Akklimatisierung und Zeltruhe
Diese Karten hat man nicht umgehend zur Verfügung, sondern zieht jeweils drei zu den sechs maximalen Handkarten nach. Dabei wird die Akklimatisierung immer wichtiger je weiter man kommt – es gibt vier Höhenstufen mit steigenden Ansprüchen und Belastungen. Diese werden auf der Spielertafel für jede Figur einzeln festgehalten und reichen von eins bis zehn. Wer dort am Ende der Runde weniger als einen Punkt hat, stirbt und verliert alle bis auf einen Siegpunkt. Selbst wenn man seine letzte Figur also noch zum Gipfel bringt, ist die Wahrscheinlichkeit auf den Sieg sehr gering.
Irgendwann muss man also ein Zelt aufschlagen und sich an die neuen Verhältnisse gewöhnen, was natürlich Zeit kostet. Aber ohne taktische Pausen und kleine Rückzüge bergab, weil es dort ruhiger ist, geht es nicht. Wer nicht vorsorgt, wird schnell sein blaues Wunder erleben. So simuliert das Spiel das Auf und Ab des Bergsteigens recht gut. Sobald man einmal eine höhere Stufe erklettert, wird der Siegpunktezähler übrigens permanent verschoben – man verliert keine Punkte, wenn man mal den Rückzug antritt.
Wieviel Risiko geht man?
Für eine potenzielle Gefahr sorgt auch das Risikomanagement, das jeder Spieler vor seinem Zug festlegt. Übersetzt: Wie viel Bewegung investiert man an diesem Tag? Hier pokert man verdeckt gegen die anderen mit drei Karten, wobei derjenige mit der höchsten Bewegungszahl auch einen der drei zufällig aufgedeckten Risikomarker nehmen und in seinem Zug abhandeln muss – da können ihm bis zu zwei Punkte Abzug für Bewegungen oder Akklimatisierung drohen! Er kann natürlich auch Glück haben und nichts passiert.
Für Unberechenbarkeit sorgen die Wetterplättchen: Sie geben an, was so in den nächsten drei Tagen in welcher Zone vom Himmel kommt. Das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass die dortige Akklimatisierung schwieriger wird oder dass man zusätzliche Bewegung investieren muss, um weiter zu kommen. Der Wettbewerb wird nicht nur das Risiko- und Karten-Management angeheizt, sondern auch durch Beschränkungen auf den Plateaus. Denn je höher man kommt, desto weniger Platz ist da. Manche Felder reichen nur für maximal zwei Bergsteiger. Wer kann sich dort zuerst festsetzen?
Ausblick
Zwischen Sauerstoffmangel und Gipfeleuphorie: K2 bildet die Höhen und Tiefen des Bergsteigens sehr gut ab. Mir gefällt nicht nur das exotische Szenario, sondern auch die taktische Herausforderung mit zwei Spielfiguren – man muss gut mit seinen Karten haushalten, auf Unwägbarkeiten reagieren und schonmal Rückzüge antreten. Hier gewinnt nicht der schnellste mit den besten Karten, sondern der über 18 Runden cleverste Spieler. Nicht ohne Grund wurde K2 auch als Kennerspiel des Jahres nominiert – nur knapp geschlagen von Village, das allerdings vielseitiger ist. Hat man das ungewöhnliche Spielprinzip auf der leichteren Sommer-Route verinnerlicht, kann man sich der schwierigeren Winter-Route stellen, bei der auch das Wetter gnadenloser umschwingt. Man kann auch alleine spielen, wobei die fehlenden Mitstreiter durch mehr potenzielle Risikoverluste ausgeglichen werden. Schön ist, dass dem Spiel dafür eine Highscore-Tabelle mit vier Rangstufen beiliegt, so dass man ungefähr weiß, ob man nur „Tourist“ oder „Himalaja-Bezwinger“ ist. Erst kürzlich ist die Erweiterung „K2 – Broad Peek“ für knapp 25 Euro erschienen, die zwei neue Szenarien hinzufügt. K2 ist sicherlich ein Exot, aber wer abseits von Burgen, Dungeons und Handel ein Spiel mit Anspruch sucht, wird hier fündig!
