Ein lauschiger Tag im Grünen
Jason Fleming und seine Freundin Claire sind draußen bei Mutter Natur, die Wanderstiefel geschnürt, das Butterbrot geschmiert, die Sonne im Herzen. Als Claire lachend von dannen sprintet und Jason nicht hinterher kommt, ist alles noch ein Spiel - er sucht sie, findet aber nur ihren Rucksack. Spätestens, als Claire jedoch von einigen vermummten Gestalten in einen bedrohlich wirkenden Betonkomplex gezerrt wird, ist Schluss mit lustig - wer sind diese Leute, was zum Teufel haben sie mit Claire vor und wieso liegt da diese einladend wirkende Pistole? Tja Jason, das war's dann wohl mit dem erholsamen Trip aufs Land.
Kenner von Orson Scott Cards 2006er Roman »Empire« werden erfreut sein zu hören, dass Shadow Complex zwar eine eigene Story bietet, aber dennoch parallel zur Handlung des Buches spielt. Aber auch ohne diesen literarischen Rahmen funktioniert das Spiel wunderbar, denn obwohl man auf den ersten Blick ein reines Actionfest vermuten könnte, verbirgt sich unter der von der Unreal-Engine befeuerten Hülle noch weitaus mehr - eine Mischung aus Bionic Commando: Rearmed
(BCR) und Super Metroid, mit einer Idee Resident Evil 4
!
Jason Aran in Aktion
Beginnen wir ganz vorne: Mit BCR teilt sich Shadow Complex die Perspektive, das ganze Spiel wird in der Seitenansicht präsentiert. An Resi erinnert die Ballersteuerung, kontrolliert man die Pistole, das MG oder die Maschinenpistole doch direkt mit dem rechten Analogstick - diese »360° in 2D«-Steuerung erfordert zwar etwas Gewöhnung, ist aber aufgrund des deutlich
sichtbaren roten Laservisiers schnell ein Klacks, und erlaubt sehr gezielte Feuergefechte. Die größte Inspiration für die Designer war aber ohne Frage die Metroid-Serie: Das geht damit los, dass man die in Rechtecke eingeteilt Umgebungskarte nach und nach freischaltet, kommende Missionsziele in bislang unaufgedeckten Bereichen markiert werden und sich Teile der Karte über spezielle Extras bzw. Computerterminals lüften lassen. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass man auch sofort überall hin kann, selbst wenn das offene Weltendesign das suggerieren mag. Denn wie in Metroid sind viele Bereiche erst mit der richtigen Ausrüstung betretbar: Grün leuchtende Felsen oder Türen lassen sich z.B. nur mit Granaten öffnen, die man erst nach einiger Spielzeit erhält.![]()

Fette Bossgegner kreuzen in unregelmäßigen Abständen Jasons Weg.
Genau wie in Metroid lohnt es sich also, stets die Augen nach Bereichen offen zu halten, die man nicht ohne weiteres erreichen kann. Vielleicht schafft man es später, vielleicht führt aber auch ein versteckter Weg hin - es gibt verdammt viele Geheimnisse, verborgene Tunnel und natürlich jede Menge Boni. Genau wie Samus Aran kann auch Jason seine Gesundheit dauerhaft verbessern oder dank der entsprechenden Extras mehr Granaten tragen. Durch das Ausschalten von Gegnern gewinnt er Erfahrungspunkte dazu, die automatisch in neue Fertigkeiten investiert werden - so wird z.B. die Schusspräzision erhöht oder mehr Lebensenergie spendiert. Doch all die Geheimnisse setzen nicht nur ein waches Auge (in Kombination mit der Taschenlampe, die ihrerseits ebenfalls einige Verstecke sichtbar macht), sondern auch den Willen zum Umweg voraus: Jason kann rennen, springen, an Wänden und Kisten herumturnen, kurz tauchen und problemlos in die tiefsten Abgründe springen.
Mehr Knarren!
Wer kein Interesse am Kriechen durch dunkle Höhlen hat, der wird auch nicht dazu gezwungen, denn neben dem Forscher wird auch der Rambo belohnt: Es gibt jede Menge Gegner, die sich direkt oder gelegentlich auch indirekt ausschalten lassen, stationäre MGs schwenken die Perspektive in eine Schulteransicht, aus
der man mächtig austeilen darf - und in unregelmäßigen Abständen warten extra-dicke Bossgegner auf eine rabiate Abreibung. Das kann eine gigantische Mech-Spinne sein, ein mit Minigun bewaffneter Roboter oder auch nur ein Helikopter, der angeschwirrt kommt, wenn man gerade gemütlich durch einen See schwimmt. Hin und wieder kann man Standard-Widersacher auch im Nahkampf erledigen: Man geht zum nichts ahnenden Feind hin, drückt die B-Taste - und der Widersacher wird Opfer eines Jason Bourne ![]()

Die Waffe kann mit dem rechten Analogstick in 2D um 360° gedreht werden - klingt ungewöhnlich, bedarf einiger Gewöhnung, funktioniert aber super!
