Satisfactory - Test, Simulation, PC

 

Test: Satisfactory (Simulation)

von Marcel Kleffmann



Satisfactory (Simulation) von Coffee Stain Publishing
Early-Access-Test
Release:
kein Termin
Early Access:
19.03.2019
Spielinfo Bilder Videos

Können Fabrikaufbau, stetige Produktionsoptimierung und die Ausbeutung der Ressourcen eines ganzen Planeten wirklich Spaß machen? Ja, und zwar gehörig, jedenfalls in Satisfactory und da am 13. April das vierte große Update für das PC-Spiel erscheint, ist es Zeit für einen Early-Access-Test, der auf der nahezu finalen Experimental-Version basiert.



Fabrikaufbau in 3D

Satisfactory legt als Aufbau-Simulation den Schwerpunkt auf die Errichtung und die Automatisierung ganzer Produktionsketten - von der Rohstoffbeschaffung aus natürlichen Quellen, über den Transport zur Weiterverarbeitung bis hin zum fertigen Endprodukt. Es fängt überschaubar an und wird dann immer komplexer. Aus der popeligen Minibasis wird mit der Zeit ein gigantisches, Ressourcen verschlingendes Monstrum ... und mittendrin ein oder mehrere Mitarbeiter des Unternehmens FICSIT, die das Ziel verfolgen, die Rohstoffvorkommen auf dem Planeten Massage 2(AB)b zu erschließen.

In diesem Sinne: Bleibt effektiv und macht bloß nicht das Firmeneigentum kaputt! Für das Unternehmen mit dem sympathischen Logo konstruiert man zunehmend komplexer werdende Komponenten, die mit dem gewaltigen Weltraumlift in den Orbit geschossen werden, während man selbst im HUB neue Technologien erforscht, um mehr Elemente verarbeiten und bessere Sachen herstellen zu können. Mehr Story-Hintergründe gibt es in der händisch erstellten und ca. 30 km² großen Welt bisher nicht zu entdecken, könnten in Zukunft aber für einen besseren Rahmen sorgen. Dennoch entpuppt sich der eigentliche Spielablauf als Zeitfresser sondergleichen.

Etwas Handarbeit vor der Automatisierung

Mit der FICSIT-Kaffeetasse in der Hand wird die laufende Produktion begutachtet. Im Vordergrund werden Plastikteile und Schrauben zusammen mit Platinen und Kabeln zu einem Fabrikator geliefert, der daraus Computer herstellt.
Mit der FICSIT-Kaffeetasse in der Hand wird die laufende Produktion begutachtet. Im Vordergrund werden Plastikteile und Schrauben zusammen mit Platinen und Kabeln zu einem Fabrikator geliefert, der daraus Computer herstellt - alles vollautomatisch.
Die clevere Fortschrittspirale kann unglaublich motivieren: Sie beginnt damit, dass man Eisenbarren aus Eisenerz im Schmelzofen herstellt. Die Eisenbarren werden dann im Konstruktor zu Eisenplatten oder Eisenstangen weiterverarbeitet. Während man anfänglich die Materialien per Hand von A nach B trägt, erweisen sich die Förderbänder als Segen der Automatisierung, bevor es mit Kupfer und Kalkstein weitergeht. In der Zwischenzeit überlegt man sich dann, wie viele Eisenbarren pro Minute eigentlich gebraucht werden, damit die Eisenplatten-Produktion bestmöglich ausgelastet ist.

Spätestens wenn Förderband-Splitter und Förderband-Fusionatoren durch die Lieferungen an FICSIT freigeschaltet werden, können komplexere Anlagen gebaut werden. Sie können mehrere Etagen
umfassen, wobei die Statik beim Bau keine Rolle spielt. Schönbauer dürfen sich derweil mit Fundamenten, Wandhalterungen, Scheinwerfern und dedizierten Eingängen austoben.

