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Baldur's Gate: Enhanced Edition (Rollenspiel) von Atari
Baldur's Gate: Enhanced Edition
Baldur's Gate: Enhanced Edition
2D-Rollenspiel
Publisher: Atari
Release:
28.11.2012
28.11.2012
28.11.2012
Spielinfo Bilder Videos
Als Rollenspieler hat man auf dem iPad nicht viel Auswahl an Klassikern. Umso neugieriger war ich auf die Baldur’s Gate: Enhanced Edition. Der ehemalige BioWare-Designer Trent Oster kündigte im März mit seinem neuen Studio Beamdog eine Umsetzung für PC, iOS und Android an. Lohnt sich der Kauf für 8,99 Euro? Nein!



Nostalgische Zeitreise?

Video
Der Trailer zur Umsetzung des Rollenspiel-Klassikers von 1998.
Als Khalid im Angesicht des Todes von Jaheira vor Verzweiflung schreit, ereilt mich schon wieder eines dieser angenehmen Déjà-vus. Ich fühle mich ins Jahr 1998 vor meinen PC zurückversetzt. Kein Wunder: Wie viele andere Rollenspieler habe ich Baldur’s Gate damals mit Heißhunger verschlungen. Einem kanadischer Entwickler namens BioWare gelang es, die Fantasywelt der Vergessenen Reiche in moderner Kulisse zum Leben zu erwecken – kein Vergleich zu den Goldbox-Abenteuern von SSI.

Aber auch wenn mir einige nostalgische Seufzer entweichen, als zu Beginn Gorion und Imoen auftauchen, wird das Kopfschütteln angesichts dieser Umsetzung mit jeder Spielminute stärker: Die fummelige Steuerung der bis zu sechsköpfigen Gruppe ist nicht nur aufgrund der Wegfindung genauso ein Graus wie die antiquierte Benutzeroberfläche. Ja, man kann die überfrachteten Leisten links und rechts aus- und einblenden, aber warum hat man das nicht entschlackt und das Navigieren zwischen all den AD&D-Tabellen eleganter gelöst? Warum bekomme ich erst Infos über Gegenstände, wenn ich gedrückt halte und loslasse - warum kein einfacher Doppeltipper? Warum ist es so nervig, die Beute aufzuheben oder Kisten zu durchsuchen?

Verkorkste iPad-Umsetzung

Auch wenn nostalgische Gefühle aufkommen: Dieses Rollenspiele wurde sehr schlecht für das iPad umgesetzt.
Auch wenn nostalgische Gefühle aufkommen: Dieses Rollenspiel wurde sehr schlecht für das iPad umgesetzt.
Viel schwerer als dieses für iPad angepasste, aber verhunzte Interface wiegt, dass man sich aufgrund der ungenauen Abfragen schon bei der Auswahl der Figuren vertippt. Auch das Betreten von Gebäuden ist eine Geduldsprobe mit Pokerflair: Mal wird sofort ins Innere geladen, mal kommt die Gruppe einfach nicht vorwärts, obwohl die Taverne offen ist - mal friert das Spiel komplett ein. Und weil man keinerlei optisches Feedback bei der Gegnerfixierung im Kampf erhält, tippt man zur Sicherheit doppelt und dreifach auf ein Monster, bis endlich mal das Waffenicon im Charakterportrait erscheint;  dabei kann es sein, dass man in Gefechten mit vielen Beteiligten aus Versehen die eigenen Leute attackiert. Hinzu kommen schlimme KI-Aussetzer, wenn etwa die Wachen nicht auf Feinde reagieren. Man fühlt sich wie in einer Alphaversion.

Warum wird das große Potenzial der Touch-Oberfläche nicht genutzt? Ich kann ja nicht einmal die ganze Gruppe direkt mit dem Fingerlasso einfangen, sondern muss eine Schaltfläche anklicken; selbst Namen von Gebäuden oder Orten werden  manchmal gar nicht oder spät eingeblendet – man fühlt sich in die Steinzeit der Benutzeroberflächen versetzt. Genauso geht es der Kulisse: Das Abenteuer ist immer noch stimmungsvoll, vor allem aufgrund der Soundeffekte, der Umgebungsgeräusche sowie der Musik. Aber die Spielwelt wirkt eher spröde. Und wenn man mal hinein zoomt, bekommt man einen unansehnlichen Pixelbrei zu Gesicht. Leute, das soll „Enhanced“ sein?
 

