Assassin's Creed Odyssey - Test, Action, PC, Xbox One X - 4Players.de

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Assassin's Creed Odyssey (Action) von Ubisoft
Erzählerisch starkes Familien-Drama
Action-Adventure
Entwickler: Ubisoft
Publisher: Ubisoft
Release:
05.10.2018
05.10.2018
05.10.2018
05.10.2018
05.10.2018
Spielinfo Bilder Videos

Mit Assassin‘s Creed Origins gab Ubisoft nach einer dringend nötigen kreativen Pause der langjährigen Serie eine neue Richtung. Noch offener und größer, dabei erzählerisch strukturierter und von frischen Elementen aus dem Action-Rollenspiel profitierend, konnte das Abenteuer im Ägypten zur Zeit Kleopatras durchweg unterhalten. Dass allerdings erneut nur ein Jahr später ein frisches Assassin‘s Creed in den Startlöchern steht, sorgt erstmal für Skepsis. Im Test verraten wir, ob es Ubisoft Quebec mit Odyssey gelungen ist, die Serie nochmals voranzubringen.



Der Ursprung des Ursprungs

Obwohl man in Origins die Gründung des Assassinen-Bundes aufzeichnete, geht Ubisoft für Odyssey noch ein Stück weiter zurück in die Vergangenheit. Genauer gesagt in die Zeit des Peloponnesischen Krieges zwischen Athen und Sparta von 431 – 404 v. Chr. Da zwischen den Ereignissen gut 400 Jahre liegen, erfährt man hier noch nichts von den Meuchelmörern per se, die letztlich in einer Linie zu Altair, Ezio Auditore, Connor Kenway oder den Frye-Geschwistern führen. Der griechische Buchstabe Lambda als omnipräsente Schildmarkierung der Spartaner gibt zwar erste Hinweise auf das Symbol, das schließlich den Assassinen-Bund kennzeichnen wird. Doch abseits dieser Anspielungen sowie Elementen, die sich seit dem ersten Auftritt von Altair im Jahr 2007 durch die Serie ziehen, wie z.B. dem Leap of Faith als Sprung in die Tiefe, der von einem Adlerpfiff begleitet wird, geht man sehr sparsam mit dem Thema um. Man etabliert zwar mit dem so genannten Kult des Kosmos als Verbund von Antagonisten, die die Weltordnung zerstören wollen, das Fundament dessen, was in den anderen Spielen als „Templer“-Fraktion die Gegenspieler der Assassinen darstellen wird. Doch erzählerisch steht ein Familiendrama vor dem Hintergrund des Krieges zwischen Sparta und Athen im Mittelpunkt. Und das beginnt mit der Schlacht bei den Thermopylen, die auch im Comic bzw. Film „300“ verewigt wurde: Man schlüpft im Rahmen des Kampftutorials in die Rolle des mächtigen Spartaner-Königs Leonidas, der mit seinen Soldaten den Vormarsch der persischen Armee unter Führung von Xerxes stoppen möchte. Dass es Ubisoft Quebec als hauptverantwortlichem Team dabei gelingt, in serientypischer Manier historisch verbürgte Begebenheiten und Figuren wie Sokrates, Hippokrates, Kleon, Perikles, Herodot (der Historiker begleitet den Helden und gibt ihm damit einen halboffiziellen Anstrich) oder den erwähnten Leonidas mit der etablierten Geschichte um Templer auf der einen sowie Assassinen auf der anderen Seite zu verbinden, ist erneut bemerkenswert.

Serientypisch verwebt Ubisoft historisch korrekte Ereignisse mit fiktiven Schicksalen. Das Ergebnis ist außerordentlich gelungen.
Serientypisch verwebt Ubisoft historisch korrekte Ereignisse mit fiktiven Schicksalen. Das Ergebnis ist außerordentlich gelungen.

