafel gleich Gesamt- sowie Zusatzkosten auflistet, so dass man nicht lange rechnen muss.

Versorgungszwang & Entwicklungsdrang

Das zentrale Zahnrad in der Mitte bewegt die äußeren fünf Orte: Dort platziert man seine Arbeiter, wenn man Aktionen wie Bau, Ernte oder Handel ausführen möchte.
Das zentrale Zahnrad in der Mitte (wo all der Mais liegt) bewegt die äußeren fünf Orte: Dort platziert man seine Arbeiter, wenn man Aktionen wie Bau, Ernte oder Handel ausführen möchte. Hier opfert man Kristallschädel für Siegpunkte.
15 Mais? Das ist eine Summe, die nach den ersten Spielen Tzolk’in utopisch erscheint. Man hat ja schon Mühe drei Arbeiter satt zu kriegen, wie soll man da sechs durchfüttern? Zumal man sie nicht frei und gratis auf den Zahnrädern platzieren darf, um mit ihnen Aktionen wie Ernte, Götterhuldigung, Rohstoffabbau oder Tauschhandel durchzuführen. Nein, man muss quasi von unten nach oben platzieren und die höheren Positionen kosten auch immer mehr Mais – wer zu spät kommt, zahlt also auch mehr. Im Vergleich zu LeHavre oder Agricola ist der Versorgungszwang hier kniffliger zu lösen.

Das hemmt zwar zunächst die Entwicklung des eigenen Stammes, der kaum technologisch, architektonisch oder religiös aufsteigen kann, weil man fast alle Arbeiter zur Ernte in den Dschungel schickt. Aber diese Grübelei ist auch Ansporn: Wie soll ich bloß vorwärts kommen? Wie kann ich möglichst schnell so viel Mais horten, dass ich mich um Tempel, Kristallschädel und Gebäude kümmern kann, die wertvolle Siegpunkte bringen? Das ist eine der zentralen Fragen in Tzolk’in. Und diese zu beantworten, macht irgendwann verflixt viel Spaß, weil sich nicht nur mit einer, sondern vielen Taktiken erfolgreiche Fortschritte machen lassen.

Kommentare

bwort_baggins schrieb am
Ich habs auch auf der Messe gekauft und bis jetzt sind wir noch nicht zum spielen gekommen :/
Thjodolf schrieb am
Lustig, dass nun kurz nach Myrmes auch Tzolk'in getestet wurde.
Ich war 2012 auf der Spielemesse in Essen und habe mir genau diese beiden Spiele dort gekauft. Anspielen war mir damals aber zu stressig. Da habe ich mich auf meine männliche Intuition verlassen und "blind" gekauft.
Und sowohl Myrmes als auch Tzolk'in sind nun in der Top3 meiner Lieblingsspiele (neben Smallworld).
Zum Spiel: Ich kann das Spiel nur jedem, wirklich jedem empfehlen. Es ist wunderschön und hochwertig vom Aufbau, gibt einen neuen thematischen Anreiz und spielt sich dynamisch und kurzweilig. Obwohl es ein strategisches Spiel ist, gefällt es auch meinem Freund, der Strategiespiele normalerweise nicht mag. Ich glaube, das liegt auch daran, dass man keinen Wälzer studieren muss, um das Spiel zu verstehen.
Ich wünsche allen Spielern viel Spaß mit dem Spiel und allen, die das Tzolk'in noch nicht kennen, viel Spaß beim Testen.
schrieb am

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