FAZIT



Ich bin schwer enttäuscht von dieser iPad-Variante des Klassikers. Weder die Kulisse noch die Steuerung wurde für Apples Tablet optimiert. Das Team um Trent Oster serviert eine dermaßen fummelige und antiquierte Benutzeroberfläche, dass einem aufgrund der vielen fehlerhaften Tipper sowie des mangelnden Auswahlfeedbacks die Lust auf ein episches Abenteuer vergeht - man muss sehr frustresistent sein, um sich hier durchzubeißen. Was bringen mir all die Klassen, Zauber und frische Charaktere, wenn das Spielerlebnis voller ärgerlicher Stolpersteine ist? Selbst der relativ leichte Einstieg wird aufgrund der miesen Bedienung zur Herausforderung. Hinzu kommen kleinere Bugs und Abstürze - also: Finger weg! Wer dieses großartige Rollenspiel erleben will, sollte auf dem PC mit dem Original spielen. Das gibt's für knapp zehn Dollar zum Download.

WERTUNG



iPad

„Ich bin enttäuscht von dieser mangelhaften Umsetzung des Rollenspiel-Klassikers.”

Wertung: 39%



 
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Kommentare

  • Pst, man darf gegen Obsidian nichts sagen. Die haben nämlich verrückterweise den Ruf, die beste Rollenspielschmiede unserer Zeit zu sein - dass sie eigentlich in 95 % der Fälle verbuggten Murks raushauen und bis auf NWN 2 eigentlich alles auch spielerischer Mist war, das wird gerne ignoriert Ja,  [...] Pst, man darf gegen Obsidian nichts sagen. Die haben nämlich verrückterweise den Ruf, die beste Rollenspielschmiede unserer Zeit zu sein - dass sie eigentlich in 95 % der Fälle verbuggten Murks raushauen und bis auf NWN 2 eigentlich alles auch spielerischer Mist war, das wird gerne ignoriert Ja, wird es. Und zwar mit dem allergrößten Vergnügen. Und weißt du auch, warum? Weil Obsidian stehts darum bemüht sind, dem Spieler die Möglichkeit zu geben, seinem Charakter eine Persönlichkeit zu verpassen, die über das stereotype Jesus 2.0/Satan 2.0 SÄMTLICHER Biowarespiele hinausgeht. Weil sie es ganz im Gegensatz zu Bethesda schaffen, ihren Welten Persönlichkeit zu verleihen, indem sie sie mit interesssanten Charakteren, markanten Orten und spannenden Geschichten zu füllen wissen. Weil sie sich ganz im Gegensatz zu Betheda und Bioware stets darum bemühen, den Spieler wissen zu lassen, dass das, was er tut TATSÄCHLICHE, GREIFBARE Auswirkungen auf die Spielwelt hat und sie entsprechend auf den Spieler und seine Taten reagiert. Weil sie, anstatt den Spieler von einem Kampf in den nächsten zu hetzen, dem Spieler auch mal die Möglichkeit geben, Aufgaben diplomatisch mit geschickter Dialogführung zu lösen. Für Bioware mittlerweile unvorstellbar! Weil es ihnen stets gelingt, wunderbare, denkwürdige Geschichten zu erzählen, die über Biowares Standardformel "Auserwählter rettet Kontinent/Welt/Universum" hinausgeht. Mit anderen Worten: Weil Obsidian vielleicht die Einzigen sind, die noch richtige Rollenspiele machen. Rollenspiele. Wo man eine ROLLE SPIELT. Keine interaktiven Filme mit Awesome-Button wie Bioware sie momentan am Fließband herstellen. Keine kunterbunten Fantasy-Sandkasten voller generischer Quests, eindimensionaler Charaktere, öder Dialoge und langweiligen Geschichten wie Bethesda sie seit Jahren abliefert. ROLLENSPIELE. Vergleiche Baldur's Gate 2 mit Planescape: Torment. Vergleiche KotoR 1 mit KotoR 