LucasArts: Über Star Wars: Battlefront 3 - 4Players.de

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LucasArts über Star Wars: Battlefront 3

Vor ein paar Tagen hat Steve Ellis etwas zurückgeblickt und dabei auch über Star Wars: Battlefront 3 geplaudert. Das Spiel war nie offiziell angekündigt worden, sei aber schon zu "99 Prozent" fertig gewesen, als LucasArts beschloss, das Projekt einstampfen zu lassen. Das Ende der Produktion war einer der Gründe für die Notlage von Free Radical gewesen, die letztendlich in der Insolvenz und der Übernahme des Studios durch Crytek resultieren sollte.

Gegenüber Gamespot meldete sich jetzt ein nicht näher benannter ehemaliger Angestellter von LucasArts zu Wort und nennt die 99-Prozent-Behauptung des Mitgründers von Free Radical "kompletten Bullshit". Man könne eher von "75 Prozent eines mittelmäßigen Spiels" reden - und das sei noch eine großzügige Schätzung. Auch widerspricht jener Mann dem Vorwurf, LucasArts habe das Projekt quasi sabotiert. Jeder Mitarbeiter habe alles gegeben, damit die Zusammenarbeit funktioniere. Der Hersteller sei sehr erpicht auf ein Battlefront-Spiel für diese Konsolengeneration gewesen, , hätten die Vorgänger doch zu den erfolgreichsten Star Wars-Titeln gehört. LucasArts-Präsident Jim Ward und sein Nachfolger Darrel Rodriguez hätten sich sehr bemüht und Zahlungen für Meilensteine noch teilweise getätigt, obwohl Free Radical wiederholt nicht wie vereinbart abgeliefert hatte.

Das Scheitern von Battlefront 3 habe drei Gründe gehabt, mutmaßt jene Quelle. So hätten die Briten Probleme mit Haze gehabt. Der Shooter sei ein Jahr später veröffentlicht worden als geplant und hätte Battlefront 3 während der ersten Hälfte der Produktion interne Ressourcen abspenstig gemacht. Man habe den Eindruck gehabt, dass LucasArts quasi noch einen Teil von Haze mitfinanzierte. Auch habe Free Radical seine Fähigkeit, ein überzeugendes Produkt abzuliefern, entweder "unterschätzt" oder "falsch dargestellt." Zudem habe sich das stetige Verfehlen von Milestones fatal auf die Moral und das Selbstbewusstsein des Teams ausgewirkt.

Pandemic - dort waren die beiden Vorgänger produziert worden - habe auch gelegentlich seine Fähigkeit, pünktlich abzuliefern, unterschätzt. Das Team sei aber immer sehr offen damit umgegangen. Und wenn Free Radical es schaffte, etwas zu einem vereinbarten Zeitpunkt fertigzustellen, habe die Qualität nicht gestimmt oder Funktionalität gefehlt.

Das Studio habe sei Mitte 2006 an dem Projekt gearbeitet, welches eigentlich im Oktober 2008 fertiggestellt werden sollte. Ende 2007 habe es immer noch nicht einmal eine einfach KI gegeben, die in den Levels funktioniert. Die Xbox 360-Version hätte den Großteil des Jahres schon mal schlichtweg gar nicht funktioniert. Das Studio hätte behauptet, Unterschiede zwischen den UK- und US-Versionen des DevKits wären die Ursache dafür gewesen, sich dann aber auf Anfrage geweigert, LucasArts ein UK-DevKit zukommen zu lassen.

Im Januar 2008 sei dann abzusehen gewesen, dass Battlefront 3 nicht wie abgesprochen fertiggestellt werden würde. Beide Parteien hätten sich dann auf einen Release im April des Jahres 2009 geeinigt. Im Mai 2008 sei dann Haze endlich in den Handel gekommen - und die Qualität des Spiels hätte bei LucasArts sämtliche Alarmglocken schrillen lassen. Free Radical hätte schließlich behauptet, man könne mit Battlefront 3 dank der Verschiebung einen Spitzentitel mit einer Durchschnittswertung jenseits der 85 produzieren.

