Tank! Tank! Tank! - Test, Action, Nintendo Wii U - 4Players.de

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Tank! Tank! Tank! (Action) von Namco Bandai
Tank! Tank! Tank!
Was ist bloß mit Nintendos Qualitätskontrolle los? Dürstet man so sehr nach exklusiven Titeln zum Wii U-Launch, dass man quasi alles durchwinkt? Und was bitte geht bei Namco vor? Als Download-Spiel wäre die Umsetzung des 2009er Spielhallen-Titels Tank! Tank! Tank! vielleicht noch halbwegs vertretbar. Doch als physisches Medium mit einem Preisschild von etwa 40 Euro muss man den Kopf schütteln.

Aus der Spielhalle auf das Gamepad

Video
Schnelle Action hin oder her - bereits zum Start einer HD-Konsole mit einer veralteten Kulisse aufzutreten, ist kein gutes Zeichen...
Als ich Tank! Tank! Tank! (TTT) das erste Mal gestartet hatte, dachte ich mir "Das gibt es doch nicht!" Doch, gibt es - leider! Zu Beginn von Nintendos HD-Ära kommt von Namco ein Exklusiv-Titel auf den Markt, der es tatsächlich schafft, schlechter auszusehen als viele PlayStation 2- oder Dreamcast-Spiele. Doch nur daran, dass die Basis ein Spielhallen-Titel aus dem Jahre 2009 war, kann es nicht liegen. Man hätte doch dieses Grundgerüst nehmen und zumindest halbwegs schicke Texturen tapezieren können. Stattdessen gibt es übermäßig grelle Farben, schwammige Effekte bzw. Explosionen und zu allem Überfluss kommt die Engine in den klein gehaltenen Arealen immer wieder ins Stocken.

Dabei ist die Action weder aufwändig noch kompliziert: In der über 30 Missionen umfassenden Kampagne ist man solo bzw. zu zweit (alternativ auch mit einem CPU-Kollegen) unterwegs, um robotischen Monsterhorden Einhalt zu gebieten. Zusammen mit der unspektakulär in sich zusammenfallenden zerstörbaren Umgebung könnte man bei einem flüchtigen Blick den Eindruck bekommen, dass es sich hier um eine fahrzeugbasierte Mini-Variante der Earth Defense Force-Spiele handelt. Und anfänglich entwickelt sich hier tatsächlich ein ähnlicher Trash-Unterhaltungsfaktor. Doch so schnell, wie er aufkommt, verschwindet er auch wieder.

In die Länge gezogene Monotonie

Auch mechanische Dinosaurier gehören zu den Gegnern...
Auch mechanische Dinosaurier gehören zu den Gegnern...
Die Missionen der Kampagne gliedern sich in zwei Typen: Vernichte innerhalb eines Zeitlimits eine bestimmte Anzahl Gegner sowie Bosskämpfe. Am Ende bekommt man für den Panzer, mit dem man die Aufgabe bewältigt hat, zum einen eine Medaille, zum anderen Erfahrungspunkte, deren Höhe von der erreichten Bewertung abhängt. Steigt man eine Stufe auf, bekommt das Gefährt automatisch einen Bonus z.B. für Mobilität, Lebenspunkte oder Durchschlagskraft. Klingt theoretisch kurzweilig? Ja, theoretisch. Doch bereits nach einer Hand voll Missionen werden die Schwächen allzu deutlich: Die Gebiete sind zu klein, die Missionseinführungen für die Katz, die Gegner zu doof, die Mechanik ist zu eintönig. Abgesehen von den Bosskämpfen, die zumindest etwas fordernder sind und bei denen man auch mal knopfhämmernd aus dem Würgegriff der Viecher entkommen muss, rauscht man meist ohne Probleme durch die Gegner hindurch.  Teils schuld daran ist die automatische Zielerfassung: Bringt man das Fadenkreuz der Kanone ungefähr in die Nähe eines Gegners, richtet sich das Geschütz aus und man kann wie wild feuern, was die Rohre bzw. die aufzusammelnden vom jeweiligen Panzer abhängigen Sonderangriffe hergeben.

Dass der Spielverlauf derart monoton ist, scheint den Entwicklern entgangen zu sein. Anders kann ich es mir nicht vorstellen, dass einige der Missionen nicht freigeschaltet werden, wenn die vorher gehende erledigt ist, sondern erst dann, wenn eine bestimmte Anzahl von Medaillen erreicht ist. Denn dadurch wird man gezwungen, mit einem anderen Panzer in einen bereits bewältigten Abschnitt zurückzukehren, nur damit man dort eine weitere Medaille einheimsen kann. Und das nicht nur ein- oder zweimal, sondern häufig. Es gab einen Moment in der Anfangsphase, in dem ich 19 Medaillen auf dem Konto hatte und der nächste reguläre Abschnitt erst mit 30 Münzen geöffnet wurde. Ganz ehrlich: Ein schlechter Witz wird auch nicht besser, wenn man ihn zum zehnten Mal hört und die Betonung bei der Pointe ändert. Dabei deuten die Panzer mit ihren einfallsreichen Bewaffnungen von konventionellen Sprengkörpern bis hin zu Elektroattacken und dem Verschießen von Musiknoten das Potenzial an, das in dem Titel schlummert, aber leider nie geweckt wird.