Motivierender Fortschritt

Vier unterschiedliche Startgebiete stehen zur Wahl - je nach Wahl sind der Zugang zu bestimmten Ressourcen oder der Bauplatz eingeschränkt.
Vier Startgebiete stehen zu Beginn einer Partie zur Auswahl. Der Zugang zu bestimmten Ressourcen und der Bauplatz sind je nach Lage eingeschränkt. Außerdem lässt sich das (eigentlich ganz gute) Tutorial auch überspringen.
Einhergehend mit dem technologischen Fortschritt baut man stetig die Basis aus, führt die Rohstoffe zusammen, zapft neue Ressourcenvorkommen an und kämpft gegen Stromausfälle. Und wenn der erste Stahlbeton über ein fast ein Kilometer langes Förderband im Hauptquartier ankommt, stellt sich ein wohlig befriedigendes Gefühl beim Konstrukteur ein. Trotzdem ist man nie fertig. Es gibt überall Ausbau- und Optimierungsmöglichkeiten. Hierbei hilft vor allem die sehr gute und klar strukturierte Benutzeroberfläche, welche die Input- und Output-Mengen vorbildlich zeigt. Auch die Ingame-Hilfe, die mit Taste N aufgerufen wird, ist hilfreicher als gedacht und fungiert ebenfalls als Taschenrechner.

Große und platzfressende Projekte

Es werden also immer mehr Rohstoffe und Produkte zusammengeführt und über weite Strecken mit Förderbändern oder Fahrzeugen transportiert, bis man später bei Plastik, Aluminium und Plutonium-Brennstäben mitsamt nuklearem Abfall landet. Dabei wird einem die Notwendigkeit zur Automatisierung spielerisch beigebracht, weil alles in so großen Mengen erforderlich ist, dass man alt und grau wird, wenn man an der Handwerksbank selbst den Hammer schwingen würde.

Kohle und Wasser werden zur Aluminium-Produktion vorbereitet.
Kohle und Wasser werden zur Aluminium-Produktion vorbereitet.
Schon die Umstellung der Energieproduktion von Biomasse, die händisch eingesammelt werden muss, auf automatisch förderbare Kohle wirkt erlösend. Ähnliche gewichtige Fortschritte sind die Hypertube-Transportröhren für FICSIT-Mitarbeiter und das Jetpack, das hilft, beim Bau der großen Anlagen den Überblick zu behalten. Kommt man zu komplexeren Sachen wie "Schwere Modulare Rahmen" oder Computer, muss man sich von der freien Fläche, auf der man angefangen hat, verabschieden, denn die späteren Konstruktionen verschlingen Platz - und noch mehr Rohstoffe. Es beginnt ein fesselnder Kreislauf aus Expansion und Optimierung, den man ebenso aus der Anno-Reihe kennt.

