Internationale Spieltage SPIEL: Tipps für die SPIEL 18 - Special

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Internationale Spieltage SPIEL (Messen) von Friedhelm Merz Verlag
Tipps für die SPIEL 18
Messen
Spielinfo Bilder Videos
Dieses Jahr können wir zwar nicht selbst von der SPIEL'18 berichten, weil Red Dead Redemption 2 alle Kräfte bündelt. Aber wir haben uns trotzdem im Vorfeld umgehört und umgeschaut, um euch ein paar Tipps für die vom 25. bis 28. Oktober in Essen stattfindende Messe zu geben. Die bricht mal wieder Rekorde: Mehr als 1150 Aussteller aus 50 Ländern präsentieren ihre Neuheiten an Karten- und Brettspielen auf 80.000 Quadratmetern. Was soll man sich anschauen? Oder für Weihnachten im Auge behalten? Von uns gibt es zwölf Empfehlungen in alphabetischer Reihenfolge.

BONK (David Harvey)
   Ist das ein Flipper - oder was? Nein. Aber wenn ein physikalisches Brettspiel einen Innovationspreis gewinnt, kann man schonmal genauer hinsehen. Bis zu vier Spieler lassen in je zwei Teams silberne Kugeln aus ihrer Basis rollen, um den hölzernen Ball in der Mitte zu treffen - und möglichst in die gegnerischen Tore zu schießen. Dabei muss man gleichzeitig sein eigenes Tor beschützen. Klingt zumindest nach Arcade-Spaß à la Rollet, aber das Regelwerk und das Prinzip unterscheiden sich auf frische Art.


Deadwood 1876 (Facade Games)

    Ihr sucht ein stimmungsvolles Kartenspiel für bis zu neun Teilnehmer? Dann könnte das edel illustrierte Deadwood 1876 von Travis Hancock einen Blick wert sein. Vor dem Hintergrund der Goldfunde in den heiligen Black Hills der Sioux-Indianer  geht es darum, sich in der gleichnamigen Siedlung mit seinen Kumpanen zu bereichern. Aber wem kann man trauen? Will nicht jeder das Gold am Ende für sich behalten? Es geht um Taktik und Bluffs, um die richtige Balance zwischen Egoismus und Teamwork, wobei auch Würfel zum Einsatz kommen. Das ist die dritte eigenständig spielbare Folge aus der Reihe "Dark Cities".

Discover - Zu Unentdeckten Landen (Asmodée)

     Schade ist zwar, dass das Strategie-Schwergewicht Twilight Imperium 4 noch nicht auf Deutsch finalisiert ist. Aber Asmodée hat trotzdem etwas Besonderes im Gepäck: Discover. Dieses Brettspiel von Corey Konieczka (u.a. Descent, Eldritch Horror) beruht auf einem exklusiven Prinzip, auch "Unique Game" genannt: Jede Box enthält etwas anderes Material, Ausrüstung und auch Geschichten, so dass man überrascht wird und ein einmaliges Set aus Komponenten und Erzählung vor sich hat. Dabei geht es um ein Surviva-Abenteuer: Man wacht ohne Erinnerung in der Wildnis auf, muss die Gegend erkunden, Wasser und Nahrung finden, aber ist sofort in Gefahr. Wird man überleben und das Geheimnis der Story lüften? Zwar können bis zu vier Spieler kooperativ teilnehmen, aber es ist auch für Solisten konzipiert.


Der Herr der Träume (Asmodée)

     Sieht das knuffig aus? In diesem Miniaturen-Abenteuer von Jerry Hawthorne kommen putzig designte Tier- und Fabelwesen zum Einsatz. Bis zu vier Spieler schlüpfen in ihre tapferen Rollen, um Kinder vor einem miesen Bösewicht zu retten. Dabei geht es um taktische Kämpfe als auch Entscheidungen, denn auch die Story sowie die wesentlichen Stationen des Erwachsenwerdens spielen eine Rolle - das auf Englisch "Stuffed Fables" genannte Spiel ist das erste "AdventureBook Game" einer Reihe. Die Präsentation setzt die edle Tradition von Plaid Hat Games (Maus und Mystik) fort.  Das Spiel erscheint kurz nach der Messe.