Geteiltes Leid ist halbes Leid

Die Kulisse als sparsam zu bezeichnen, wäre eine Übertreibung.
Die Kulisse als unzeitgemäß zu bezeichnen, wäre eine Übertreibung.
Bis zu vier Spieler können gemeinsam bzw. gegeneinander antreten, wobei fehlende Panzerpiloten durch relativ clever agierende KI-Fahrer ersetzt werden. Doch sowohl die Monsterjagd (man kämpft gemeinsam in Kampagnenabschnitten gegen Standardgegner und -Bosse) als auch das Deathmatch (wahlweise solo oder im Team) faszinieren für maximal zwei bis drei Minuten. Was in der Spielhalle dank massivem Force Feedback (siehe Trailer) bei Explosionen usw. vielleicht noch unterhaltsam scheint, verliert im heimischen Wohnzimmer sehr schnell seinen Reiz. Bei unseren Testsessions war die Freude über die „Noch 30 Sekunden“-Durchsage auf jeden Fall höher als die Aussicht, nochmal in den virtuellen Ring steigen zu müssen und sich Geschosse um die Ohren zu jagen. Wenigstens hier hätte man auf die automatische Zielerfassung verzichten können, so dass Positionierung der Vehikel sowie akkurates Anvisieren für den Hauch von Spannung gesorgt hätten. Aber: Fehlanzeige!

Einzig "Der Kong bin ich" ist etwas unterhaltsamer. Allerdings eher im Sinne von "eine Wurzelbehandlung mit Betäubung ist unterhaltsamer als eine Wurzelbehandlung ohne": Der Spieler mit dem Wii U-Gamepad schlüpft hier in die Rolle eines riesigen Mechaffen (einer der Bosse der Kampagne) und nutzt brachiale Angriffe sowie eine Superspezialattacke, bei der er eine Flammenwand aus seinem Allerwertesten bläst, um die drei Panzer auszuschalten. Die wiederum versuchen alles, um den Riesenprimaten auszuschalten, bevor die Zeit verstreicht.
Doch unter dem Strich hilft alles nichts: Tank! Tank! Tank! macht einfach auf zu vielen Ebenen Fehler oder ist unzureichend. Selbst als niedrigpreisigen Download-Titel würde ich von einer Anschaffung abraten.

Kommentare

muecke-the-lietz schrieb am
vnfr33 hat geschrieben:Ich hab zumindest gut gelacht, als ich den Trailer gesehen habe.
Sowas gibt's doch bestimmt irgendwo als Browserspiel...

'türlich
solche dinger funktionieren auch nur als starttitel, denn spätestens in einem halbem jahr sollten genug gute titel für die wiiu erschienen sein, dass sich keiner mehr an solchen unfug erinnert.
aber am anfang hofft man halt noch auf die mangelnde konkurrenz und besonders viel aufwand kann der titel ja nun wirklich nicht gemacht zu haben.
TP-Skeletor schrieb am
Ich hab zumindest gut gelacht, als ich den Trailer gesehen habe.
Sowas gibt's doch bestimmt irgendwo als Browserspiel...
DancingDan schrieb am
Genau, ich habe mich nicht auf auf die Qualität der Grafik an sich bezogen, sondern auf die Lauffähigkeit des Ganzen. 720p an sich ist kein Hardwarefresser. Erst hochauflösende Texturen, Effekte und polygonreiche Models bzw. die Menge an darzustellendem Material (sprich "große Areale") zerren an der Leistung. Diese scheint bei diesem Spiel nicht gegeben. Liegt es nun an der Konsole oder an der Engine, dass es zum Stocken kommt? Das möchte ich nicht entscheiden.
Ein Metal Slug möchte ich butterweich mit 60 fps spielen, die Animationen der Sprites sollte so fließend sein wie man sie von Metal Slug kennt. Bringt man es mit 720p auf einer Konsole raus und es stockt, dann ärgert man sich über Vollpreis.
GrinderFX schrieb am
Die Grafik scheint bei diesem Spiel aber bei weitem nicht das einzige Problem zu sein.
X~Plode~Junkman schrieb am
DancingDan hat geschrieben:Bleibt nur die Frage, ob eine Arcadeumsetzung (oder gar nur Portierung), die wie im Test beschrieben auf der "neuen leistungstarken HD-Konsole" von Nintendo in kleinen Arealen ins Stocken gerät und das trotz wohl schlechter Grafik, tatsächlich zum Vollpreis verkauft werden sollte. Der Tester würde ja sogar vom Kauf als eShop-Titel abraten. D.h. selbst wenn der Titel nicht Mainstream ist, scheint man hier die Arcade-Fans abkassieren zu wollen.

Der Tester hat eine subjektive Meinung! Zu allererst sollte man selber wissen, worauf man steht! Ich sehe Tank Tank Tank jedenfalls als interessanter an, als die 742364 jährlichen Egoshooter-Updates!
Und die Grafik ist zweckdienlich! Ich bin in Atari 800XL-Zeiten aufgewachsen, mir machten schon seinerzeit Spiele spass! Wenn mich etwas derzeit wirklich nervt dann der Zwang nach immer bessererererere Grafik! Da entsteht bei mir automatisch der Eindruck, dass Leute bald zwangsläufiig keinen Spass mehr mit PS3-Grafik (z.B.) haben werden!
Letztendlich kann man zwar immer sagen dass bessere Grafik auf jedenfall besser ist, aber man sollte sich fragen, inwiefern es ein Spiel nun wirklich besser macht :wink: ...
schrieb am

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