Kommentare

casanoffi schrieb am
Andraax hat geschrieben: ?15.04.2021 15:47 Ich mag beide Spiele und man kann die beiden nicht wirklich ersetzen. Factorio finde ich teilweise spannender wegen der höheren Komplexität, der Verteidigung (Tower Defense Elemente), und den ausgeklügelten Mechaniken für Eisenbahnen, Flüssigkeiten, und der möglichen "Programmierung" von Prozessen.
Aber Satisfactory ist dafür grafisch sehr ansprechend und etwas entspannter. Man muss also eigentlich beide haben. Und wahrscheinlich sollten sich Fans des Genres unbedingt auch Dyson Sphere Program mal anschauen...
Sehe ich auch so - wenn man keine spezielle Abneigung für die Pixel-Grafik von Factorio hat, dann muss man eigentlich beide haben, weil sie im Kern so ähnlich, aber in der Ausführung so unterschiedlich sind ^^
Danke für den Tipp mit Dyson Sphere Program - sagt mir bisher gar nichts.
Andraax schrieb am
casanoffi hat geschrieben: ?14.04.2021 12:53
Andraax hat geschrieben: ?14.04.2021 11:25Bei 3D mit mehr Details sicherlich noch viel mehr als bei 2D. Habe das Stadium selbst noch nicht erreicht.
Hilft ggf. mehr RAM auch, oder muss eine stärkere CPU her?
Da hilft nur eine CPU mit sehr schnellen Kernen (evtl. viele Kerne, aber auch das wird ja leider nicht immer von Spielen gut genutzt).
Also ist es bei Satisfactory auch eher UPS. Gut zu wissen. Meine Basis und Produktion bei Satisfactory ist noch nicht so groß und auch bei Factorio ging es bisher gut inklusive Raketenbau, aber ich habe auch keine Megafactory.
Spiele im Moment auf Gaming Laptop mit 8GB RAM und einer betagten i7 CPU. Also für riesige Konstruktionen muss ich dann wohl auf den geplanten (aber dank Chipknappheit verschobenen) neuen PC warten...
Ich mag beide Spiele und man kann die beiden nicht wirklich ersetzen. Factorio finde ich teilweise spannender wegen der höheren Komplexität, der Verteidigung (Tower Defense Elemente), und den ausgeklügelten Mechaniken für Eisenbahnen, Flüssigkeiten, und der möglichen "Programmierung" von Prozessen.
Aber Satisfactory ist dafür grafisch sehr ansprechend und etwas entspannter. Man muss also eigentlich beide haben. Und wahrscheinlich sollten sich Fans des Genres unbedingt auch Dyson Sphere Program mal anschauen...
casanoffi schrieb am
Sir Richfield hat geschrieben: ?14.04.2021 13:13Ich habe die Diskussion bei Factorio nur mit einem Auge verfolgt, aber wenn ich die Devs richtig verstanden habe, ist das nicht immer möglich, auf Multicore zu programmieren.
Hier war der Fall, dass du die Kerne halt nicht Synchronisieren kannst, das Spiel aber eine synchrone Berechnung aller Teile braucht. Also war das (wie gesagt, bis vor relativ Kurzem) halt Single Core.
Ja, das hatte ich auch mitbekommen. Klingt logisch.
4P|Alice hat geschrieben: ?14.04.2021 15:29 Jetzt mit Video: https://www.4players.de/4players.php/tv ... ate_4.html
:Daumenlinks:
Sir Richfield schrieb am
Bei Factorio gehen die UPS in die Knie, die FPS sind dann nur eine Folge davon, weil die versuchen, synchron zu laufen. (damit das Band nicht schneller läuft, als es wirklich tut).
Bis vor kurzem war Factorio Single-Core, inzwischen haben die was Lustiges getrickst, damit wenigstens die Laufbänder auf getrennten Kernen laufen können. (Nur damit ein Spieler ankommt, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, eine Megafactory zu bauen, die EIN ZUSAMMENHÄNGENDES BANDNETZWERK hat...) (Doom läuft übrigens auch schon in Factorio, so nebenbei erwähnt).
Ich weiß nach irgendwas um die 1000 Stunden (also: Noob) nicht, was man machen soll, auf das Level zu kommen...
Also den Punkt, an dem man die halbe Welt mit Solar zupflastern MUSS, weil die Berechnungen für Nukular oder Dampf woanders gebraucht werden.
PS: Das heißt nicht, dass ein Kartoffel PC deshalb Factorio in hohen Details auf 4K bei 60FPS anzeigen kann! Das Ding hat schon einen gewissen GRAM Hunger!
Edit: @casanoffi: Ich habe die Diskussion bei Factorio nur mit einem Auge verfolgt, aber wenn ich die Devs richtig verstanden habe, ist das nicht immer möglich, auf Multicore zu programmieren.
Hier war der Fall, dass du die Kerne halt nicht Synchronisieren kannst, das Spiel aber eine synchrone Berechnung aller Teile braucht. Also war das (wie gesagt, bis vor relativ Kurzem) halt Single Core.
schrieb am