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Games Convention - tschüss!

 

2002 war die große Eröffnung der Games Convention: Nicht, dass es nicht schon Videospielemessen auf der Welt gegeben hätte - ECTS, E3 oder TGS drängen sich da in den Vordergrund. Aber die ECTS lag bereits damals röchelnd am Boden, und ganz Europa ohne zentrale Gaming-Messe? Nix da! Und dafür, dass man Neuland betrat und somit noch keine irre große Aufmerksamkeit weckte, war das Interesse beachtlich: Gut 80.000 Besucher tummelten sich im ersten Jahr auf den 30.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche.

Ein Jahr später wurde die angepeilte Marke von 100.000 Besuchern nur um 8.000 verfehlt - macht nix, denn im Jahr darauf wurden die Hallen von den 134.000 Wahnsinnigen fast gesprengt. 2005 waren's schon 183.000 (obwohl nur 150.000 erwartet wurden), 2007 wurde der bisherige Höchststand von 185.000 Besuchern erreicht. Gleichzeitig platzte auch die Messe aus allen Nähten: Mittlerweile hat sich die genutzte Ausstellungsfläche mehr als vervierfacht, was die Games Convention zur größten Videospielmesse neben der Tokio Game Show macht.

2003 war ohnehin ein bedeutendes Jahr für die Messe: Zum einen wurde erstmals das Spielemusikkonzert aufgeführt, das seitdem jedes Jahr im stilvollen Gewandhaus die Messe eröffnet, mit immer aufwändigeren Stücken und immer bedeutenderen Gästen - nur dieses Jahr nicht, da die Konkurrenzveranstaltung »Video Games Live« das Ruder übernommen hat, was aus vielen Gründen (schlechterer Aufführungsort, höherer Preis oder allgemeine Trivialisierung der ganzen Veranstaltung) für Grummeln sorgte. Zum anderen wurde 2003 das neue Jugendschutzgesetz mit aller Macht durchgeboxt, was die GC bunter machte: Ab sofort herrschte Bändchenpflicht; die albernen Dinger in den USK-Farben sorgen seitdem dafür, dass Besucher in drei Altergruppen gestaffelt sofort erkennbar sein sollen, und nur das zu sehen bekommen, was für ihre Altersgruppe abgesegnet ist. Klar. So was funktioniert ja immer super.

Die GC war von Anfang an auch mehr als nur reine Spielemesse: Mit der GCDC (Games Convention Developers Conference) wurde eine Institution für Entwickler erschaffen, die einen hervorragenden Ruf hat - und hochrangige Gastdozenten von Peter Molyneux über Bob Bates bis hin zu Steve Meretzky anzieht. Und natürlich nicht zu vergessen die GC Family, auch bekannt als »Christian Pfeiffers Insel des Friedens«. Oder das Videospiele-Pendant zum Al Qaida-Ausbildungscamp, die Meinungen gehen da auseinander. Natürlich nur die Meinungen böser Menschen: In Wirklichkeit sind das spezielle Präsentationen für Familien und Spieler, die auch an Software außerhalb des üblichen Krachbummkettensägeinsrückenmark-Schemas interessiert sind.

Nicht zu vergessen die Messebabes: Die sind ja seit 2007 auf der E3 tabu, was die Games Convention seitdem noch mehr zum Epizentrum der Fleischbeschau von angemessen wenig bedeckter Geekmodelhaut macht.

2005 stand die Erde still: 4Players hat seinen ersten Stand auf der GC! Und dazu noch mit einem Magazin! Mit »The Warriors« auf dem Cover! MAYHEM!! Verzeiht bitte diese unverschämte Eigenwerbung, aber man wird ja noch darauf hinweisen dürfen. Außerdem: So nett der 2005er Stand auch war (ahem), so weitaus besser war der 2007er! Der übrigens kein Vergleich zu dem ist, was wir dieses Jahr in petto haben: Wenn ihr nicht vorbeikommt und mit offenem Mund unseren Stand bewundert, dann... dann... dann habt ihr doofe Ohren! So!

Schon 2006 wurden die Gerüchte lauter, dass die Games Convention evtl. verlegt werde - damals wurden diese Behauptungen noch von Messeleiterin Angela Schierholz mit der Aussage »Angesichts der in jedem Jahr wieder sehr zufriedenen Aussteller, Besucher und Medien ist es eher unwahrscheinlich, dass sich eine ganze Industrie dazu entschließt, an einem anderen Messestandort eine neue Messe ins leben zu rufen« vom Tisch gewischt. Nun...

2007 wurden die Wechselstimmen schon lauter: Von München über Frankfurt bis Hamburg lauteten die vernünftigeren Vorschläge; Bitterfeld, Buxtehude und Wanne-Eickel wurden aus mysteriösen Gründen ignoriert. Anfang 2008 stand es dann fest: Köln wird es sein, so beschloss es der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU). Das Problem ist nun: Das ist eine andere, also eine konkurrierende Veranstaltung - die GAMESCom. Die Namensrechte der Games Convention liegen und bleiben dagegen in Leipzig, im schlimmsten Fall gäbe es also zwei parallel laufende Computerspielemessen. Das wäre zwar angemessen schildbürgerlich, aber eher unwahrscheinlich. Somit bleibt nur die Erkenntnis, dass dieses Jahr die GC zum letzten Mal in ihrer gewohnten Form stattfindet. Schnüff.

Mach's gut, Leipzig - wir werden dich vermissen! Die wunderschöne Innenstadt, die unterhaltsamen Taxifahrer, die gnadenlos überlaufene Branchenparty im Volkspalast, die lustige Sprache, die gemütlichen Cafés, das angenehme Business Center, die in Büffelherden-Formation antrabenden Massen zur Halleneröffnung, die prächtigen Eröffnungskonzerte, die Besucher, die für ein Schlüsselband ihre Geschwister im Schlaf erwürgen würden, die im Großen und Ganzen doch immer wieder gute Zeit, den McDonalds direkt neben der Messe, dem jetzt vermutlich Milliarden Euro im jährlichen Umsatz fehlen werden. Hachja. Köln? Was ist ein Köln?

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Entwickler: 4Players
Publisher: 4Players
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