Fuji (Feuerland Spiele)

    Unter dem "Blue Label" hat Feuerland mit Fuji ein japanisch inspiriertes sowie ansehnlich illustriertes Würfelspiel von Wolfgang Warsch im Angebot. Zwei bis vier Spieler müssen zusammen vor einem Vulkan fliehen, wobei sie gleichzeitig und verdeckt ihre Würfel werfen. Ziel ist es, das rettende Dorf zu erreichen, indem man sich clever als Gruppe bewegt. Die Crux ist allerdings, dass man sich nicht direkt über die Route absprechen kann, weil ja alles verdeckt ist. Also gehören ungewollte Blockaden und Sackgassen dazu - klingt spannend!

   kNOW (Ravensburger)

     Lust auf ein stets neues Quiz? Dann könnte kNOW interessant sein, denn das Familienspiel aktualisiert seine 1500 Fragen täglich online über den Google Assistant - sogar je nach Standort der Spieler. Allerdings brauchgt man dafür natürlich einen Account bei Google. Das Ganze wird dann komplett von der Sprach-Software eingeleitet und präsentiert, man muss also keine Regeln studieren. Wer lieber offline und klassisch lesend antreten will, kann das digitale Drumherum aber auch abschalten.


Magnastorm (Feuerland Spiele)



   Worker-Placement in XXL? Dann seid ihr bei Feuerland Spiele richtig. Magnastormklingt nicht nur gewaltig, sondern hat es auch in sich. Vor einem Science-Fiction-Hintergrund wetteifern zwei bis vier Mächte der Erde um die Kontrolle eines fremden Planeten. Dabei geht es nicht um militärische Konflikte, sondern um die Ausbeutung der Rohstoffe über riesige Maschinen, um das Erfüllen von Aufträgen sowie den Einfluss auf Commander. Wer am Ende das meiste Ansehen gesammelt hat, gewinnt den Wirtschaftskrieg.


Stronghold: Undead (Portal Games)


     Auch eine Belagerung kann Spaß machen: In dieser eigenständig spielbaren Erweiterung zu Stronghold geht es auf einem komplett neuen Spielplan zwischen einem Angreifer und einem Verteidiger zur Sache, wobei neben diversen Untoten auch Zauber und Gebäude zum Einsatz kommen. Dabei handelt es sich um die inhaltlich und regeltechnisch ergänzte zweite Edition des 2010 erschienenen Titels von Ignacy Trzewiczek.

The Edge: Downfall (Awaken Realms)


    Natürlich darf auch ein Miniaturen-Overflow nicht fehlen: In diesem üppig ausgestatteten Endzeit-Abenteuer von MichaÅ‚ Oracz, Krzysztof Piskorski und Marcin Åšwierkot, die Neuroshima Hex! konzipierten, kämpfen sechs Fraktionen über Kartentaktik und Spezialeigenschaften um Gebiete und Macht. Man kann für sich alleine oder in Koalitionen antreten. Das mit fast 500.000 Britischen Pfund über Kickstarter finanzierte Spiel enthält dutzende cool designte Figuren.



Thieves (Merlin Games)


   Ist das Legetaktik? Oder doch mehr? Thieves von Nigel Roper sieht nicht nur klasse aus, sondern macht mit seinem interessanten Szenario neugierig: Zwei Spieler wetteifern nämlich um den Goldschatz eines Drachen. Der Spielplan sieht aus wie ein buntes Schachbrett, stellt aber ein Labyrinth von Wegen dar. Ziel ist, als Erster den Schatz zu finden und zu fliehen. Dabei kommt eine Würfelmechanik zum Einsatz, um Bewegungen & Co zu steuern. Thieves konnte bereits Awards einheimsen.



Teotihuacan - Die Stadt der Götter (Schwerkraft)


     Hey, das sieht ja aus wie Mahjong! Aber es geht in diesem edel designten Worker-Placement-Spiel von Daniele Tascini und Dávid Turczi (Tzolk'in: Der Maya-Kalender, Auf den Spuren von Marco Polo) nicht nach China, sondern Mittelamerika. Und die ansehnliche Pyramide in der Mitte des Spieplans repräsentiert die größte Stadt der Azteken. Ein bis vier Spieler kämpfen gegeneinander um den Ruhm der Götter, indem sie ihre Arbeiter möglichst clever einsetzen, Häuser bauen und Technologien erforschen.