Für alle, die eine Wertung vermissen: Wir werden hier nur unsere Highlights vorstellen. Natürlich gibt es auch in der Brettspielwelt einen bunten Mainstream und billigen Murks, aber wir wollen euch alle zwei Wochen kreative Geheimtipps und ungewöhnliche Spieleperlen empfehlen, die man vielleicht nicht in jedem Kaufhaus findet.
Weitere Brettspieltests im Archiv!
Alle Spieler starten im Zeltlager am Fuß des Berges. Aber auch später muss man immer wieder rasten, um sich zu akklimatisieren.
Irgendwann muss man also ein Zelt aufschlagen und sich an die neuen Verhältnisse gewöhnen, was natürlich Zeit kostet. Aber ohne taktische Pausen und kleine Rückzüge bergab, weil es dort ruhiger ist, geht es nicht. Wer nicht vorsorgt, wird schnell sein blaues Wunder erleben. So simuliert das Spiel das Auf und Ab des Bergsteigens recht gut. Sobald man einmal eine höhere Stufe erklettert, wird der Siegpunktezähler übrigens permanent verschoben – man verliert keine Punkte, wenn man mal den Rückzug antritt.
Wieviel Risiko geht man?
Das Spielmaterial besteht aus 40 Holzmarkern für Bergsteiger, Zelte und Akklimatisierung sowie knapp 100 gut illustrierten Karten. Hinzu kommen Wetterplättchen und fünf Spielertafeln.
Für Unberechenbarkeit sorgen die Wetterplättchen: Sie geben an, was so in den nächsten drei Tagen in welcher Zone vom Himmel kommt. Das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass die dortige Akklimatisierung schwieriger wird oder dass man zusätzliche Bewegung investieren muss, um weiter zu kommen. Der Wettbewerb wird nicht nur das Risiko- und Karten-Management angeheizt, sondern auch durch Beschränkungen auf den Plateaus. Denn je höher man kommt, desto weniger Platz ist da. Manche Felder reichen nur für maximal zwei Bergsteiger. Wer kann sich dort zuerst festsetzen?
Ausblick
Zwischen Sauerstoffmangel und Gipfeleuphorie: K2 bildet die Höhen und Tiefen des Bergsteigens sehr gut ab. Mir gefällt nicht nur das exotische Szenario, sondern auch die taktische Herausforderung mit zwei Spielfiguren – man muss gut mit seinen Karten haushalten, auf Unwägbarkeiten reagieren und schonmal Rückzüge antreten. Hier gewinnt nicht der schnellste mit den besten Karten, sondern der über 18 Runden cleverste Spieler. Nicht ohne Grund wurde K2 auch als Kennerspiel des Jahres nominiert – nur knapp geschlagen von Village, das allerdings vielseitiger ist. Hat man das ungewöhnliche Spielprinzip auf der leichteren Sommer-Route verinnerlicht, kann man sich der schwierigeren Winter-Route stellen, bei der auch das Wetter gnadenloser umschwingt. Man kann auch alleine spielen, wobei die fehlenden Mitstreiter durch mehr potenzielle Risikoverluste ausgeglichen werden. Schön ist, dass dem Spiel dafür eine Highscore-Tabelle mit vier Rangstufen beiliegt, so dass man ungefähr weiß, ob man nur „Tourist“ oder „Himalaja-Bezwinger“ ist. Erst kürzlich ist die Erweiterung „K2 – Broad Peek“ für knapp 25 Euro erschienen, die zwei neue Szenarien hinzufügt. K2 ist sicherlich ein Exot, aber wer abseits von Burgen, Dungeons und Handel ein Spiel mit Anspruch sucht, wird hier fündig!
Für alle, die eine Wertung vermissen: Wir werden hier nur unsere Highlights vorstellen. Natürlich gibt es auch in der Brettspielwelt einen bunten Mainstream und billigen Murks, aber wir wollen euch alle zwei Wochen kreative Geheimtipps und ungewöhnliche Spieleperlen empfehlen, die man vielleicht nicht in jedem Kaufhaus findet.
Weitere Brettspieltests im Archiv!