2. Vergleiche Neverwinter Nights 1 und Addons mit Neverwinter Nights 2 und Addons. Vergleiche Fallout 3 mit Fallout New Vegas. Wenn man diese Titel anhand der oben genannten Kriterien miteinander vergleicht, muss man zwangsläufig zu dem Schluss kommen, dass Obsidian-Spiele in diesen Dingen stets die Nase vorn haben. Punkt. DESWEGEN verzeiht man ihren Spielen gern ihre gameplaytechnischen Unzulänglichkeiten. Imho zu Recht. DESWEGEN gelten sie als die beste Rollenspielschmiede unserer Zeit. Imho zu Recht. Und DESWEGEN werden sich Leute wie du, die es für nötig erachten, der ganzen Welt ihre Ahnungslosigkeit offenbaren zu müssen, auch stets eine verbale Backpflaume einfangen. Imho zu Recht. Sehr guter Beitrag, stimme zu 99% zu. Nur in einer Sache muss ich vehement Widersprechen. Gerade BG (2) sticht aus der Bioware Masse heraus. Der eigene Charakter ist durch seine Identität moralisch hochgradig ambivalent und weit von Jesus 2.0 entfernt. Ebenso ist Irenicus mE einer der besten Antagonisten überhaupt. Eine zutiefst gebrochene Person mit einer tragischen Verganagenheit. Nee, nee. Das Baldur's Gate Epos wird immer etwas besonderes bleiben. Mit dem genialen PST würde ich es auch nie vergleichen wollen. PST ist ein Fragment, auf eine Frage fokussiert: "What can change the nature of a man?" Baldur's Gate ist eine Odyssee: Es wirft dich unvorbereitet aus deinem trauten Heim in Wildnis, wo ein Wolf dir bereits Angst und Schrecken einjagt. Und nach einer jahrelangen Reise voller Abenteuer Verluste konfrontiert es dich unweigerlich mit deiner wahren Identität.
  • Also bei mir isses aber so, mit dem gameplay. Die stories sind mir egal. Kann ja sein,dass Obsidian die tollsten Stories macht, fuer mich sinds halt nur 3D-shooter.
  • Ich hab schon viel positives über die Spiderweb-Spiele gehört, und nachdem ich jetzt nach langer Zeit ENDLICH mal dazu gekommen bin, Arcanum nachzuholen, werde ich mit Sicherheit mal einen Blick darauf werfen. Schon allein, um irgendwie die Zeit bis Wasteland 2 und Project Eternity überbrücken zu  [...] Ich hab schon viel positives über die Spiderweb-Spiele gehört, und nachdem ich jetzt nach langer Zeit ENDLICH mal dazu gekommen bin, Arcanum nachzuholen, werde ich mit Sicherheit mal einen Blick darauf werfen. Schon allein, um irgendwie die Zeit bis Wasteland 2 und Project Eternity überbrücken zu können. Ich meine nur irgendwo mal gelesen zu haben, dass Jeff Vogel Bioware als sein großes Vorbild ansieht. Und das hat mich schon ein kleinwenig stutzig gemacht. Wie dem auch sei; du wirst es mir nachsehen müssen, dass dein pauschalisierend-abfälliger Beitrag auf mich wirkte, als wärst du nur jemand, der die Faszination an den Obsidian-Rollenspielen nicht nachvollziehen kann, weil es ihm in erster Linie um geschmeidiges Gameplay geht. Dass dem ja offenbar nicht so ist, macht mich nur umso neugieriger: aus welchem Grund kannst du, der Rollenspiele allem Anschein nach aus den gleichen Gründen spielt wie ich, nichts mit Obsidian-Spielen anfangen? Gibt es etwa Rollenspiele, deren Autoren writing-technisch sogar Chris Avellone in den Schatten stellen können?
Baldur's Gate: Enhanced Edition (Rollenspiel) von Atari
Baldur's Gate: Enhanced Edition (Rollenspiel) von Atari

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