Wildlands (Osprey Games)


    Wenn Martin Wallace (Waterloo, A Few Acres of Snow) ein neues Spiel macht, darf man neugierig werden. Diesmal geht es nicht in einen historischen Konflikt, sondern in die Welt der Fantasy inkl. Miniaturen. Zwei bis vier Spieler übernehmen die Rolle rivalisierender Fraktionen mit einzigartigen Kartensets, die z.B. eher Nah- oder Fernkämpfe favorisieren. Es geht ums Überleben, um Schätze und Ruhm auf einer hübsch illustrierten Karte.

Kommentare

Zarolgil schrieb am
Hi zusammen,
ich war zwei Tage auf der Messe und habe viele interessante Spiele gesehen und angespielt.
Zwei habe ich mir auch gekauft, von Feuerland "Gaia Project" und von Hobby Japan "Dice Age", ein wirklich witziges Würfelspiel für 4 Personen, dass aber sehr kurzweilig ist. Eine Partie geht ca. 30 Minuten. Die Erklärung auf der Messe war grandios. Das Spiel wurde uns von einem Japaner erklärt, auf japanisch, eine Kollegin von ihm hat simultan übersetzt.
Es geht über vier Runden lang darum, möglichst viele Nahrungsmittel für seinen Steinzeitstamm zu ergattern. Dabei symbolisieren kleine und große 6-seitige Würfel die Mitglieder deines Stammes. Große Würfel stehen dabei für Meister-Jäger, diese haben 1,5 Stärkepunkte und die kleinen Würfel sind Schüler, diese haben 1 Stärkepunkt.
Es gibt verschiedene Nahrungsquellen: Mammut, Fisch, Elch, Dodo und Obst. Sie haben verschiedene Häufgikeiten, z. B. gibt es von Mammut vier Karten, vom Elch aber sechs. Ebenso haben sie verschiedene Siegpunkte. Es gibt auch Extrasiegpunkte, wenn man nach der vierten und letzten Runde die meisten Karten einer Nahrungsquelle hat oder man von jedem Nahrungsquellentyp mindestens eine Karte hat.
Am Anfang hat man einen Meister-Jäger und vier Schüler. Es gibt sechs Jagdgebiete, jedes davon wird durch eine Zahl von 1 bis 6 dargestellt sowie ein Extra-Jagd-Feld. Auf jedes dieser Felder wird pro Runde eine zufällig gezogene Nahrungsquellenkarte offen ausgelegt.
In seiner Runde würfelt man mit allen Würfen gleichzeitig. Wenn man z. B. eine 2, eine 3, eine 4 und zwei 6en würfelt, muss man mindestens einen Würfel auf eines der Jagdgebiete legen. Wenn mehrere Würfel die gleiche Zahl zeigen, muss man alle diese Würfel auf das entsprechende Jagdgebiet legen. Im obigen Beispiel müsste man also dann die beiden 6er Würfel auf das 6er-Jagdgebiet legen. Man kann aber auch nur den 2er Würfel auf das 2er-Jagdgebiet legen und die restlichen Würfel zurück auf die Hand nehmen....
Mindflare schrieb am
treib0r hat geschrieben: ?
29.10.2018 16:57
Und 50? für das Spiel sind doch echt super :)
Wie bereits gesagt, wurde der 2P-Modus von KS Backern gefordert und die Entwickler haben das nachgeschoben. Hierfür waren viele Balanceänderungen und Testspiele nötig.
Klar ist der Preis gut. Nur gibt es eben auch andere Spiele, die auch bei den Dritthändlern nach ein paar Jahren immer noch den Releasepreis haben. Daher habe ich das jetzt mal als Anzeichen dafür aufgefasst, dass es eventuell nicht so gut ankommt.
Bezüglich der Zeit hat mir der Erklärbär am Stand erzählt, dass man auch mit erfahrenen Leuten seine 100 Minuten für die drei Runden braucht. Das wäre für meinen Geschmack derzeit einfach zu sperrig. Wenn es doch schneller geht, hat es meine Aufmerksamkeit wieder. Eine 4players Rezension würde ich demnach mit Interesse lesen *Zaunpfahl wink*
Zuletzt hierzu das ewige Thema, ob ein Entwickler dem Wunsch der Massen nachgeben soll. Mehr Optionen sind schön, aber ich möchte bitte fertige Spiele. Addons und Day-One patches nerven schon digital genug. Ich verstehe natürlich auch, dass das etwas dem Kickstarter-Konzept geschuldet ist. Mal gucken, ob irgendwann ne komplette Second Edition kommt.
