Nintendo
30.01.2015 12:02, Marcel Kleffmann

Partner-/Lizenzsystem für Let's-Play-Videos vorgestellt; Nintendo wird an den Einnahmen beteiligt; YouTuber üben Kritik

Aktualisierung vom 31. Januar 2015, 16:10 Uhr:

Das von Nintendo vorgesehene YouTube-Partnerprogramm stößt (wenig überraschend) bei diversen etablierten YouTubern nicht gerade auf Gegenliebe . So schreibt Felix Kjellberg "PewDiePie" in seinem Blog , dass sich dieses Partnerprogramm für YouTuber, die sich ausschließlich auf Videos oder "Let's Plays" von Nintendo-Titeln konzentrieren würden, wie ein Schlag ins Gesicht anfühlen müsse. Diejenigen, die mit ihrer Leidenschaft zur Nintendo-Gemeinschaft beigetragen hätten, seien diejenigen, die jetzt im Regen stehen gelassen werden, meint Kjellberg.

Er schreibt weiter, dass Nintendo wohl nicht verstehen würde, dass sie als Unternehmen ebenfalls von der Präsenz ihrer Spiele auf YouTube profitieren würden. Für ihn gibt es keine bessere Möglichkeit, ein Spiel zu vermarkten, als jemandem dabei zuzusehen, wie er das Spiel spielt und damit Spaß hat. In dem Zusammenhang grenzt er aber "moderierte Let's Plays" und "stumpfes Abfilmen des vollständigen Spiels" voneinander ab. Letztere Variante hält er selbst für fragwürdig.

"PewDiePie" weist zwar darauf hin, dass Publisher und Entwickler zwar die Rechte an ihren Titeln besitzen und damit machen könnten, was sie wollen, aber er geht fest davon aus, dass Minecraft nur durch die Omnipräsenz auf YouTube zu dem Phänomen geworden ist, das zu einem 2,5 Mrd.-Dollar-Deal führte. Er regt abschließend an, dass Nintendo dieses Partnerprogramm noch einmal gründlich überdenken sollte.

Mit dieser Meinung steht er nicht alleine da, auch Boogie2988 , Ohmwrecker und Jim Sterling teilen diese Einschätzung. Zugleich konnte sich Publisher Devolver Digital nicht zurückhalten und hat das Geschehen ebenfalls kommentiert .



Aktualisierung vom 30. Januar 2015, 14:02 Uhr:

Die Veröffentlichung von Let's-Play-Videos aus Nintendo-Titeln bei YouTube, in denen zusätzlich Werbung zu sehen war, konnte sich in der Vergangenheit durchaus problematisch gestalten , da Nintendo vereinzelt die Werbeeinnahmen für sich beanspruchte , schließlich wird in den Videos prinzipiell urheberrechtlich geschütztes Material verwendet. Nintendo versucht nun an der möglichen Profitabilität von Let's-Play-Videos teilzuhaben und hat deswegen das "Nintendo Creators Program " (Beta) gestartet - vorerst nur in Japan und in den USA.

Schließt sich ein YouTuber diesem Programm an, darf er/sie mindestens 60 Prozent und (beim ganzen Channel) bis zu 70 Prozent der Werbeeinnahmen behalten. Der Rest geht an Nintendo. Die Erlöse gehen dabei zunächst an Nintendo und werden dann an den YouTuber (via PayPal) zurückgezahlt - was wiederum mehr Bearbeitungszeit erfordert. Zugleich muss unter den Videos der Text "I have a license to use Nintendo's content in this video through the Nintendo Creators Program. This video is not sponsored or endorsed by Nintendo, but any advertising revenue from this video will be shared with Nintendo" platziert werden.

YouTuber sollen so einerseits auf der "sicheren Seite" sein und brauchen keine weiteren Schritte von Nintendo zu fürchten, während andererseits Nintendo einen Teil vom Kuchen abbekommt. Welche Spiele und Konsolen von dieser Regelung betroffen sind, kann auf der entsprechenden "Whitelist " nachgelesen werden. Super Smash Bros. für Wii U ist übrigens nicht gelistet, da (bisher) ausschließlich First-Party-Spiele aufgenommen wurden.

Mit diesem Programm und der Schärfe der Regeln steht Nintendo praktisch alleine da, denn fast alle anderen Unternehmen im Spielesektor verlangen keine Umsatzbeteiligung, sondern nutzen Let's-Play-Videos vielmehr als Marketing-Möglichkeit, auch wenn eigentlich urheberrechtlich geschütztes Material zur Schau gestellt wird.

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