Halb kaputtbar
Zugegeben, die Beschreibung ist nicht ganz korrekt. Im Grunde ist sie sogar denkbar ungenau. Denn wo man in den zwei Vorgängern die Umgebung zumindest teilweise deformieren konnte, bekommt der Mars im "Guerilla" betitelten dritten Teil keine Schramme ab. Nicht einmal kleine Kratzer trägt das felsige Gestein davon.

Die Entwickler könnten euch natürlich erklären, wie ihre Physik funktioniert - aber die Hauptsache ist doch, dass es kracht!
Und WIE die Bauwerke hier in ihre Einzelteile zerfallen! Stellt euch nicht auf eine epische Handlung oder ein ausgefeiltes Charaktersystem ein: In Guerilla ist die Zerstörung der Star der Show. Während sich Fahrzeuge nämlich noch auf herkömmliche Art und Weise in ihre Einzelteile zersetzen, bestehen alle anderen Strukturen aus physikalisch korrekten Einzelteilen, die entsprechend ihrer "natürlichen" Beschaffenheit als Stützpfeiler oder nicht tragende Wände eingesetzt werden. Tatsächlich mussten die Entwickler Nachhilfe im Fach "Statik" nehmen, da sie von "einfachen" Level-Designern zu realen Architekten werden mussten.
Erinnert ihr euch an Bridge Builder, Pontifex oder das aktuellere Elefunk? In jedem dieser Spiele musste man mit aus verschiedenen Materialen bestehenden Bauteilen eine Brücke konstruieren, die anschließend einer großen Belastung standhalten musste. Und genau wie man dort beim Belastungstest sehen konnte, welches Bauteil wie stark beansprucht wird, berechnet auch das neue Red Faction zu jedem Zeitpunkt die Belastung, die auf jeden Bestandteil jedes Gebäudes einwirkt.
Schlag zu!
Ich gebe ja zu: In der Theorie klingt das ganz schrecklich langweilig. "Kann mir doch egal sein, dass die hoch detaillierten Drahtgittermodelle mitbekommen, wenn ich mich einfach nur gegen eine Wand lehne!" Oder? Stimmt, das Warum ist im Grunde egal - aber als ich zum ersten Mal in die Rolle des Alec Mason geschlüpft bin, um als Rebell in einer offenen Welt die skrupellose EDF-Armee in abwechslungsreichen kleinen Guerilla-Angriffen zu bekämpfen, wurde mir schnell klar, weshalb das Warum so faszinierend sein kann: Hier fällt ein Gebäude nämlich nicht einfach auseinander, wenn ich irgendwo dagegen trete - hier brechen Gesteinsbrocken genau dort aus der Mauer, wo mein
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| In dieser Einöde beginnt euer Freiheitskampf. Später erhaltet ihr Zugang zu insgesamt sechs großen Zonen. |
Weil hinter den Kulissen so viel passiert, sind es denn übrigens auch einfach technische Grenzen, die der zusätzlichen Deformierung der Umgebung einen Riegel vorschieben. Im Grunde ist das aber auch egal. Denn selbst, nachdem wir uns vier Stunden lang in Red Faction: Guerilla austoben konnten, hatte ich noch lange nicht genug davon, als wandelnde Abrissbirne über den Mars zu toben. Vor allem will ich sehen, welche Zerstörung ich mit anderen und verbesserten Waffen anrichten kann. Denn auch wenn sich die Entwickler in den letzten Monaten besonders um Handlung und Charaktere bemüht haben, so steht das Entzücken über jeden heraus gebrochenen Stein deutlich im Vordergrund.