@FlyingDutch: Volle Zustimmung!
4P|T@xtchef schrieb am
@FlyingDutch: Ich würde den Bereich sehr gerne ausbauen. Wir haben einige Ideen, aber ich befürchte, die werden an der dünnen Personaldecke scheitern. Momentan schaffe ich nur selten zwei Artikel pro Monat. Ich könnte nur mehr machen, wenn es kürzer und oberflächlicher wird. Für ein komplexeres Brettspiel muss ich minimal ein komplettes Wochenende für mehrere Partien investieren.
Ach so: Dafür würde ich nicht auf ein Red Dead Redemption 2 oder God of War verzichten wollen. Ich versteh, was du meinst, aber die Triple-A-Regie hat sich in den letzten Jahren kreativ erholt.;)
treib0r schrieb am
Mindflare hat geschrieben: ?
28.10.2018 23:45
@treib0r: Zu lang pro Zug, bzw. zu viel Micromanagement für meinen Geschmack. Vom Design her aber sehr ansprechend. Das Spiel gewinnt zudem den Dreistigkeits-Preis, da es das erste mir bekannte Game ist, dass die Reduktion auf zwei Spieler als Addon verkauft. Bei dem Preis wäre für die Karten auch noch Platz gewesen. Das Grundspiel ist am Sonntag zum Ende ja bei einigen Händlern schon auf 50? gefallen.
Den Eindruck kann man sicherlich gewinnen, wenn man das Spiel nur betrachtet bzw. kurz angespielt hat. Tatsächlich ist die Mechanik sehr flott und sobald man die Fraktionen kennt, bzw. wie diese gespielt werden, ist auch das Micromanagement sehr schnell erledigt. Man spielt zudem nahezu gleichzeitig. Einige Phasen sind sofort ausgespielt, manche dauern etwas länger. Die Spielzeit reduziert sich deutlich, sobald man 2-3 Runden gespielt hat.
Und 50? für das Spiel sind doch echt super :)
Wie bereits gesagt, wurde der 2P-Modus von KS Backern gefordert und die Entwickler haben das nachgeschoben. Hierfür waren viele Balanceänderungen und Testspiele nötig.
FlyingDutch schrieb am
Gerade vor ein paar Tagen habe ich einen Kommentar (nicht hier) gelesen in dem es darum ging, dass es eigentlich kaum nennenswerte Kriterien für eine gute Spielerezension gibt. Auslöser dafür war natürlich mal wieder die Spiel des Jahres Wahl, bei der sich ja nach wie vor alle Welt streitet, da sie für passionierte Brettspieler kaum Relevanz haben (und kommt mir nun nicht mit Azul :P ).
Weiterhin ging es darum, dass viele Spielerezensionen sich bei Youtube abspielen, und dort aufgrund des Zeitdrucks, kaum noch wirkliche Auseinandersetzungen mit den Spielen statt finden, da jeder als erstes seine Rezension online haben möchte, was sich dann auch darin zeigt, dass auch mal Regelbeschreibungen aus dem Handbuch vorgelesen werden.
Dabei vergessen viele Brettspielrezensenten, worauf es bei der Bewertung des Spiels ankommt: Auf den Spielspaß. Um den zu ermitteln gibt es nur einen Weg: Spielen, Spielen und nochmals Spielen :)
Wenn ich mir dann gerade in den letzten Tagen die ganzen Rezensenten mitsamt ihren Tonnen von Messeloot ansehe, dann habe ich keine Ahnung wie die das alles adäquat spielen wollen ?
Worauf ich eigentlich hinaus will: Ich bin der Meinung, dass ihr euren Brettspielbereich weiter ausbauen solltet. Bei euch habe ich nach wie vor das Gefühl, dass ihr verstanden habt worum es beim Spielen geht. Außerdem habt ihr euch über die Videospielrezensionen schon sehr tragfähige Bewertungskritierien erarbeitet, die sich sicher auch teils übertragen lassen. Außerdem bin ich altmodisch und mag lieber geschriebene als gelesene Rezensionen :) . Ihr könntet ja einfach den Triple-A Video-Spielkram weglassen. Da weiß eh jeder, was...
schrieb am