Die alternative Historie, die hier erzählt wird, gehört unter dem Strich zu den stärksten, die Assassin‘s Creed bislang erzählt hat. Und das, obwohl man verdammt viele Fäden spinnt. Man bringt das Schicksal der Hauptfigur als Nachfahre von Leonidas sowohl dramaturgisch als auch inhaltlich unter einen Hut mit griechischen Mythen, historischen Fakten oder den Kriegswirren, setzt aber auch die erste Zivilisation als weiteres Leitthema überzeugend um und klärt dabei sogar ein paar Fragen, die sich im Lauf der Seriengeschichte angesammelt haben. Selbst die stets polarisierende Gegenwarts-Geschichte um die Auseinandersetzung von Abstergo und Assassinen wird behutsam und glaubwürdig fortgesetzt – im Gegensatz zu einigen anderen Serienablegern wie z.B. Black Flag. Man streut in der offenen Welt der West-Ägäis ähnlich wie in The Witcher 3 viele kleine Einzelgeschichten ein, die sich mitunter über einen ganzen Strang von Missionen ziehen, die teilweise sogar voneinander abhängen. Und die Umgebung, die zusätzlich zu den von NPCs oder an Auftragsbrettern vergebenen Aufgaben nicht nur mit einer von Anfang bis Ende ansehnlichen Kulisse, sondern auch immer wieder mit neuen Entdeckungen lockt, erzählt ihre eigenen kleinen Mini-Geschichtchen. Und alles greift ineinander, baut aufeinander auf oder ergänzt sich. Hier erfährt man etwas, das einem an einer ganz anderen Stelle weiterhilft. Dort wird man Zeuge eines Schicksals, das einen nachhaltig emotional beschäftigt. Figuren und Elemente, die man beiläufig zur Seite winkt, haben dann doch Einfluss auf die Hauptgeschichte, von der man häufiger abgelenkt wird, als einem lieb ist. Was emotionale Ansprache und Auswirkung auf das Gesamtbild betrifft, ist man mit Assassin‘s Creed Odyssey zwar noch ein gutes Stück von The Witcher 3 weg, doch für Ubisoft- und vor allem Serienverhältnisse ist der Ausflug ins antike Griechenland ein erzählerischer Meilenstein. Hier wird man besser unterhalten als zuletzt von Bioware in Dragon Age Inquisition oder Mass Effect Andromeda.

Doch nur eine typische Fortsetzung?

Viele mechanische Kernelemente wie das Kampfsystem oder das schnell unübersichtlich werdende Inventar wurden mit nur wenigen Änderungen aus Origins übernommen.
Viele mechanische Kernelemente wie das Kampfsystem oder das schnell unübersichtlich werdende Inventar wurden mit nur wenigen Änderungen aus Origins übernommen.

Mechanisch hingegen kommt Odyssey in der Anfangsphase nicht über den Status eines Add-Ons oder eines Szenariowechsels hinaus. Man kennt den Kompass am oberen Bildschirmrand – und das nicht nur aus dem Vorgänger, sondern auch aus entsprechenden Bethesda-Spielen, bei denen nicht nur das ggf. ausgewählte aktuelle Ziel, sondern auch Entdeckungen oder neue Schauplätze markiert werden und einen vom „rechten“ Weg abbringen wollen. Das Kampfsystem ist auf den ersten Blick ebenfalls nur eine Variation dessen, was in Origins als erfolgreicher Versuch eingeführt wurde, sich dem Action-Rollenspiel anzunähern - dementsprechend ähnlich spielen sich die Auseinandersetzungen. Mittlerweile kann man zwar auch aktive Sonderfähigkeiten für Nahkampf, Distanzwaffen oder Stealth in den drei passablen Fähigkeitenbäumen auswählen und verwenden. Für Letzteres hat man sich sogar bei Monoliths Mittelerde: Schatten des Krieges bedient und eine Variation des dort verwendeten Schattenkills eingebaut, die zu einer Kette an Schleichtötungen ausgebaut wurden kann. So kommt es punktuell auch immer wieder zu Momenten, die man in dieser Form nicht aus dem Vorgänger kennt. Doch sobald es in den Nahkampf geht, der trotz effektiver, aber simpler Schleichmechaniken oder des im Vergleich zum Vorgänger leicht vereinfachten Bogenschießens nicht immer verhindert werden kann, fallen die Unterschiede zu Origins geringer aus, als ich es mir gewünscht hätte. Obwohl man überraschenderweise den Schild entfernt hat, mit dem im letzten Spiel noch hantieren durfte und der eigentlich zu den griechischen Kämpfern gehört wie Ambrosia zu Göttern. Zudem hat es Ubisoft erneut verpasst, dem Kampfsystem wenigstens optional ein Ausdauersystem hinzuzufügen, das sich für mein Empfinden auch problemlos mit dem unveränderten Gegenstands- und Inventarsystem vertragen hätte.


