Mirror's Edge Catalyst - Vorschau, Geschicklichkeit, PC, Xbox One, PlayStation 4 - 4Players.de

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Mirror's Edge Catalyst (Geschicklichkeit) von Electronic Arts
Die große Freiheit?
Jump&Run
Entwickler: DICE
Publisher: Electronic Arts
Release:
09.06.2016
09.06.2016
09.06.2016
Spielinfo Bilder Videos
Wenn in Mirror's Edge nur die ersten Töne erklingen, Faith einen Sims entlang klettert und einen Kran herunter schlittert, bin ich schon angekommen, bevor ich auch nur die Steuerung übernommen habe. Vor knapp acht Jahren fanden Spiel, Umgebung und Musik zu einem Erlebnis zusammen, das ich zu den schönsten meiner Spielevita zähle. Und was habe ich mich auf den Nachfolger gefreut! Angekommen bin ich in Mirror's Edge Catalyst allerdings noch nicht.

Minimalistisches Kopfkino

Ein paar Stunden war er lang: der Blick, den die geschlossene Beta in die Fortsetzung öffnete. Es war der Blick in eine von Kontrolle und Überwachung gezeichnete Welt, in der so genannte Runner als Postboten heimliche Nachrichten und Lieferungen zustellen – hoch über den Straßen der Stadt, wo sie vor Kameras und Staatsgewalt weitestgehend sicher sind. Das monotone Rauschen der Highways flieht dort aus Häuserschluchten. Die Kälte des Überwachungsstaats verläuft sich in den weißgrauen Fassaden von Wolkenkratzern, die sich ins Sonnenlicht strecken. Und mittendrin...

Mittendrin?

… rote Punkte, Markierungen, Pfeile, gelbe Leuchtspuren und Runner, die wie angewurzelt am Fleck verharren. Fremdkörper in einem Ökosystem, das ohne sie mehr Leben hatte. Wie ein Comic umriss Entwickler Dice damals das Szenario und inszenierte so ein famoses Kopfkino: Wo im Vorgänger meine Fantasie die wenigen Pinselstriche der
Symbolträchtig: Leider sind die meisten Markierungen ständiger Bestandteil des Spiels.
vergleichsweise engen Levels zu einem faszinierenden Szenario ergänzte, ist die offene Welt des neuen Mirror's Edge ein kompletter Schauplatz. Sie ist allgegenwärtig, man muss sie nehmen, wie sie ist. Ich kann wenig ergänzen, weil alles da ist. Und dieses Alles ist einfach nicht überzeugend.

Mich stören vor allem dutzende Dinge, deren Vorhandensein kaum einen Sinn ergibt. Die nur dazu da sind, damit ich per Knopfdruck bestätigen kann, da gewesen zu sein. Man tut es, weil es angezeigt wird, nicht weil es in die Welt gehört. Selbst die Herausforderungen anderer Spieler, Rennen auf Zeit, sind ständig sichtbar; es gibt keine Möglichkeit sie auszublenden. Anders als im Vorgänger klettere ich also nicht über beinahe leere Dächer – eine Community, die außerhalb des Spiels existiert, rückt mir ständig auf die Pelle.

Warum muss ausgerechnet das elegante Mirror's Edge zur profanen Sammel- und Aufgabenwüste verkommen?

Greifen, ächzen, wuchten

Dabei gefällt es mir grundsätzlich, dass Faith nicht mehr Level für Level abspult, sondern sich überall auf den Dächern ihrer Stadt bewegen kann! Im Zusammenhang mit dem freien Laufen, Klettern und Springen ist der Übergang in die offene Welt eine logische Weiterentwicklung. Faith beherrscht die akrobatische Bewegung ja nach wie vor besser als all ihre Kollegen: Dying Light ist auch etliche Jahre nach ihrem ersten Auftritt weniger eingängig und flexibel. Und
Grundsätzlich eine gute Idee:

Man kann jederzeit eine Herausforderung erstellen, selbst eine Bestzeit laufen oder verbessern und das Zeitrennen wahlweise allen Onlinespielern oder nur Freunden zur Verfügung stellen.

Per Knopfdruck setzt man dabei Start- sowie Zielpunkte und legt Checkpunkte fest.
selbst jenen Spielen, die ihre Helden mit ähnlichen Mitteln physisch greifbar machen, geht die Körperlichkeit der jungen Asiatin ab.

