Yakuza 6: The Song of Life - Test, Action - 4Players.de

4Players.de Das Spielemagazin. Kritisch. Ehrlich. Aktuell. 4Players.de Das Spielemagazin. Kritisch. Ehrlich. Aktuell.

Um dieses Feature zu nutzen, musst du
"4Players pur" nutzen:

Du hast schon einen pur-Account? Dann logge dich ein!
Noch kein pur-Nutzer? 4Players pur – Zahl, was du willst!

Hinweis schließen.


Yakuza 6: The Song of Life (Action) von SEGA
Abschied von einer Legende
Action-Adventure
Entwickler: SEGA
Publisher: SEGA
Release:
17.04.2018
17.04.2018
Spielinfo Bilder Videos
Nach etwa 40 Stunden war Kazuma Kiryu 100 Kilometer gelaufen – gegangen, wohl gemerkt, nicht gerannt. Denn mit Yakuza 6 hat Sega virtuelle Kulissen erschaffen, die so lebendig wirken, dass ich nicht einfach hindurch sprinten konnte, sondern jeden Augenblick wie die Reise an einen exotischen Urlaubsort genossen habe. Offiziell war es das letzte Mal, dass Kazuma die Hauptfigur seines eigenen Abenteuers war und im Test gehen wir ganz ohne Spoiler der Frage nach, wie gut ihm dieser Abschied gelungen ist.

Traditionsreiche Geschichte

Wenn es hier mehr als einhundert Kilometer waren, müssen es in den vergangenen zwölf Jahren weit über tausend gewesen sein: mehr als eintausend Kilometer, die ich in den sieben Teilen der Hauptserie (Yakuza 0 zähle ich als Vorgeschichte dazu) und fast allen ihrer Ableger zurückgelegt habe. Die Yakuza-Serie hat einen besonderen Platz in meiner Spiele-Vita eingenommen, weil es mir mehr als jedes GTA das Gefühl vermittelt, mich in einer plastischen Parallelwelt zu befinden.

Dabei ist auch Yakuza 6 keine tiefsinnige Lebenssimulation, sondern ein Prügler, in dem Kazuma etliche Ganoven vermöbelt, um irgendwann deren Bosse auszuschalten. Zwischendurch vertreibt er sich in Karaoke-Bars, beim Dartspielen, am Outrun- oder Virtua-Fighter-Automaten, an einhändigen Banditen, im Fitness-Studio, auf dem Baseball-Platz, in Restaurants oder beim
Ob das schillernde Kamurocho bei Nacht...
Ob das schillernde Kamurocho bei Nacht...
Flirt mit einer Hostess die Zeit.

Lupe statt Fernrohr

Dass seine Welt diesmal so lebendig wirkt, liegt aber nicht an der Vielzahl der Beschäftigungen. Es liegt daran, dass Sega gar nicht erst versucht, etwa ganz Los Angeles nachzubauen, und sich vielmehr auf wenige Querstraßen eines einzelnen Stadtteils beschränkt: In Kamurocho, einer verblüffend realitätsnahen Version von Tokios Vergnügungsviertel Kabukicho, spiegeln sich neonstrahlende Reklametafeln im nassen Asphalt. Werbetafeln, Fahrräder sowie Mofas stehen auf dem Bürgersteig, während Geschäfte, Bars oder Cafés zum Hereingehen einladen, damit man dort kurze Abenteuer erleben oder sich die Zeit mit kleinen Herausforderungen vertreiben möge.

Ständig wechselt das detaillierte Muster der Pflastersteine, die Ventilatoren etlicher Klimaanlagen „zieren“ abgewetzte Mauern vernachlässigter Hinterhöfe – wo Rockstar hauptsächlich das Gefühl einfängt, durch eine große Stadt zu cruisen, richten Segas Entwickler ihren Blick ähnlich wie gute Anime-Zeichner auf scheinbar unwichtige Kleinigkeiten. Das in dicken Asphaltnähten gespiegelte Neonlicht erdet Kamurocho stärker als es ein Meer aus Wolkenkratzern je könnte.
Segas Japan sieht vor allem in Bewegung umwerfend gut aus.
... oder das dörfliche Onomichi: Yakuza 6 sieht vor allem in Bewegung umwerfend gut aus.

In der Ruhe liegt die Schönheit

Und endlich ist der normale Gang Kazumas wichtigste Fortbewegungsart! Denn zum ersten Mal genießt man das einzigartige Vor-Ort-Sein, wahlweise sogar in Ego-Perspektive, ohne ihn durch Halten eines zusätzlichen Knopfs erst vom Rennen abzuhalten. Diese Langsamkeit hebt das Spielgefühl auf eine Stufe, von der die Serie zuvor ein ganzes Stück entfernt war. Gefühlt steht man direkt daneben, wenn der ehemalige Yakuza jede Tür per Hand öffnet, anstatt einfach hindurch zu preschen. Man beobachtet ihn, wie er jeden Schritt auf eine Stufe setzt, anstatt drüber weg zu gleiten, lauscht allen erstmals komplett vertonten Passanten und Auftraggebern, und begleitet ihn in eins der vielen Etablissement, die alle ohne Ladeunterbrechung begehbar sind. Es fühlt sich großartig an, ein Café am Millennium Tower zu betreten, um vom ersten Stock oder gar der Dachterrasse aus auf die Straßen davor zu blicken.

