Prey
05.06.2013 22:45, Julian Dasgupta

Was lief schief zwischen Bethesda und Human Head?

Lange war es sehr, sehr ruhig gewesen um Prey (ab 5,75€ bei GP_logo_black_rgb kaufen) 2. In der vergangenen Woche tauchten allerdings Gerüchte auf, das Spiel werde von Grund auf neu von den Arkane Studios Austin entwickelt, nachdem sich Bethesda und Human Head vor geraumer Zeit überworfen hatten. 

Die Kollegen von IGN haben sich etwas genauer in der Gerüchteküche umgehört und versuchen basierend auf den Infos mehrerer Quellen darzulegen, was das einst auf der E3 2011 vorgestellte Projekt entgleisen ließ.

Bethesda sei äußerst zufrieden gewesen mit dem Feedback für die E3-Demo des Shooters und habe Human Head wohl sechs Monate zusätzlicher Produktionszeit versprochen. Die Entwickler hätten damit insgesamt noch ein Jahr gehabt, die "größtenteils schon fertige Spielwelt" weiter mit Inhalten füllen, ihr den letzten Feinschliff verpassen und das Spiel 2012 fertigstellen können.

Ein Hersteller mit Übernahmeambitionen

Der Publisher habe dann aber mit allen, wohl nicht immer feinen Mitteln versucht, das Studio aufzukaufen.

Bethesda war zu jenem Zeitpunkt bekanntermaßen auf einem starken Expansionskurs. Nachdem man zuvor schon id Software geschluckt hatte, kaufte das Mutterunternehmen Zenimax Media Ende 2010 binnen kürzester Zeit Arkane Studios (Dishonored), MachineGames (Wolfenstein: The New Order) sowie Tango Gameworks (The Evil Within) auf.

In den Monaten nach der E3 habe der Publisher den Geldhahn zugedreht und Meileinsteine durchfallen lassen, außerdem Änderungen und Fixes eingefordert, ohne wie versprochen mehr Zeit zu gewähren. Das Dilemma für die Entwickler: Jene Zusage war nur in mündlicher Form gegeben, nie aber in schriftlicher Form festgehalten worden.

Ein weiteres Problem: Laut des ursprünglichen Vertrags war es Human Head nicht gestattet, intern ein weiteres Projekt zu entwickeln, solange die Vereinbarung mit Bethesda steht. Um zu überleben, half das Team etwas bei BioShock Infinite und Defiance aus.

Human Head habe Bethesda darum gebeten, mehr Geld und Zeit zur Verfügung zu stellen, Bethesda wiederum habe gefordert, dass das Studio die vereinbarten Vertragsbedingungen erfüllt. Der Hersteller habe versucht, das Studio in eine Ecke zu manövrieren, um dann zuschlagen zu können. Human Head sei ein attraktives Ziel gewesen, da es eines der wenigen Team gewesen sei, die mit der Technologie von id Software bestens vertraut waren und diese auch ausbauen konnten. Das Studio habe sich aber einer Übernahme konsequent verweigert.

Im November 2011 habe man dann aus Protest die Arbeit an Prey 2 eingestellt. Der Publisher und die Entwickler hätten dann nur noch sehr wenig, meist auch sehr einseitig kommuniziert. Human Head habe mehrere "vernünftige Angebote" unterbreitet, eine Lösung sei aber nicht gefunden worden: "2012 hat sich gar nichts getan." Der Hersteller habe wohl darauf spekuliert, das Studio durch finanzielle Engpässe zu einem günstigen Preis bekommen zu können.

Irgendwann sei das Abkommen zwischen den beiden Parteien ausgelaufen. Bethesda habe das Projekt zurückbekommen, Human Head sei seines Weges gegangen und arbeite nun an einem Open-World-Titel für einen anderen Publisher.

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