Ende 2008 habe sich dann abgezeichnet, dass auch der April-Termin wohl nicht schaffbar sein würde. Im September hätten einige zentrale Entwickler dem Team den Rücken gekehrt, und im Oktober hätte Battlefront 3 immer noch nicht den Stand gehabt, den man eigentlich im August und um September hatte erreichen wollen. Als dann auch der Oktober-Meilenstein nicht wie versprochen geliefert wurde, habe LucasArts die Konsequenzen gezogen und das Projekt einstampfen lassen.

Ellis antwortet

Gegenüber dem Magazin kommentierte Steve Ellis jene Äußerungen und merkt an, er habe stets zugegeben, dass Free Radical Probleme mit Haze und dem Einstieg in die Konsolengeration gehabt habe. Es sei schon merkwürdig, wenn jetzt behauptet würde, dass dies verschwiegen worden sei, um damit auch die anderen Unterstellungen zu legitimieren.

Free Radical habe sich für Haze nie beim Budget für Battlefront 3 bedient. LucasArts habe das Team letztendlich selbst gebeten, doch Ressourcen aus anderen Projekten für das eigene Projekt abzuziehen - das Studio habe sich geweigert, dies zu machen. Auch habe man dem Geldgeber nie interne Probleme verschwiegen.

Zum Zeitpunkt der Einstellung sei das Projekt inhaltlich vollständig gewesen - Free Radical hätte nur noch Bugs fixen müssen. Laut der damaligen Prognosen hätte man sämtliche kritischen Fehler vermutlich innerhalb von drei bis vier Wochen behoben. Die 99-Prozent-Angabe sei vielleicht etwas übertrieben gewesen - aber bei 97 bis 98 Prozent sei man schon gewesen.

LucasArts habe 2008 selbst interne Probleme gehabt dank großer Veränderungen im Management. Meilensteine seien zurückgewiesen worden - das Projekt sei nicht wegen Vertragsbruch eingemottet worden. Wenn Free Radical für alles verantwortlich sein soll, müsse sich LucasArts schon die Frage gefallen lassen, warum man es denn seitdem nicht geschafft hat, mit einem anderen Studio ein neues Battlefront abzuliefern.

Kommentare

Hongii schrieb am
Tony hat geschrieben:
Wigggenz hat geschrieben:Ich habe SWBF 1 & 2 geliebt, aber heute würde es wahrscheinlich nur originpflichtig, ohne dedizierte Server und Mods, mit überteuertem Day1-DLC, 5 Mappacks und in 10 verschiedenen "exklusiven Collector's Editions" je nach Händler und Vorbestellung und mit 10mal so viel Marketing- wie Entwicklungskosten erscheinen...
feels bad man :cry:
Naja, das Spiel kann doch trotzdem erstmal rauskommen, wie das alles gehandhabt wird, kann man ja immer noch entscheiden.
monotony schrieb am
Wigggenz hat geschrieben:Ich habe SWBF 1 & 2 geliebt, aber heute würde es wahrscheinlich nur originpflichtig, ohne dedizierte Server und Mods, mit überteuertem Day1-DLC, 5 Mappacks und in 10 verschiedenen "exklusiven Collector's Editions" je nach Händler und Vorbestellung und mit 10mal so viel Marketing- wie Entwicklungskosten erscheinen...
feels bad man :cry:
Wigggenz schrieb am
Ich habe SWBF 1 & 2 geliebt, aber heute würde es wahrscheinlich nur originpflichtig, ohne dedizierte Server und Mods, mit überteuertem Day1-DLC, 5 Mappacks und in 10 verschiedenen "exklusiven Collector's Editions" je nach Händler und Vorbestellung und mit 10mal so viel Marketing- wie Entwicklungskosten erscheinen...
Danke, da verzichte ich und gönn mir die alten Schätzchen.
[Shadow_Man] schrieb am
Sowas muss auch echt brutal sein. Wenn du jahrelang an einem Spiel gearbeitet hast und es wird dann nicht veröffentlicht, sondern einfach eingestampft. Alles war dann umsonst.
howtodeleteacc schrieb am
Wow, ein Streitpunkt, 2 Konfliktparteien und 2 unterschiedliche Meinungen.
Wann hat es so etwas das letzte mal gegeben?
schrieb am

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