Ja, ich habe gerade eine komplette Seite lang nur das Laufen durch virtuelle Kulissen beschrieben. Aber gerade in einer offenen Welt ist das Mittendringefühl für mich von entscheidender Bedeutung. Und Yakuza 6 erzeugt die mit Abstand beste Illusion Teil einer lebendigen Welt zu sein!

Kommentare

Kryt1cal schrieb am
Klasse Test! Klasse Spiel! Wird sofort gekauft. Freue mich auch schon auf Kiwami 2 im August !
4P|Benjamin schrieb am
Der Mehrwert würde sich meiner Vermutung nach in sehr überschaubaren Grenzen halten. Das Folgende enthält keine Spoiler, aber eine Beschreibung dessen, worum es grob geht, deshalb für alle Fälle mit Tag:
SpoilerShow
Der sich durch alle Spiele ziehende rote Faden (um etwa eine Hand voll wiederkehrende Figuren, allen voran Haruka) ist nämlich eigentlich recht dünn und dient auch in Yakuza nur als Anstoß. Die eigentlichen Geschichten drehen sich vielmehr um Intrigen und Machenschaften in den Reihen der Yakuza, sind aber in sich abgeschlossen.
Nur Kazumas Bestreben, sich ein Leben abseits seines Daseins als Tojo-Mitglied aufzubauen, und seine emotionale Bindung an Haruka sind für Yakuza 6 wichtig. Aber ich bin mir eben sicher, dass man nicht die anderen Spiele gespielt haben muss, um beides zu verstehen - was umso mehr gilt, wenn du nach Kiwami 1 die grundsätzliche Konstellation ohnehin schon kennst.
Abgesehen davon noch mal als Empfehlung für einen Mittelweg: Was in Teil 6 eine halbwegs große Rolle spielt, bezieht sich vor allem auf Teil 1, 3 und 5.
Crow1981 schrieb am
4P|Benjamin hat geschrieben: ?
18.04.2018 09:08
Der Punkt ist, dass es keine Rolle spielt, wenn man nicht das erste Mal die komplette Geschichte in der "richtigen" Reihenfolge erleben will. Man zockt einfach, worauf man Bock hat, MUSS aber vor 6 kein Yakuza gespielt haben, um das zu genießen.
Da ich lange gepennt habe, was die Yakuza-Reihe angeht, muss ich da auch mal genauer einhaken:
Wenn man wie ich mit Yakuza Kiwami eingestiegen ist und mit Yakuza Kiwami 2 weitermachen will/wird, macht es dann Sinn im Anschluss "Yakuza 6" zu spielen (und somit die Teile 3,4,5 außen vor zu lassen)? Ich spreche keinesfalls von der Spielmechanik, da ich schon gehört hatte, dass es keine große Weiterentwicklung gab, sondern alles rein story-bezogen.
Oder sollte man vor dem 6er auf ein "Yakuza Kiwami 3,4,5" hoffen (oder alternativ die PS3 entstauben und sich diese per PSN Store beziehen).
Bussiebaer schrieb am
Danke für die Hilfe!
Wird dann entweder Zero oder Teil 6 werden, wenn die nächste Zocker-Zeit frei wird :-)
DancingDan schrieb am
Kant ist tot! hat geschrieben: ?
18.04.2018 10:11
Unabhängig davon, was hat es eigentlich mit den historischen Ablegern von Yakuza auf sich? Hab nur so Import Artikel auf Amazon gesehen mit Kiryu im Kimono und habe keine Peilung wie das aussehen soll :lol:. Aus der Richtung wird aber wohl nichts für den Westen kommen, oder?
Das ist der Spin-Off Isshin. Da hatte SEGA wohl die Sorge, dass es zu japanisch ist (Samurai-Schinken). Abseits von Yakuza: Dead Souls ist bei uns glaub ich kein Spin-Off erschienen.
schrieb am

Angebote

Billiger.de Angebotshinweise:

Preise können jetzt höher sein.

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der angegebene Preis seit der letzten Aktualisierung gestiegen sein kann, da eine Echtzeit-Aktualisierung der vorstehend angegebenen Preise technisch nicht immer möglich ist.

Der maßgebliche Verkaufspreis ist derjenige, welcher zum Zeitpunkt des Kaufs auf der Webseite des Verkäufer-Shops ausgewiesen wurde.

Facebook

Google+