-kompatiblen Takedowns.
Der zweidimensionalen Perspektive zum Trotz ist Shadow Complex ein 3D-Spiel: Hin und wieder schießt man auch (automatisch gesteuert) in den dritten Raum hinein, der Übergang zwischen Spielgrafik und Zwischensequenzen ist fließend. Die Nutzung der Unreal-Engine sorgt für beeindruckende Effekte: Ein niedergestreckter Boss vergeht in einer mächtigen Explosion, die Außenabschnitte in den Wäldern sehen hinreißend lauschig aus, die Nutzung einer soliden Physik-Engine ist mehr als nur grafische Spielerei - man sieht dem Spiel nicht an, dass es sich dabei »nur« um einen Arcade-Titel handelt! Und man hört es ihm auch nicht an, denn es rummst nicht nur bedrohlich aus den Boxen, auch gibt es durchgehend gute englische Sprachausgabe zu hören.
Ausblick
Ersteindruck: Fit4Hit
Kommentare
-
Auf das Spiel freu ich mich auch so mega :) Ganz prima das es bestimmt 1600 Punkte kostet und ich 1540 hab *lol* Egal :D Wann das anfing fragst du? Mainstreamspiele? Puh...deine Jahresangabe könnte hinkommen. Es ist sicherlich ein Faktor das Spiele immer größer werden, generell die Branche [...] Auf das Spiel freu ich mich auch so mega :) Ganz prima das es bestimmt 1600 Punkte kostet und ich 1540 hab *lol* Egal :D Wann das anfing fragst du? Mainstreamspiele? Puh...deine Jahresangabe könnte hinkommen. Es ist sicherlich ein Faktor das Spiele immer größer werden, generell die Branche immer größer wird und jedes Projekt Millionen kostet und es muss dann auch der breiten Masse gefallen. Und die breite Masse ist nunmal nich innovativ, die zockt einfach ihre Call of Dutys bis zum abwinken und fertig :) (Also nix gegen CoD, aber is schon hart wieviele leute das zocken auf xbox live ^^) Wir, die Innovation, Kreativität, Liebe zum Spiel zu schätzen wissen ,sind einfach in der Unterzahl. Sowas wie Braid(was ja fast schon philosophisch ist) oder Trine(übrigens auch ma wieder 2 XBL Arcade Titel) findet man sehr selten...aber zum Glück gibt es das noch. Von den Indie games auf XBL hab ich mir auch noch nix angeschaut...da sollen ja auch ein paar kreative Sachen bei sein.
-
Der Chris schrieb:
Immaculate_Misconception schrieb:
MØnd©?Øud schrieb:
mhh sieht aus wie ein 08/15 third person shooter,reizt nicht sonderlich denn alles was ich dazu gesehen habe sind entweder wiederaufbereiter einheitsbrei oder [...] Der Chris schrieb:
Immaculate_Misconception schrieb:
MØnd©?Øud schrieb:
mhh sieht aus wie ein 08/15 third person shooter,reizt nicht sonderlich denn alles was ich dazu gesehen habe sind entweder wiederaufbereiter einheitsbrei oder innovationen aus vergangenen tagen siehe Super Metroid Das ist, genau genommen, bei jedem neuen Titel der Fall. traurig oder? ich werde trotzdem mal einen blick riskieren. oder möglicherweise nochmal in alte metroid teile investieren?! hm mal schaun. Wenn man etwas näher hinsieht, kann man auch in unseren Tagen durchaus orignelle und neue Spielkonzepte entdecken, die tatsächlich sogar zu funktionieren scheinen. Man sehe sich ein Penumbra an, ein Trine oder Guitar Hero. Untergangsstimmung ist (noch) nicht angesagt, jedoch muss ich feststellen, dass tatsächlich der Mut der Programmierer zur Innovation in den letzten Jahren immer mehr geschrumpft ist. Wann haben die Fließbandfortsetzungen eigentlich angefangen? Es müsste so um das Jahr 04/05 herum gewesen sein, als neue Ideen im Mainstream immer mehr Grafikgewichse und Fortsetzungswahn zum Opfer fielen. -
Bofrostmann schrieb:
ha der endgegner sieht aus wie metal gear rex ] Das war auch mein erster Gedanke, als ich den gesehen habe . . . :D
