Democracy 3 (Strategie) von Positech Games
Democracy 3
Democracy 3
Runden-Strategie
Entwickler: Positech Games
Publisher: -
Release:
2013
Spielinfo Bilder Videos
Wie fühlt sich eigentlich Olaf Scholz angesichts der aktuellen Konflikte in Hamburg? Könntet ihr die Hansestadt besser regieren? Democracy 3 versetzt euch in die Rolle eines Staatenlenkers. Ob die Simulation von Positech die absolute Mehrheit erhält, zeigt der Test.

Soziale Spaltung

Video
In Democracy 3 lenkt man die Geschicke seine Volkes durch Entscheidungen. Diese haben mitunter weitreichende Konsequenzen.weit
„Das Volk ist immer wankelmütig; man gewinnt oder verliert seine Gunst aufgrund eines nichtigen Vorfalls“. Wie Recht der italienische Theoretiker Niccolò Machiavelli mit dieser Aussage hat, habe ich gerade festgestellt. Dabei habe ich nur aus haushaltspolitischen Gründen Sozialleistungen gekürzt. Nicht stark, nur wenige Prozent. Muss das Volk sich gleich so aufregen? Gut, vielleicht war es etwas pietätlos, gleichzeitig die Steuern für Reiche und Industriekonzerne herunterzufahren. Aber sind wir doch mal ehrlich: der durch eine weltweite Krise gebeutelten Wirtschaft (und meiner Kernklientel aus neoliberalen Kapitalisten) tut das nur gut!

Das Resultat dieser Kürzungen sind offene Straßenschlachten und Aufstände in meinen Städten. Scheinbar habe ich übersehen, dass es bereits große soziale Spannungen im Land gab und dies nur der letzte Tropfen in ein übervolles Fass war. Und nun? Die Aufstände erhöhen die Gewaltkriminalität, führen zu weniger Tourismus und fordern meine viel zu lethargisch reagierende Polizeikräfte heraus. Vielleicht hätte ich langfristig doch mehr Geld in deeskalierende, kooperative Maßnahmen stecken sollen! Sozialer Friede herrscht jedenfalls nicht mehr und die nächste Wahl ist bereits im nächsten Jahr. Ein Patentrezept muss her, sonst war es das mit meiner Karriere als Staatenlenker. Leicht ist es wahrlich nicht, das Leben als Regierungsoberhaupt.

Demokratie auf der Oberfläche

Wenn man mit der Maus über einem Element verweilt, werden die Auslöser und Effekte übersichtlich dargestellt. Hier: massenhafter Alkoholmissbrauch.
Wenn man mit der Maus über einem Element verweilt, werden die Auslöser und Effekte übersichtlich dargestellt. Hier: massenhafter Alkoholmissbrauch.
Die mit bunten Kreisen gefüllte Oberfläche von Democracy 3 strotzt nur so vor verhängnisvollen Entscheidungen. Jede könnte mit der Abwahl, schlimmstenfalls ein paar Runden später sogar mit einem Anschlag auf mich enden. Die Auswahl treffe ich über den Klick auf die Symbole, die nach Politikfeldern geordnet sind. Verweile ich mit der Maus über einem der Kreise, werden mir die direkten Einflussfaktoren angezeigt. Ein Klick auf blau unterlegte Symbole öffnet übersichtliche Statistiken, die graue Variante bietet Entscheidungsmöglichkeiten zur Agenda im jeweiligen Politikbereich. Über ein weiteres Menü können, falls genug politisches Kapital vorhanden ist, zudem neue Projekte wie Steuern, Wirtschaftshilfen oder Bildungsprogramme auf den Weg gebracht werden. Diese Ressource wird durch das Kabinett generiert und für jede Entscheidung benötigt. Die Entscheidungen, wie z.B. meine ungünstige Umverteilung, haben Einfluss auf verschiedene Faktoren, die die Stimmung von Wählergruppen und den Staatshaushalt beeinflussen.