Kommentare

Wortgewandt schrieb am
Rabidgames hat geschrieben: ?
08.10.2018 23:18
Wortgewandt hat geschrieben: ?
08.10.2018 22:55
Rabidgames hat geschrieben: ?
08.10.2018 15:04

Immerhin konntest du zu sinnlosem Dreisatzer mal noch ein bisschen ad hominem beigeben. Aber passt schon, ganz Kleiner. Und gibt Pap wieder schnell sein Telefon, bevor es zurück in den Kindergarten geht. Siehste, das kann ich auch!
Allerdings war es bei dir komplett unangemessen und ziemlich plump artikuliert. Davon abgesehen haben deine Tippfehler sämtlichen Humor im Keim erstickt. Daran musst du unbedingt arbeiten, willst du es mit mir aufnehmen können. Also, ich wiederhole mich ungerne - aber mach deine Hausaufgaben, Kleiner.
"Mit dir aufnehmen können"? Sind wir hier im Kindergarten oder was?
Ach nee, da spricht nur der obligatorische Forentroll, der vom eigentlichen Thema nicht mal den Hauch einer Ahnung hat. Aber ich musste lachen, von daher 8/10.
P.S. "ungerne"? Meinst du vielleicht "ungern"? Denn "ungerne" gibt es laut Duden nicht. So viel zum Thema Rechtschreibung.
Damit sinkst du leider auf 5/10, denn ein echter Troll achtet auf solche...
gnadenlos-GER schrieb am
Xris hat geschrieben: ?
22.10.2018 23:59
Die Leute die nur die Story spielen wollen hast du alleine schon wegen den Vorgängern (die ich nicht gespielt bzw nur Black Flag mal angespielt habe) dabei, die diesbezüglich ja offenbar weniger Open World und weniger SQs geboten haben. Im Prinzip wurde aus AC spätestens mit dem aktuellen Teil ein anderes Spiel. Um es mal vorsichtig auszudrücken. Eigentlich wurde aus einem "nicht allzu anspruchsvollem Spiel" ein passables Sand Box Hack n Slay.
Ich frag mich ja woher dieser Sinneswandel bei Ubsi tatsächlich kommt. Kann mir aber gut vorstellen das viele aus der ursprünglichen Zielgruppe nun Geld fuer ihren Fortschritt ausgeben.
Ich habe jedes AC seit Teil 3 gespielt, einige auch abgeschlossen und Open World Spiele, bei denen Nebenaufgaben zum vollständigen Spielerlebnis gehört haben, waren das schon immer. Auch RPG-Elemente sind nicht neu, wurden nur mit Origin/Odyssey weiter ausgebaut.
Schon bei AC3 konnte man z.B. Tiere für ihr Fell jagen, es gab eine Basis die man ausbauen konnte, ein (sehr schlechtes) Handelsrouten-System, Händler bei denen man seine überschüssigen Tierfelle verkauften konnte, usw. Der Ausbau des Schiffs bei Odyssey stammt sogar fast komplett aus Black Flag und Syndicate hatte einen ziemlich umfangreichen und in drei Bereiche unterteilten Skill-Tree, den man mit Nebenaufgaben wie Boxkämpfen (jetzt eben als Arena integriert) schneller füllen konnte.
Bild
Der Begriff "Ubisoft-Formel" zur Beschreibung des Gameplay-Loops in vielen Open World Titeln kommt ja nicht von ungefähr und...
JunkieXXL schrieb am
Xris hat geschrieben: ?
22.10.2018 23:59
Die Leute die nur die Story spielen wollen hast du alleine schon wegen den Vorgängern (die ich nicht gespielt bzw nur Black Flag mal angespielt habe) dabei, die diesbezüglich ja offenbar weniger Open World und weniger SQs geboten haben. Im Prinzip wurde aus AC spätestens mit dem aktuellen Teil ein anderes Spiel. Um es mal vorsichtig auszudrücken. Eigentlich wurde aus einem "nicht allzu anspruchsvollem Spiel" ein passables Sand Box Hack n Slay.
