Denkt denn keiner an die Kinder?
Was ist Bully? Ist das wirklich ein GTA auf dem Schulhof? Columbine - Das Spiel? Oh mein Gott, rettet die Jugend vor diesem Spiel! Verständigt Pfeiffer! Bewahrt die Familie! Sagt der Bild-Zeitung Bescheid!
Oder doch nicht?
Nö. All die Panik, all der Terz - völlig sinnlos. Bully war und ist ein intelligentes, außergewöhnliches und lässig designtes Action-Adventure in einem zugegebenermaßen in Computerspielen selten genutzten Szenario - einer runtergekommenen Schule, gegen die die Rütli-Lehranstalt wie ein Streichelzoo wirkt. Held ist der 15-jährige Jimmy Hopkins, der von seiner Mutter und seinem neuen, verhassten Stiefvater auf dem Weg zu ihrer Hochzeitsreise an den Toren der Schule ausgesetzt wird. Da steht er nun, der arme Tor - und muss sich ein Jahr lang bestmöglich durchschlagen.
Der musikalische Rabauke
Wenn ihr wissen wollt, wie sich Bully spielt, wie die Missionen aufgebaut sind oder kurz, um was für ein Spiel es sich handelt, dann verweisen wir euch auf unseren ausführlichen Test des PS2-Originals Canis Canem Edit
. Denn das grundlegende Bully entspricht seinem Sony-Vorbild auf den Pickel genau, die anderthalb Jahre Wartepause haben die Designer für Feinschliff, zusätzliche Missionen und Extras sowie systemspezifische Verbesserungen genutzt. Aber eines nach dem anderen.
Beginnen wir mit den Zusatzinhalten, die sowohl in der 360- als auch der Wii-Fassung enthalten sind: Am wichtigsten sind die vier neuen Unterrichtsstunden; neben Englisch, Kunst oder Sport paukt ihr neuerdings auch Biologie, Musik, Mathematik und Geographie. Natürlich auch wieder in Form von Minigames: In Bio müsst ihr unter Zeitdruck Frösche oder Tauben sezieren, in Mathe schnellstmöglich Rechenaufgaben lösen, Musik präsentiert sich als eine Art Dance Dance Revolution light - begleitet von einem quälend falsch spielenden Schülerorchester müsst ihr gut getimt herunterfallende
| Acht neue Missionen finden sich im Spiel, die meisten davon spielen im Winter - hier müsst ihr einem besoffenen Weihnachtsmann unter die verschwitzten Arme greifen. |