Kein Wunder also, dass Dice nur winzige Änderung an Spielgefühl und Steuerung vorgenommen hat. Manche Techniken wie die schnelle Drehung um 180 Grad muss sie jetzt zwar erst lernen, aber die dafür notwendigen Erfahrungspunkte hat sie schnell in der Tasche. Schade, dass die Akrobatin jetzt abrupter anläuft, gefühlt ungleich höher springt und z.B. das Abrollen nach einem hohen Fall stark vereinfacht wurde – die Simulation des Physischen wurde zugunsten einer Arcade-Zugänglichkeit geopfert. Noch immer ist es aber ein erhebendes Gefühl, Wege zu erklimmen, die man erst finden muss, und sich schnaufend an Vorsprüngen hochzuziehen. Wird Faith nach einem Absturz an einen Punkt davor zurückgesetzt, atmet sie zudem ruhig und tief durch, bevor sie es noch einmal versucht – ein schönes Detail!

"Klick mich, ich bin rot!"

Erfahrung sammelt sie durch das Erledigen kleiner und großer Aufgaben, wozu Haupt- und Nebenmissionen ebenso zählen wie das Auflesen belangloser Chips und ähnlich wie in Assassin's Creed das unsägliche Einfangen zahlloser in der Luft schwebender Datenpakete, deren ständiges Sichtbarsein durch ein hanebüchenes Kauderwelsch erklärt wird.

Kommentare

hydro-skunk_420 schrieb am
Die ersten Tests treffen derzeit bei metacritic ein. Die Wertungen fallen durchschnittlich aus (zwischen 60 und 80)
Veldrin schrieb am
Ich habe genug gelesen und beerdige Faith Connors jetzt. R.I.P. Mirrors Edge. Vielen Dank, DICE und EA dass ihr ein hervorragendes Spielkonzept mit Vollgas an die Casualwand gefahren habt. :'(
Edit: So, hab mich Ashtar Sheran anvertraut und nun den Rest gelesen. Scheint ja nicht alles schlecht geworden zu sein. Auf Mods warten und die Demo antesten. Ashtar Sheran, Leute!
Wulgaru schrieb am
Zwar ist das xte Open-World Game der herkömmlichen Art kein Ding was einen vom Ofen vorlockt, aber dieses Game hat immer noch das Alleinstellungsmerkmal das es sich sehr einzigartig anfühlen wird. Ähnlich wie Metroid Primes Ansatz der Ego-Perspektive wurde auch Mirrors Edge fast überhaupt nicht kopiert. Das bietet schon ein wesentlich frischeres Spielerlebnis als sonst.
Der Chris schrieb am
Xyt4n hat geschrieben:
guteküsse hat geschrieben:Das entscheidende ist doch, dass das Spiel eurozentrische, patriarchale und heteronormative Konzepte subtil und gekonnt hinterfragt. Das gerade macht das Spielerlebnis aus. Und das wird nicht ernsthaft gestört durch Wegpunkte und Mini-Quests.

Was willst du sagen?

Ich glaub es ging nur darum ein paar pfiffig klingende Worte aneinander zu reihen. Ich jedenfalls bin schwer beeindruckt...eurozentrisch, patriarchal, leck mich am Arsch klingt das gebildet. Da bleibt mir nur zu sagen, chapeau!
ChrisJumper schrieb am
MrLetiso hat geschrieben:Open World ist gerade bei Mirrors Edge keine schlechte Idee. Aber natürlich wurde es wieder EA'sch umgesetzt...

Da stimme ich dir zu! Man denke nur mal an die Open World von Battlefield..
Ubisoft hätte das machen sollen, die kennen sich wenigstens mit Klettern, Türmen und Signalfeuern aus. ;D
Aber ich fürchte die Sammelaktivität wäre da auch gleich. Aber wenn es interessant umgesetzt wird wie: Erkunde die Welt, suche eigenständig Kletter-Möglichekiten die schon etwas komplizierter sein müssten als bei einem Assassians Creed, dann hätte es sogar ein gewisses Potential.
Aber nach Need for Speed mit Open World, erwarte ich da leider nicht mehr so viel.. :/
schrieb am

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