Ein weiteres Beispiel: Ich erhöhe die Alkoholsteuer, um den Alkoholkonsum zu reduzieren und mein Gesundheitssystem zu entlasten. Ironischerweise erhöht sich damit die Armut – und der missbräuchliche Alkoholkonsum bleibt stabil, da mehr arme Menschen verzweifelt zur Flasche greifen. Was also tun? Genau: Renten erhöhen, Sicherungssysteme ausbauen, auf die Bildung setzen. Voilà, „schon“ ist das Alkoholproblem, übrigens ein rot leuchtender, gesellschaftlicher Negativfaktor, eingedämmt. Nun klafft aber ein großes Loch in meiner Kasse, was auch durch die geringeren Gesundheitskosten nicht ausgeglichen werden kann. Dafür boomt aber, unter anderem durch die neuen, gut qualifizierten und nüchternen Arbeitskräfte, meine Wirtschaft. Vielleicht kann ja hier Geld verdient werden?

Kommentare

  • Laut der Pro-Seite des Tests sei das Spiel "anspruchsvoll"... Hat mich auch gewundert, dann habe ich gesehen wer es getestet hat, das hat alles erklärt. Interessierten kann ich empfehlen nach Democracy 1 zu schauen. Das war recht nett gemacht. D 2 war schon eine Sauerei und nun...  [...] Laut der Pro-Seite des Tests sei das Spiel "anspruchsvoll"... Hat mich auch gewundert, dann habe ich gesehen wer es getestet hat, das hat alles erklärt. Interessierten kann ich empfehlen nach Democracy 1 zu schauen. Das war recht nett gemacht. D 2 war schon eine Sauerei und nun... naja. Die 345 Landwirtschafts- Feuerwehr- Krankenwagen- Klopapierabwickelsimulatoren verkaufen ja auch seit Jahren immer wieder den gleichen Müll.
  • ... Vielleicht nicht ganz das, was du suchst, aber wie wäre es mit Crusader Kings 2? Oder Super Power 2? Es gab auch noch ein anderes, da konnte man jedes beliebige Land der modernen Welt spielen und auch Kriege ausfechten und so, war auch iirc in 3D. EDIT: Das war Rulers of Nation /EDIT  [...] ... Vielleicht nicht ganz das, was du suchst, aber wie wäre es mit Crusader Kings 2? Oder Super Power 2? Es gab auch noch ein anderes, da konnte man jedes beliebige Land der modernen Welt spielen und auch Kriege ausfechten und so, war auch iirc in 3D. EDIT: Das war Rulers of Nation /EDIT Ansonsten schau mal hier nach: http://en.wikipedia.org/wiki/Government_simulation_game Danke dir für die Vorschläge, aber ich hab in dem Genre schon so ziemlich alles ausprobiert, und glücklich bin ich bisher mit keinem der Spiele geworden. Crusader Kings ist wie die meisten Paradox Titel aufjedenfall schon sehr unterhaltsam, aber ich sehne mich einfach zu sehr nach einer guten Simulation des politischen 20./21. Jahrhunderts um mich mit dem was grade so da ist zufrieden geben zu können. Aber was bleibt mir anderes übrig als zu warten... nur programmieren lernen :>
  • Was? Ich steh auf Civ. Aber wenns man's mal Programmiertechnisch betrachtet isses ne riesige Excell Tabelle mit guter Grafik. Und die Erforschung der Karte und die taktischen Kaempfe habe ich nur getraeumt? Nee, Du hast ja irgendwo schon recht, aber gerade bei Civ sind Tabellen bloss einer  [...] Was? Ich steh auf Civ. Aber wenns man's mal Programmiertechnisch betrachtet isses ne riesige Excell Tabelle mit guter Grafik. Und die Erforschung der Karte und die taktischen Kaempfe habe ich nur getraeumt? Nee, Du hast ja irgendwo schon recht, aber gerade bei Civ sind Tabellen bloss einer von vielen Bestandteilen. Das ist ein wenig, als wuerde man Monkey Island als Textadventure bezeichnen. Da werden mir einfach zu viele wichtige Komponenten ausser acht gelassen. Geräde die Kämpfe sind pures Tabellenvergleichen . Angriff deiner Einheit minus Verteidigung des Gegners +- Geländemodifikator und so weiter... Du schiebst deine Einheit von Quadrat B2 auf Quadrat B4, weil in der Tabelle steht, dass die einheit 2 Felder "laufen" kann. Die Tabelle überprüft wo die Einheit nun steht und weiß das sie dir B4+Umgebung zeigen muss weil der Sichtradius der Einheit an anderer Stelle auf 1 steht. Ich weiß wie du es meinst... diese Anzahl Berechnungen so gut zu verstecken is ne Kunst. Bei Democracy fällts nur so derbe auf weil die Grafik eben nich alles verdeckt.

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