Lesertests zu Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain bei 4Players.de

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Stealth-Action
Entwickler: Kojima Productions
Publisher: Konami
Release:
01.09.2015
01.09.2015
01.09.2015
01.09.2015
01.09.2015
Spielinfo Bilder Videos

Durchschnittswertung

69%Gesamt
78%
83%
70%
58%
50%

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Lesertest von Oguz-Khan

[(Seite 2) weiter bei PC / zurück bei PS4 (Seite 1)]
DER (SELBST)KULT UM KOJIMA

Betrachtet man rückwirkend die Diskussionen um die Verbannung von Kojimas Namen von der Spieleverpackung, das ihm quasi das Recht auf Autorenschaft zwangsentzogen wurde...
Sein Name erscheint praktisch alle fünf Minuten bei jeder noch so kleinen Gelegenheit. Auch von einem persönlichen Auftritt blieb man bereits nicht verschont. Von einer wichtigen Persönlichkeit zu sprechen sei noch weit untertrieben hieß es da. Sich selbst einen Auftritt in seine eigenen Werke zu schreiben ist nicht ungewöhnlich. Orson Welles, Kubrick, Hitchcock, Tarantino sie alle haben Auftritte in ihren eigenen Filmen gehabt. Doch sie haben sich selbst dabei als Persönlichkeiten nie ernst genommen. Hitchcock war der Idiot der den Bus verpasst hatte und Tarantino der weiße Idiot der sich von Django (mit einem stummen D) in die Luft jagen ließ. Kojimas Narzissmus dagegen ist geradezu unerträglich geworden. Er glaubt wirklich an sein wirken als Ausnahmekünstler. Was noch schlimmer wiegt ist allerdings die geradezu kultische Verehrerschaft um ihn. Egal wie unsinnig, ganz gleich wie antiklimaktisch zerredet er vorgeht. Gleichgültig ob das Erzältempo katastrophal ist, der Erzählton abrupt von bitterem Ernst zu pubertär imbezil wechselt. Es gäbe doch für alles eine logische Erklärung. Einen für den außenstehenden unverstandenen Sinnzusammenhang. Stets gibt es ein Detail das jeden Unsinn jede Groteske und den übelsten Mystizismus zu einem befriedigenden, und vor allem genialen Abschluss führen würde. Genau hier liegt die größte schwäche Kojimas. Er über erklärt jedes bereits erklärte Detail erneut. So schafft er Komplexität. Aber Komplexität ist das einfachste von Welt. Die Verknappung von Zeit, das komprimierte sich Ausdrücken können um dann zu einem tonal stringenten Abschluss kommen. Davon ist er weit entfernt. So eröffnet das Spiel mit einer eindrucksvollen Sequenz. Unser vermeintlicher Charakter Big Boss erwacht nach Jahren aus dem Koma, er hatte überall im Leib Schrapnelle und außerdem seinen Arm verloren. Die schrecken des Krieges. Das ganze gefolgt von einem realistisch präsentierten Attentat auf die Belegschaft bis, ja bis sich Kojima wieder daran erinnert das er Kojima ist. Es tauchen eine fliegende Puppe (Psycho Mantis aus dem ersten und irgendwie auch vierten Teil auf) der einen brennenden Mann kontrolliert
(Volgin aus dem dritten Teil) welcher nun Kugeln, Explosionen und kinetische Stöße jeder Art absorbieren kann (!?) und sie zu den Angreifern zurückzuleiten. Dazwischen gibt es wieder ein Hyperrealistisch inszeniertes Massaker. Nur um dann Zeuge zu werden wie ein fliegender brennender Wal einen Helikopter verschlingt um sich im Anschluss in ein brennendes Einhorn zu verwandeln auf dem der vorhin erwähnte brennende Mann sitzt der nun aber empfindlich auf meine Schrotgewehrattacken reagiert nachdem er zuvor Raketenbeschuss widerstanden hatte...

Es gibt nichts zu entschuldigen, nichts zu Beschönigen, dem Regietalent zu huldigen oder etwas zu verstehen. Das ist der Inbegriff von Blödsinn. Kojimas Stil ist auf jeder erzählerischen Ebene disfunktional. Die tonalen Übergänge sind willkürlich. Man stelle sich mal eine Dokumentation zu den schrecken von Auschwitz vor, unterbrochen mit einem Einspieler aus Dragon Ball Z.
Der Regisseur erklärt sich: "Das symbolisiert den endlosen Reigen an kämpfen die diese Menschen erdulden mussten. Ich zolle den Opfern des Krieges Tribut".
Natürlich geht das so weiter egal ob in Afghanistan oder Angola. Alles lässt sich irgendwie interpretieren und deuten. Doch dieser doppelte Boden der hier gespannt wird ist in Wahrheit schreiender Unsinn.
Pro
  • Ich habe "nur" die PS4 Version gespielt. Ich will den "Wertungsschnitt" nicht verfälschen, ja ich würde am liebsten gar keine abgeben wollen. Das ich mich auf mehrere Versionen des Spiels beziehe liegt nur an der begrenzten Zeichenzahl pro "Test". Auch schreibe ich keine Produktempfehlung. Mir geht es um eine analytische Betrachtung.
  • Wer z.B lesen will ab welchem Zeitpunkt das Pferd das Kacken lernt, oder wie dumm die AI ist, findet dafür genug Recherchematerial in sonstigen Texten.
Kontra
  • [(Seite 2) weiter bei PC / zurück bei PS4 (Seite 1)]
 

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Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain
Oguz-Khan
Oguz-Khan 24.10.2015 360 
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