Lesertests zu Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain bei 4Players.de

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Stealth-Action
Entwickler: Kojima Productions
Publisher: Konami
Release:
01.09.2015
01.09.2015
01.09.2015
01.09.2015
01.09.2015
Spielinfo Bilder Videos

Durchschnittswertung

69%Gesamt
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Lesertest von Oguz-Khan

[(4.te und letzte Seite) / vorherige bei PC]

DER GUTE FIRMENCHEF HIDEO KOJIMA

Eine Kojimabesprechung wäre natürlich unvollständig ohne die wilden Spekulationen um sein
jähes Ende bei Konami. Er sei entmachtet und gedemütigt worden. Die grauen Firmenchefs hätten ein Jahrhunderttalent in den Dreck gestoßen. Er habe sein Citizen Kane, sein Apokalypse Now für die Videospielwelt nicht beenden können. Rein kalkuliert handelnden, kaltherzigen und raffgierigen Firmenfunktionären hätten wir es zu verdanken das, ja das Kojima sein volles Potenzial mit MGS5 nicht entfalten konnte. FUCK KONAMI! heißt es vom Internetschwergewicht Jim Sterling am Ende seiner Youtube Sendungen. Er und viele andere glauben an die Mär vom Konsumentenfreundlichem Videospiel. Einem gerechtem Spielkonzept von Spielern für Spieler. Es sei eine artfremde und kunstfeindliche Entwicklung im Gange. Gemeint sind (irgendwie schlechte) DLC´s und Microtransaktionen. Dies verhalte sich Konträr zu z.B. Kojimas kreativem Schaffen. Dem unberührtem Genie welchen man einfach nur mal machen lassen muss. Was da alles hätte daraus werden können?

Nun genau das was wir jetzt als Endprodukt vor uns liegen haben! Mit voller Absicht genauso zu Ende gedacht von Kojima selbst. Denn welche Richtung schlägt Konami als Unternehmung ein? Richtig Glücksspiel und Pachinkomaschinen. Woher kommen Videospiele? Aus der selben Ecke, der Spielhalle. Münze Rein: Spielen, Scheitern, Wiederholen. Das Gameplay von MGS5 läuft nun genau in diesem Geiste. Missionen werden ständig aufs neue wiederholt mit den immer gleichen Anläufen und Ritualen: Helikopteranflug, zum Ziel laufen, Gegenstände/Menschen Farmen, Wiederholen. Zu allem Überfluss wird dabei die Unternehmung im Hintergrund, Motherbase genannt, auf Expansionskurs gebracht. Menschen sind lediglich Vieh oder im Liberalsprech Humankapital. Selbst auf Tritte und Schläge ihres CEO´s, also dem Spieler selbst (Plottwist: Ihr Spielt nicht Big Boss sondern sinngemäß euren eigenen Avatar! Oh Sorry SPOILER!!! Verdammt, ach egal einfach wie im MGS2 mit Raiden) reagieren sie mit Dankbarkeit. Welches Unternehmen hätte nicht gerne solch Loyalen Mitarbeiter? Die NSA vielleicht? Kritiklos, unterwürfig und bar jeglichem eigenen Willens. Mit Realgeldtransaktionen kann man im Multiplayer sogar seine kostbaren Virtuellen Errungenschaften versichern. Was Kojima hier macht ist die Spielhalle auf den nächsten Level zu bringen. Er entwickelt das Medium Videospiel vom reinen Transaktionsmarkt zum Spekulationsmarkt weiter. Welch ein Genie. Selbst der kühnste Kayneianischste BWL Freiliberale hätte sich das nicht erträumen können. Die MGS reihe war schon immer beseelt von den Träumen eines freien Marktes. Stichwörter Kriegsökonomie, Philosophers Legacy, Basiskonstruktion, digitale Transaktionen und natürlich Nanomaschinen :)
Das Medium Videospiel trägt das Konzept der ständigen Geldtransaktion bereits in seiner ureigensten DNA. Hier wird also nichts neues eingeführt sondern lediglich genau das betrieben was so populär ist.
Back to the Roots made by Kojima. Diese sehr einfachen Zusammenhänge sind für einen wie Jim Sterling natürlich nicht sichtbar. Stattdessen werden aus natürlich anonymen Dokumenten obskure Verschwörungen konstruiert. Denn es gilt ja den Propheten Hideo Kojima zu verteidigen. Von diesen künstlerischen Tiefflieger aber genialen Vermarktungsstrategen kann so manch ein Managertrainer noch etwas lernen. Einem "Twilight" oder "50 Shades of Grey" würde ja keiner den finanziellen Erfolg abstreiten. Aber künstlerischer Anspruch sieht anders aus. Basta!

Eine Aufschrift warnt jeden Konsumenten vor den folgen des Rauchens.
Nur in diesem Zusammenhang sollte ermahnt werden:
It´s a Hideo Kojima Game!
Dann gibt es auch keine Phantomschmerzen.
Pro
  • Ich habe "nur" die PS4 Version gespielt. Ich will den "Wertungsschnitt" nicht verfälschen, ja ich würde am liebsten gar keine abgeben wollen. Das ich mich auf mehrere Versionen des Spiels beziehe liegt nur an der begrenzten Zeichenzahl pro "Test". Auch schreibe ich keine Produktempfehlung. Mir geht es um eine analytische Betrachtung.
  • Wer z.B lesen will ab welchem Zeitpunkt das Pferd das Kacken lernt, oder wie dumm die AI ist, findet dafür genug Recherchematerial in sonstigen Texten.
Kontra
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Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain
Oguz-Khan
Oguz-Khan 24.10.2015 One 
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