Ich frag mich ja woher dieser Sinneswandel bei Ubsi tatsächlich kommt. Kann mir aber gut vorstellen das viele aus der ursprünglichen Zielgruppe nun Geld fuer ihren Fortschritt ausgeben.
Ich habe Odyssey noch nicht gespielt, aber nach allem, was man so hört, mutiert Assassins Creed immer mehr zum epischen Rollenspiel. Ich stelle mal die naheliegende These auf, dass die beeindruckenden und erfolgreichen Rollenspiele der letzten Jahre, insbesondere The Witcher 3, Ubisoft den Impuls dafür gegeben haben. Ubisoft hat gesehen, solche Spiele kommen bei den Kunden an und sie haben erkannt, dass sie genügend Know-how haben, selbst Spiele dieser Art machen zu können. Zudem wissen sie, soll das ausgelatschte Franchise nicht untergehen, braucht es Veränderung und Erneuerung. Dass Ubisoft bei der Assassins-Creed-Reihe nun diesen Weg geht, finde ich nicht nur schön, sondern auch logisch.
Xris schrieb am
Die Leute die nur die Story spielen wollen hast du alleine schon wegen den Vorgängern (die ich nicht gespielt bzw nur Black Flag mal angespielt habe) dabei, die diesbezüglich ja offenbar weniger Open World und weniger SQs geboten haben. Im Prinzip wurde aus AC spätestens mit dem aktuellen Teil ein anderes Spiel. Um es mal vorsichtig auszudrücken. Eigentlich wurde aus einem "nicht allzu anspruchsvollem Spiel" ein passables Sand Box Hack n Slay.
Ich frag mich ja woher dieser Sinneswandel bei Ubsi tatsächlich kommt. Kann mir aber gut vorstellen das viele aus der ursprünglichen Zielgruppe nun Geld fuer ihren Fortschritt ausgeben.
gnadenlos-GER schrieb am
Xris hat geschrieben: ?
22.10.2018 13:10
Dennoch. Mit dem XP Boot köderst du gewiss all jene die normalerweise einfach nur der HQ folgen möchten. Denn immer wieder ist es erforderlich SQs zu machen und auch mal Teile der Welt die ansonsten nicht fuer die HQ relevant sind zu besuchen.
Komplett frei bin ich sehr lange (bestimmt bis Level 30 oder 40) nicht in andere Gebiete gelaufen. Wenn dann nur, wenn mich eine der aufwendigeren Sidequests dort hingeführt hat und dann habe ich als erfahrener Open World Spieler natürlich auch den Aussichtsturm gemacht und die Fragezeichen zumindest auf meinem Weg aufgedeckt.
Bei Ruinen oder Tombs habe ich diese meist auch direkt gemacht, wegen der benötigten Tafeln und Fähigkeiten, aber ansonsten bin ich recht brav wieder ins ursprüngliche Gebiet zurückgegangen. Zumindest das eigenständige Erkunden von neuen Gebieten ist also nicht erforderlich um immer ein ausreichend hohes Level für die Story zu haben.
Ich weiß, dass einige Open World so verstehen, dass man sie so spielen können muss, wie man Lust hat - das sehe ich aber nicht so, zumindest nicht bis zu einem solchen Extrem, dass man fast nur die Hauptstory spielen will.
Open World funktioniert nur dann gut, wenn man auf das Erkunden der Welt und zumindest auf höherwertige Sidequests Lust hat - ansonsten hat eine Open World doch nur Nachteile gegenüber einem linearen Spiel und wer das Erkunden nicht mag, wird in einer Open World nie den gleichen Spaß haben, wie mit einem linearen, storylastigen Spiel.
Wenn es dann soweit geht, dass man noch nicht einmal Dingen nachgeht, die schon aus der Missionsbeschreibung ersichtlich keine generische Quest sind, nur weil man nicht...
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